Triumph Street Triple

Foto: Künstle
Triumph hat es verstanden, den Dreizylindermotor aus der supersportlichen Daytona 675 in einen preisgünstigen Allrounder zu verpflanzen und mit den markanten Doppelscheinwerfern optisch auf Speed Triple zu trimmen. Heraus kam die Street Triple, ein 106 PS starkes, drehfreudiges Naked Bike, dem die Ingenieure durch geänderte Nockenwellenprofile mehr Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich zu verleihen versuchten.

Doch was heißt versuchten? Triumph ist es wirklich gelungen, den kehlig heiser fauchenden Drilling so abzustimmen, dass er ab 4000/min locker-flockig die Berge aufwärtsschiebt, aber auch mit Vehemenz bei Drehzahlen von fast 12000/min an der Kette zerrt, als gelte es, das letzte Bergrennen zu gewinnen. Das Fahrverhalten der Street Triple mit dem eines Karts zu vergleichen bringt die Sache auf den Punkt. Extrem handlich, sehr präzise und ganz direkt steuerbar, wird jede Kurve mit der Engländerin zum Genuss. Hart am Limit den Bremspunkt finden, einlenken, in Schräglage das Gas wieder aufziehen, das ist reines Vergnügen. Die zwar nicht einstellbaren, jedoch gut abgestimmten Federelemente vermitteln satten Bodenkontakt. Selbst auf rumpeligsten Straßen stoßen sie kaum an ihre Grenzen, halten die Street Triple stabil auf Kurs. Lediglich das Federbein schlägt bei manch harter Kante schon mal ins Kreuz.

So sportlich sich die kleine Triumph fahren lässt, so lässig und bequem sitzt man auf ihr. Nur die knapp gepolsterte Sitzbank ist auf Dauer etwas hart. Ansonsten taugt die Street Triple auch hervorragend für die betuliche Tour ganz ohne sportliche Ambitionen, wie es sich für einen Allrounder gehört. Gepäckunterbringung ist allerdings wie bei der Duc ein heikles Thema. Und Koffer passen schon gar nicht an die Triumph. Außerdem kann sie mit der knappen Sitzbank in der Soziuswertung nicht punkten. Weshalb sie sich letztlich mit Platz zwei begnügen muss.

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