Test Yamaha FZ6 Fazer S2 Ein Hauch von Luxus

Fazer-Freunde aufgepasst! Ab diesem Jahr stehen gleich zwei FZ6 Fazer bei den Händlern. Doch nur das S2-Modell hat ein neues Gesicht, hochwertigere Bremsen und eine massive Aluguss-Schwinge zu bieten.

Foto: Gargolov
Never change a running system«, sagt ein englisches Sprichwort. Ändere niemals etwas, wenn es gut funktioniert. Weshalb die Japaner Motor und Fahrwerk weitgehend unangetastet ließen, als sie die FZ6 Fazer S2 entwickelten. Schließlich war die bestverkaufte Yamaha der Saison 2006 die 600er-Fazer. Ein leichtfüßiger Allrounder mit einem gutmütigen, aber dennoch sportiven Fahrwerk und einem 98 PS starken, drehfreudigen Vierzylinder. Dieses Modell bleibt für 2007 nahezu unverändert und ist neben der einsteigerorientierten 34-PS- auch noch als versicherungs-
günstige 78-PS-Variante zu haben.

Die S2 dagegen erhielt eine neue Verkleidung, die auf so manch pausbäckige Rundung ihrer Vorgängerin verzichtet und stattdessen ein paar zackig-dynamische Kanten ins Spiel bringt. In Verbindung mit der schmaleren Verkleidungsscheibe reduziert die etwas breitere, steiler stehende Front Turbulenzen und Windgeräusche im Helmbereich spürbar. Positiver Nebeneffekt: In den Spiegeln mit längeren Aus-legern ist die Sicht nach hinten besser.

Erfreulich auch das neue Cockpit. Yamaha tat gut daran, bei der S2 Instrumente im Stil der FZ1 zu verwenden und auf die je nach Lichteinfall unleserliche digitale Einheit aus Tacho und Drehzahlmesser der alten Fazer zu verzichten. Besser erkennbar, informiert nun links ein digitales Display über die Geschwindigkeit und rechts ein analoger Drehzahlmesser.

Komplett neu gestaltet ist außerdem die Sitzbank. Der strapazierfähigere Schaumstoff wurde mit einer schmaleren Kontur versehen, damit der Fahrer, trotz beibe-haltener Sitzhöhe von 810 Millimetern, leichter mit den Füßen den Boden erreicht. Obendrein ist der Bezug griffiger. Zur entspannteren Sitzposition des Beifahrers tragen die um zwei Zentimeter tiefer gelegten, an Aluguss-Trägern montierten Fußrasten bei, die es ermöglichen, mit einem bequemeren Kniewinkel Platz zu nehmen. Als S2 ist die FZ6 Fazer komfortabler und tourentauglicher geworden.

Mit überarbeitetem Kennfeld bei der Motorsteuerung und Dreiwege-Katalysator nebst Lambdasonde unterschreitet der kompakte Reihenvierzylinder jetzt locker die geforderte Euro-3-Norm. An der Leistungscharakteristik hat sich nichts geändert. Nach wie vor springt der Motor auf den ersten Knopfdruck willig an, bummelt seidig bei niedrigen Drehzahlen dahin oder dreht mit unverhohlener Freude weit in den zweistelligen Bereich, vorausgesetzt, man betätigt das leichtgängige Sechsganggetriebe fleißig. Einziges kleines Manko: In höheren Drehzahlen nimmt der Vierzylinder bei Lastwechseln leicht zögerlich Gas an. Dass die Fahrleistungen der gemessen exakt 100 PS starken FZ6 Fazer S2 geringfügig unter denen des Vorgängermodells liegen, ist allein den böigen Windverhältnissen am Messtag zuzuschreiben. Der Verbrauch von fünf Litern auf 100 Kilometer im Landstraßenbetrieb rangiert indessen auf dem Niveau der Vorgängerin.

Die neue S2 verzichtet auf die Alu-Kastenschwinge der alten Fazer. Eine elegante, ebenfalls aus Aluminium gefertigte Gussschwinge mit präziser Achsaufnahme führt das 180er-17-Zoll-Hinterrad. Sie soll leichter sein und zu mehr Handlichkeit und Stabilität verhelfen. Doch nur ausgebuffte Sportfahrer werden, wenn überhaupt, einen feinen Unterschied zwischen der sehr fahrstabilen sowie präzise zu steuernden FZ6 Fazer und der S2 ausmachen.

Spürbar größer fällt der Unterschied bei der Doppelscheiben-Bremsanlage aus. Die einteiligen Bremszangen vom 1000er-Modell FZ1 zeigen an der S2 ihre Wirkung. Bei geringerer Handkraft packen sie noch heftiger an die 298er-Bremsscheiben und lassen sich mit knackigem Druckpunkt noch feiner dosieren. Ein Hauch von Luxus, den man sich zum Preisunterschied von knapp 400 Euro zur Standard-FZ6 Fazer gönnen sollte.

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