Test Suzuki C 1800 R Die Grosse C

Um den urgewaltigen Motor der M 1800 R baut Suzuki nun den ganz großen, klassischen Cruiser, die C 1800 R.

Freunde großvolumiger, klassisch anmutender Cruiser wurden in den letzten Jahren bei Suzuki schlecht bedient. Der 125 PS starke Power-Cruiser M 1800 R war die einzige Antwort auf die Konkurrenz. Äußerlich wie auch vom Fahrgefühl war er aber so weit weg von einem bodenständigen Cruiser wie musikalisch die Rock-Göre Avril Lavigne von Country-Sänger Johnny Cash. Jetzt schließt Suzuki die entstandene Lücke mit der neuen C 1800 R. Die schiere, explosive Kraft des modernen Vierventil-V-Motors nahm man allerdings leicht zurück. Statt 125 sind es nominell „nur“ noch 113 PS und auch das gigantische Drehmoment wurde von 160 auf „gerade mal“ 155 Nm reduziert. Im vierten von fünf Gängen attestierte der Leistungsprüfstand 107 PS, dazu ein maximales Drehmoment von 143 Nm. Und wie Triumph bei der Rocket III begrenzt auch Suzuki das Drehmoment seines Big-Twins in den unteren Gängen (siehe Leistungsdiagramm), um Übermut im Keim zu ersticken.

Doch kein Grund zu Traurigkeit. Die C 1800 R hat Leistung und Drehmoment satt. Besser noch: Ihre Gasannahme fällt längst nicht so ruppig aus wie bei der M-Variante. Weicher geht sie ans Gas, kontrollierbarer, sorgloser. So lässt sich ganz wunderbar dahincruisen, zumal auch das Getriebe nebst Endantrieb unauffällig seiner Arbeit nachgeht. Wer’s aber wissen will, zieht einfach den Hahn auf. Stampfend und bei niedrigen Drehzahlen schüttelnd macht der Big-Twin vorwärts. Ob im dritten, vierten oder fünften Gang – ab 50 km/h bis weit über 200 km/h schiebt der Motor ohne Pause hämmernd voran, als wolle er den Asphalt umpflügen.
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Berauschend, aber anstrengend. Denn jenseits der 160 km/h hängt der Fahrer an dem ausladenden, weit nach hinten gezogenen Lenker wie ein Fähnchen im Wind. Und das schwammig weiche, auf Komfort getrimmte Fahrwerk will bei hoher Geschwindigkeit auch nicht so recht spuren. Langsamer ist weniger stressig, auch wenn der 384 Kilogramm schwere Cruiser mit Nachdruck in Schräglage gebracht werden will, die breiten Reifen zu Spurrillenempfindlichkeit neigen und auf schlechten Fahrbahnen mit gehörigem Eigenlenkverhalten auf sich aufmerksam machen. Ganz angenehm und wohldosierbar arbeitet die Kombibremse, steckt locker das hohe Gewicht des Cruisers weg. Mit den bissigen Radial-Bremszangen des M-Modells haben seine Stopper nichts gemein. Leider bleibt auch bei ihm der Wunsch nach einem ABS unerfüllt.

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