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Mitten im andalusischen Niemandsland darf PS-Redakteur Robert Glück die neue Triumph Street Triple R testen.

Das Naked-Bike von Triumph Triumph Street Triple R

Ein Update soll die Pole Position der britischen Straßenkämpferin sichern. Mit welchen frischen Zutaten versucht es Englands Nackte?

Die einen werden ihn vermissen, die anderen hat er schon immer genervt - die Rede ist vom Heckauspuff der alten Triple. Dieser ist nun Vergangenheit, Triumph verlegt beim 2013er-Modell die Abgasführung unter die rechte Fahrerfußraste und spart damit auch noch satte 3,6 Kilo Gewicht. Wo wir grad beim Abspecken sind: Räder, hintere Bremse, neue Schwinge, Rahmenheck - wiegt alles weniger als zuvor, insgesamt purzelten 6 Kilogramm. Die Gabel ist nun ein halbes Grad steiler angestellt, mit 52 zu 49 Prozent lasten nun drei Prozentpunkte mehr auf dem Vorderrad als bei der 2012er-Streety. Im Fahrbetrieb sind diese Neuerungen kaum zu spüren, auch der Motor wurde fast unverändert übernommen. Wozu auch etwas an dem nahezu perfekten Triebwerk ändern? Noch immer führt es mit seinem breiten Drehmomentplateau und seiner ausgesprochenen Drehfreude zu weit nach oben gezogenen Mundwinkeln. Der pfeifende Sound tut dabei ein Übriges - sofern man darauf steht.

Beim Fahrwerk indes lässt sich über Geschmack schlecht streiten. Rückmeldung über den Straßenzustand und Stabilität sind nach wie vor überzeugend. Lob gebührt auch den famosen Nissin-Kneifern, die in der Testmaschine auch ohne das 400 Euro teure ABS eine prima Vorstellung ablieferten. Dem Unbedarften sticht natürlich das neue Design mit den rot abgesetzten Teilen sofort ins Auge, beim Fahren mag ihm vielleicht noch der länger übersetzte erste Gang auffallen. Ob einem nun der schwerpunktgünstigere neue Auspuff im Stil der Honda Hornet 600 gefällt oder nicht - geschenkt. Rundkursfans werden sich über den mittels dreier Schrauben schnell zu entfernenden Kennzeichenträger freuen. Und alle anderen über ein gelungenes Update eines gelungenen Bikes.

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Foto: Triumph
In engen Passagen auf schmalen Straßen ist die kleine Triple in ihrem Element.
In engen Passagen auf schmalen Straßen ist die kleine Triple in ihrem Element.

Kurzurteil / Technische Daten

Kurzurteil

Positiv
● Endlich mit ABS erhältlich
● Brillanter Dreizylinder
● Wieselflinkes und stabiles Fahrwerk mit klasse Feedback
● Leichter als die Vorgängerin
● Hängt spontan am Gas
● Kräftige Bremsen

Negativ
● Nix für Große
● Kostet mit ABS und Nebenkosten fast 10 000 Euro
● Neuer Stummelauspuff ist nicht jedermanns Sache

Technische Daten

Motor: Dreizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum: 675 cm³
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe/Kette
Leistung: 78 kW (106 PS) bei 11 850/min
Max. Drehmoment: 68 Nm bei 9750/min
Bremse vorn: Doppelscheibe (Ø 310 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 220 mm)
Reifen vorn: 120/70 ZR 17
Reifen hinten: 180/55 ZR 17
Federweg: vorn/hinten 115/135 mm
Tankinhalt: 17,4 Liter
Farben: Grau, Schwarz, Weiß
Wartungsintervalle: 10 000 km
Preis: 9090 Euro plus Nebenkosten

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