Umbau auf Basis der Triumph Thruxton Palatina Thruxton 900

Eigentlich bestand kein Handlungsbedarf, denn die Triumph Thruxton ist bereits ab Werk ein stilvolles, charakterstarkes Motorrad. Auf speziellen Kundenwunsch hin entstand in der Palatina-Motorradwerkstatt in Landau/Pfalz jedoch ein Einzelstück auf Basis des britischen Retro-Bikes. Wobei der Motor im Serienzustand belassen und nur die Optik radikal geändert wurde.

Foto: jkuenstle.de

Eigentlich bestand kein Handlungsbedarf, denn die Triumph Thruxton ist bereits ab Werk ein stilvolles, charakterstarkes Motorrad. Auf speziellen Kundenwunsch hin entstand in der Palatina-Motorradwerkstatt in Landau/Pfalz jedoch ein Einzelstück auf Basis des britischen Retro-Bikes. Wobei der Motor im Serienzustand belassen und nur die Optik radikal geändert wurde. Gleich ins Auge des Betrachters fallen hier der breite LSL-Lenker und die Karbonfelgen. Bei Letzteren handelt es sich um Prototypen des englischen Herstellers Dymag, von denen weltweit nur dieses einzige Paar existiert, denn Dymag entschied sich nach Problemen bei der Homologation nicht zur Serienproduktion. Beim Palatina-Umbau wurden sie per Einzelabnahme eingetragen. Billig ist der Karbon-Spaß nicht - allein für die  Felgen musste der Kunde 3600 Euro auf den Tisch blättern. Doch nicht nur das Material, sondern auch die Dimensionen haben sich gegenüber der Serie geändert: Vorn rollt die Engländerin mit einer geringfügig breiteren Felge auf einem Reifen im 120/70-17-Format. Das ist nicht nur etwas breiter, sondern auch kleiner: Serienmäßig kommt ein 18-Zoll-Durchmesser zum Einsatz. Hinten ist ein 170/60-ZR-17-Reifen auf eine Fünf-Zoll-Felge montiert. Ebenfalls breiter als die Serie. Aber was das Auge goutiert, muss nicht immer besser funktionieren.

Fahrdynamische Vorteile bringt es jedenfalls nicht. Die Maschine fährt sich kippelig. Im ersten Moment wirkt die Thruxton handlich. Klar, breiter Lenker, kleineres Vorderrad, doch im Anflug auf schnelle Wechselkurven wirkt das Fahrverhalten unausgewogen, man vermisst exaktes Feedback von vorn. "Wir haben den Kundenwunsch erfüllt und die Dymag-Felgen verbaut. Jetzt muss das Fahrzeug quasi um die Felgen herum optimiert werden", sagt Palatina-Boss Fritz Rebholz, der das untypische Lenkverhalten mithilfe einer Gabelbrücke mit weniger Offset aus der Welt schaffen möchte.

Diese Maßnahme generiert mehr Nachlauf und besseres Lenkverhalten. Davon abgesehen fährt sich der Hingucker tadellos. Die serienmäßigen Bremsen sind ausreichend, Federung und Komfort des Wilbers-Fahrwerks gut. Vor allem der Sound des Twins ist famos. Hier kommen Remus-Schalldämpfer zum Einsatz, die nicht nur gut aussehen, sondern auch gut klingen. Der nostalgische Scheinwerfer, ehemals in einer /5er-BMW im Einsatz und stark umgearbeitet, sowie der klassische Monza-Tankverschluss stehen dem Umbau besonders gut. So verwundert es auch kaum, dass diese Thruxton bei einer Routinekontrolle der Polizei für Stirnrunzeln sorgte, als die Beamten auf das Baujahr schauten: 2008.

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Foto: jkuenstle.de

Fahrzeug-Infos

Motor
Basis: Triumph Thruxton (unverändert), luftgekühlter Viertakt-Reihenzweizylinder, 865 ccm, Bohrung x Hub: 90 x 68 mm, Leistung: 69 PS bei 3270/min, 72 Nm bei 5750/min.

Umbauten
Remus-Endschalldämpfer, LSL-Fußrastenanlage, LSL-Lenker, Palatina-Spezialkotflügel vorn und hinten, einstellbare Wilbers-Federbeine Typ 630 TS, Wilbers-Gabelfedern, Dymag-Karbonfelgen v/h: 3.50-17/5.00-17, Reifendimensionen: v/h: 120/70-ZR 17/170/60-ZR 17, Monza-Tankverschluss, Scheinwerfer von /5er-BMW, Ochsenaugenblinker, Sitzbank mit Echtleder, Klassik-Rücklicht, Rizoma-Spiegel.

Weitere Infos
Palatina Motorradwerkstatt, 76829 Landau, Tel. 0 63 41/8 21 44. www.palatina-motorradwerkstatt.de

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Sicht

Leider bewegt sich der Motorradfahrer ja selten allein im Verkehr. Es ist also hilfreich, wenn man immer im Blick hat, was rundherum geschieht. Und das gilt nicht nur für den Bereich vor dem Vorderrad, sondern auch für hinten. Nach vorn ist die Sicht bei den meisten Maschinen kaum eingeschränkt. Bei großen Tourern stören möglicherweise ausladende Verkleidungen. Unangenehm können hohe Verkleidungsscheiben sein, die entweder den Durchblick verzerren oder
deren Kanten das Blickfeld durchkreuzen. Schön, wenn man die Scheibe manuell oder elektrisch den individuellen Wünschen anpassen kann. Die Sitz-
position spielt auch eine große Rolle. Der vom Fahrlehrer geforderte Schulterblick ist auf einem Supersportler nur mit Verrenkungen zu schaffen, fällt bei aufrechter Haltung deutlich leichter.
Eher problematisch ist bei vielen Maschinen die Sicht nach hinten. Rückspiegel sind oftmals aus Design-Gründen klein und ungünstig angebracht, oder sie zittern munter mit der Frequenz der Motorvibrationen mit und zeigen dann ein mehr oder weniger lustiges Zerrbild des rückwärtigen Verkehrs. Besonders bei Sportlern, vornehmlich italienischen, sind Spiegel meist so ungünstig positioniert, dass der Fahrer permanent seine Ellbogen besichtigen darf.
Und schließlich gehört zum Kriterium Sicht, das übrigens im besten Fall mit insgesamt 20 Punkten honoriert wird, noch die Erkennbarkeit der Instrumente. Viele der heute aktuellen digitalen Multifunktions-displays sind bei Sonnenbestrahlung schwer ablesbar. Auch wenn sie nur spärliche Informationen lieferten: Das konnten die klassischen analogen Rundinstrumente einfach besser. gt

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