Test Rieju Tango 250 Spanischer Spaßmacher

Foto: Bilski
Die Marke, um die es hier geht, wird „Riächu“ ausgesprochen. Schuld daran sind die Spanier Luis Riera und Jaime Juanola, die sich 1934 zwecks Herstellung von Fahrradzubehör zusammentaten und ihre Nachnamen miteinander verknüpften. Mittlerweile produzieren 150 Rieju-Mitarbeiter 130 Kilometer nördlich von Barcelona jährlich rund 20 000 50er und 125er – und neuerdings auch eine 250er, das Topmodell der Katalanen.

Rieju ist ein typischer Konfektionär, steckt also jede Menge Zulieferteile, Motor inklusive, in einen eigenen Rahmen. In der Tango 250 sorgt ein von Loncin in China produzierter Viertakt-Single für vehementen Vortrieb. Wie bitte, ein China-Kracher? Gemach: Loncin ist ein renommierter Hersteller, der unter anderem auch den 650er-Eintopf für die BMW Xcountry fertigt. Der kernig bollernde 250er-Zweiventiler (korrekt: 223 cm³) hat in der Tango leichtes Spiel, denn zum einen gilt es, nur 114 Kilogramm plus Fahrer in Wallung zu bringen. Zum anderen ist das Fünfganggetriebe goldrichtig gestuft sowie leicht und exakt zu schalten. Die geringe Masse, die kompakten Abmessungen und das Bewusstsein, mit „nur“ 16 PS unterwegs zu sein, geben der Sache etwas Spielzeughaftes. Und genau darin liegt die große Stärke der Tango. Ihre eher simplen Federelemente, die digital funktionierenden Bremsen (alles oder nichts), die sehr sparsame Ausstattung und die zum Teil lässige Verarbeitung treten völlig in den Hintergrund, wenn man mit ihr um enge Kurven wuselt. Sie ist ein herrliches Spielzeug, das man nicht wirklich ernst nimmt, das man aber richtig gern hat.

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