Test Krause-Yamaha XJR 1300 Call now!

Das Angebot für Yamaha XJR 1300-Fahrer: 30 PS und 25 Newtonmeter mehr für knapp 1500 Mark –inklusive TÜV-Eintragung.

Verlockend, was nachts auf den Werbekanälen präsentiert wird. Durchgestylte Fitnesstrainer versprechen wahre Wunder. Mit einem einzigen Gerät und praktisch ohne sich anzustrengen kann jeder in kurzer Zeit stark und ausdauernd wie ein Zehnkämpfer werden. Schon nach zwei Wochen bei nur fünf Minuten Training pro Tag. Garantierter Erfolg, garantiert nur hier. Rufen Sie jetzt an. 0130...
Eine Fitnesskur für die Yamaha XJR 1300 verspricht Zweirad-Krause in Dortmund: 128 statt der serienmäßigen 98 PS, 125 statt 100 Newtonmeter. Das Ganze für 1440 Mark inklusive – Trommelwirbel und Tusch – TÜV-Eintragung. Eigentlich unglaublich.
Findet auch der Kradpolizist, der den MOTORRAD-Tester nach zehnminütiger Verfolgung am Autobahnkreuz Würzburg stellt. Irgendwie kam ihm die Krause-XJR vedächtig vor. Wobei sie sich äußerlich vom Serienmodell lediglich durch die dickeren Endrohre unterscheidet, die aus dem Schalldämpfer ragen.
Doch wenn der Motor läuft, atmet er so kraftvoll aus wie ein Wettkampfschwimmer. Die weiteren Unterschiede zur serienmäßigen XJR: Ansaugstutzen mit einem größeren Querschnitt, ein anderer Zündimpulsgeber, andere Hauptdüsen und Düsennadeln, Alu-Luftfilterdeckel mit vergrößertem Querschnitt. Das Ansaugröcheln aus dem Luftfilterkasten hält sich vornehm zurück, obwohl die Öffnung des gefrästen Alu-Airboxdeckels direkt hinter der rechten Seitenverkleidung unterhalb der Sitzbank mündet. Alles ordnungsgemäß getüvt und folglich legal, befindet der Kontrolleur und lässt den XJR 1300-Treiber weiterdüsen.
Für den kompletten Umbau – die Testmaschine war außerdem mit anderen Gabelfedern und Federbeinen von Technoflex bestückt – braucht der Yamaha-Händler gerade mal einen Vormittag. Dann kann der Unterschied erfahren werden. Und der ist wie die Kraftentfaltung: gewaltig. Bis 6000/min kann eine Serien-XJR 1300 noch problemlos mithalten, doch dann rennt ihr die Krause-Yamaha davon wie ein Rind vor dem Brandeisen. Im ersten Gang sogar erhobenen Vorderrads.Welche Fahrstufe eingelegt ist, interessiert den Motor nicht.
Erst bei echten 240 km/h setzen die Fahrwiderstände dem Vorwärtsdrang ein Ende. Zum Glück, denn der Spaß hört schon deutlich vor Erreichen der Höchstgeschwindigkeit auf. Topspeed bei einem Naked Bike, seien wir ehrlich, ist ein rein akademischer Wert. Wichtiger ist, was auf der Landstraße geht. Und da geht schon bei der normalen XJR 1300 mit ihrem durchzugsstarken Reihenvierer jede Menge. Doch die Krause legt noch einige Briketts nach, entfacht ein wahres Feuerwerk.
Wenig erwärmen kann man sich für die Pendelei um die Hochachse ab Landstraßentempo. Schade, dass die Technoflex-Federbeine bei dem bereits vom Originalfahrwerk bekannten Symptom keine Abhilfe schaffen. Und auch sonst überzeugen sie nicht. Selbst mit voll geöffneten Dämpfungsventilen und minimal vorgespannten Federn arbeiten die technoflex-Teile bockhart, während das Serien-Set-up zu weich, aber harmonischer ausfällt. An der Gabel ist keinerlei Unterschied auszumachen. Eigentlich sicherlich keine schlechten Komponenten, die jedoch für ein anderes Motorrad gedacht zu sein scheinen. Zur Yamaha XJR 1300 passen sie jedenfalls nicht.
Bei 1649 Mark für Federbeine und 179 Mark für die Gabelfeder fällt die Entscheidung nicht schwer. Die Doping-Kur für den 1300er-Motor gibt’s deutlich billiger. Und sie ist mit gemessenen 132 PS und 120 Newtonmeter kein leeres Versprechen. Call now: 0231/31999.

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