Test: Moto Guzzi 850 Le Mans Das Kulltbike von Moto Guzzi

Wenn der V-Zwo loslegt, bekommen Viertakt-Fans eine Gänsehaut. Die Guzzi ist ein Augen- und Ohrenschmaus.

Foto: archiv

Wer Anfang der 70er einen Italo-Sportler wollte, griff zur Ducati. Exoten-Fans kauften Laverda, Moto Guzzi versorgte die Tourer. Klare Verhältnisse, zumindest bis zum Mailänder Salon 1975. Mit der Le Mans präsentierte Guzzi den dicken V-Zweizylinder im Trainingsanzug. Sportlichkeit war gerade angesagt, denn die japanischen Hersteller drängten mit leistungsstarken Maschinen nach Europa, und selbst BMW machte mit der R 90 S auf dynamisch.

Die Le Mans I basierte auf der 750 S3 und der 850 T3. Eine höhere Verdichtung, größere Ventile, andere Vergaser und eine schärfere Nockenwelle bescherten dem luftgekühlten Twin 71 PS. Ein schmalerer Lenker, zurückverlegte Fußrasten, gelochte Bremsscheiben, Höckersitzbank, Gussräder, jede Menge Mattschwarz an Rahmen und Auspuffanlage sowie die teilweise leuchtorange lackierte Halbschalenverkleidung sorgten für die sportliche Verpackung.

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Weil man in den 70er Jahren möglichst oft ein völlig neues Modell präsentieren musste, gab‘s schon bald eine Le-Mans-Nachfolgerin: die Le Mans II, vorgestellt auf der Kölner IFMA 1978. Eckige Vollverkleidung, etwas Kosmetik, drei PS mehr, eine andere Sitzbank - das war‘s schon.

Die dritte Le-Mans-Auflage kam 1981. Offene Ansaugtrichter gehörten nun der Vergangenheit an, die Auspuffanlage wurde ebenfalls den verschärften Geräuschbestimmungen angepasst, und die Motor-Innereien bekamen eine kräftige Überarbeitung spendiert. Die 76 PS starke Le Mans III mit den eckigen Zylindern und der neuen Halbschalenverkleidung verkaufte sich bestens.

Dem Hubraum-Wettrüsten der Konkurrenz musste Guzzi auf Dauer aber doch etwas entgegensetzen: die Ende 1984 präsentierte Le Mans 1000. 81 PS waren zwar nett, doch ihr den Japanern nacheiferndes und dabei misslungenes Design sorgte für den Anfang vom Ende der Le-Mans-Reihe. Das modische 16-Zoll-Vorderrad verschlechterte das an sich superstabile Fahrverhalten deutlich. Die von 1988 bis Ende 1992 gebaute Le Mans V kehrte zwar wieder zum 18-Zöller und den altbekannten Fahrwerksstärken zurück, doch die Zeit hatte die Le Mans überholt.

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