Triumph-Modelle für 2007 Triumph-Züge

Die nächsten Züge von Triumph auf dem Feld der Modellpolitik zeichnen sich ab. So deutlich, dass sie von Zeichner Glynn Kerr in aussagekräftige Ansichten umgesetzt werden konnten, obgleich die Motorräder erst 2007 erscheinen.

Foto: Triumph
Triumph Tiger – ein Name, der wohl bald für zwei ziemlich unterschiedliche Motorräder stehen wird. Was die nebenstehende Zeichnung zeigt, ist dem – leider sehr grobkörnigen – Foto eines Fahrtest-Prototypen abgeschaut und schon ganz nahe dran an der endgültigen Gestalt der neuen Tiger. Es hat jedoch mit der gewohnten Erscheinung dieses Motorrads nur noch wenig gemeinsam. Nicht mehr rundlich benzinschwanger mit stark gewölbten Tankflanken und breit verkoffertem Hinterteil, sondern schlank, rank und kantig gestylt steht die Neue auf ihren Rädern.
Die zudem ganz andere Dimensionen aufweisen als bisher. Statt eines 19-Zoll-Vorderrads dreht sich ein breiter 17-Zöller zwischen den Holmen einer Upside-down-Gabel, das hintere Rad wird mit stattlichen
5,5 Zoll Felgenbreite protzen, und beide sollen haftfähige Straßensportreifen tragen. Darin liegt wohl der größte Unterschied zwischen der hier gezeigten Abbildung und der wirklichen neuen
Tiger – Zeichner Glynn Kerr traute Triumph
einen solch radikalen Schritt nicht zu.
Dabei stehen alle Zeichen auf Fahr-
dynamik, die Tiger soll kräftig mitmischen im Feld der sportlichen großen Supermotos/Naked Bikes. Dafür spricht neben der Wahl der Gabel, welche auch ordentlich straff abgestimmt sein soll, die Bremsanlage mit radial verschraubten Vierkolbenzangen von Nissin. Ob die Bremspumpe einen radial angeordneten Kolben besitzt oder der konventionellen Bauweise entspricht, war noch nicht zu erfahren. Dass gegenüber der bisherigen Tiger-Bremsanlage mit Doppelkolben-Schwimmsätteln massiv aufgerüstet wird, liegt auf der Hand.
Den Schritt von 955 auf 1050 Kubik-
zentimeter Hubraum, den die Sprint ST und
die Speed Triple vorgemacht haben, wird die Tiger nachvollziehen. Nicht jedoch die Spitzenleistung der Speed Triple, die bei 130 PS liegt. Etwas weniger, das ließ sich ein sonst äußerst zurückhaltender Triumph-Mitarbeiter entlocken, wird es schon sein. Ob die Tiger dann am Ende bei den 125 PS der Sprint ST landet oder noch ein Stück darunter, ist noch nicht sicher. Für den Moment reicht es, ihr rund 120 PS zuzuschreiben und eine auf mehr Drehmoment im unteren Bereich getrimmte Charakteristik.
Wegen des unmittelbar hinter der Sitzbank endenden Heckteils und des mächtigen seitlichen Schalldämpfers werden Sozius-, Touren- und Alltagstauglichkeit wohl etwas leiden, die Abkehr vom bisherigen Konzept der Tiger offenbart sich also
in der Rückansicht genauso deutlich wie von vorn. Manch einer mag diese Abkehr bedauern, doch sie ist konsequent. Wer einen Tourer will, ist mit der Sprint ST sicherlich besser bedient als
mit der alten Tiger. Und auf Geländetauglichkeit hatte schon diese keinen großen Wert gelegt.
So entschieden sich die Tiger zum flotten Eckenwetzen bekennt, so unverblümt zeigt auch die Touring-Rocket ihr Anliegen: mit sehr viel gelassener Kraft auf weite Reisen gehen und ihrer Besatzung dabei den größtmöglichen Komfort spenden. Im Gegensatz zur Tiger steht der Name dieses Projekts noch nicht fest; englische Journalistenkollegen nennen sie in Anlehnung an einen legendären zweirädrigen Straßenkreuzer die Rocket Gold Wing. Womit zumindest klar ist, dass es sich um einen Luxustourer auf Basis der Rocket III handelt, ein Vorhaben, zu dem sich Triumph schon seit Längerem bekennt. Aber mehr auch nicht. Deshalb basiert die Zeichnung der Touring-Rocket weitaus stärker als die schon fest umrissene Tiger auf Mutmaßungen, die jedoch durchaus plausibel erscheinen. So führt das markante Gesicht des Dampfers mit dem 2,3-Liter-Dreizylinder die mit der Trophy 1200 begonnene und in der Sprint ST wieder aufgenommene Linie fort, betont also eine Tradition von Triumph-Tourern.
Laufen die bisherigen Rocket-Modelle nach hinten relativ schlank aus, so nutzt der Großtourer das Platzangebot, welches ihm 1690 Millimeter Radstand verschaffen, für einen geräumigen Beifahrer- und Gepäcktransportaufbau. Wie bei der Gold Wing, der sie hauptsächlich
auf amerikanischen Straßen den Rang
abcruisen soll. Doch wer weiß? Auch
in Deutschland feiert die
Rocket größere Erfolge, als es sich Triumph
je hätte träumen
lassen.

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