Triumph Rocket III Touring

Touristischen Vorgaben entspricht die massige Triumph Rocket III Touring schon eher. Sie besitzt neben Quadratmetern von Chrom serienmäßig Packtaschen, eine Windschutzscheibe, einen breiten Sattel und Druck ohne Ende. Der Motor schiebt aus den Serpentinen so unerbittlich voran, dass die Tachonadel kaum hinterherkommt. In der Spitze ist die Kraft zwar nicht grenzenlos, im alpinen Straßennetz aber mehr als ausreichend.

Leider ist der Preis für den gewaltigen Schub hoch. Was seine Dimensionen angeht, könnte der 2,3 Liter große Reihen-Dreier auch einen passablen Traktor antreiben. Massen, die immer und überall präsent sind, ob beim Rangieren auf dem Hotelparkplatz, in den Spitzkehren zum Galibier hinauf oder auf der breiten, aber welligen Straße des Lautaret. Wer sich einmal verschätzt, hat alle Hände voll zu tun, die acht Zentner wieder ein-zufangen. Und harte Bremsmanöver den Pass hinunter sind ebenfalls eine heikle Angelegenheit.

Unten im Tal fühlt sich der Reisedampfer wohler. Dort sind die Straßen überschaubar und eben, lässt sich der Tourer-Riese ganz ordentlich dirigieren. Die im Vergleich zur Ur-Rocket dezente Bereifung entwickelt ein weniger stark ausgeprägtes Eigenleben. Und die Trittbretter erlauben immerhin so viel Schräglage, dass die Triumph im Konvoi nicht zum Bremsklotz wird. Anders als der luxuriös logierende Pilot muss sich der Beifahrer auf dem knappen Heckpolster allerdings mit einem Notsitz begnügen. Am Ende reicht es in diesem bunten Feld nur zum vierten Platz.

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