Test: Yamaha XS 11000 Das Kultbike Yamaha XS 1100

Ende der 70er durften Big Bikes noch richtig big sein. Yamahas damaliges Top-Dickerchen hat heute noch Fans.

Foto: mps-Fotostudio

Mehr, mehr, mehr", rief vor 25 Jahren das junge Motorradpublikum (der typische Biker war Anfang 20), und die japanischen Motorradhersteller reagierten. Honda verkaufte die Sechszylinder-CBX, Kawasaki die Z 1000 und Suzuki die GS 1000. Yamaha legte Ende 1977 nach und präsentierte mit der XS 1100 das schwerste und schnellste Großserienmotorrad der Welt: Für 9835 Mark stand die vollgetankt 286 Kilogramm wiegende Wuchtbrumme ab Frühjahr 1978 bei den Händlern. 95 PS reichten, um die kantig gestylte Maschine auf 205 km/h zu beschleunigen. Das war damals verdammt sportlich, doch die XS 1100 galt von Anfang an eher als DAS Reisemotorrad. Der hervorragende Sitzkomfort, der riesige 24-Liter-Tank, der wartungsarme Kardanantrieb und die nervenschonende Durchzugskraft des Reihenvierers sorgten für dieses Image. Wer eine sportlichere Gangart bevorzugte, kam dagegen schnell an die (Fahrwerks-)Grenzen der XS. In langen, schnellen Kurven neigte sie zum Pendeln und reagierte empfindlich auf abgefahrene Reifen. Der ruppige Kardan bestrafte Hektiker mit starken Lastwechselreaktionen.

Die XS 1100 war das ideale Arbeitsgerät für coole Langstreckenfahrer und bewies unglaubliche Steherqualitäten. Wo bei anderen Japan-Bikes bereits ab 30000 Kilometern größere Reparaturen einkalkuliert werden mussten, verkraftete die XS locker die drei- oder vierfache Laufleistung, ohne dass Eingriffe erforderlich gewesen wären. 1979 gab‘s dann eine verpackte XS: Als "1.1" und auf 500 Stück limitiert trat der Tourer mit einer zweiteiligen Verkleidung im Martini-Look an. Schnapshersteller Martini war der Sponsor des Yamaha-Rennteams. Ende 1981 kam die XS 1.1 S heraus. Cockpitverkleidung, 15-Liter-Tank, neuer Auspuff und neue Räder sowie Änderungen der Fahrwerksgeometrie machten die Unterschiede zur Vorgängerin aus. Bis 1983 blieb das Urviech im Programm und wurde dann von der FJ 1100 abgelöst.

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