Erschienen in: 10/ 2015 PS

Bretter-Suzuki GSX-R 1000 im Test beim TunerGP 2015

Brettersche Galeone

Auf alten Schiffen lernt man anscheinend das Segeln. Mit dieser Suzuki GSX-R 1000 von Bretter segelt es sich sogar besonders forsch.

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Wer als Hobby-Racer Augen und Ohren offen hält, kann aufgrund der geringen Nachfrage und des bevorstehenden Modellwechsels eine Suzuki GSX-R 1000 bei vielen Händlern zum günstigen Preis abgreifen. Fragt sich danach nur, mit welchen Mitteln die Kampfkraft der alten Lady geweckt werden kann und ob es beim Renntraining zum Auftrumpfen reichen wird.

Kann die Kampfkraft der alten Lady geweckt werden? Die Bilder in unserer Fotoshow sollten die Antwort liefern können.   9 Bilder

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aus PS 10/2015
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Dass die neue Suzuki GSX-R 1000 in den Startlöchern steht, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Zum Jahr 2016 soll sie endlich kommen, die Gixxer mit wenigstens 200 PS und Elektronik-­Offensive. Es wird allerhöchste Zeit, denn das letzte Attacke-Kommando aus Hamamatsu erklang 2009 und verhallte in der Zwischenzeit im Nichts. Trotzdem steckt Potenzial in der ergrauten Suzi, das Team SERT beweist es in der Langstrecken-WM derzeit wieder mit der Tabellenführung nach drei von vier Rennen.

Wer als Hobby-Racer Augen und Ohren offen hält, kann aufgrund der geringen Nachfrage und des bevorstehenden Modellwechsels eine GSX-R 1000 bei vielen Händlern zum günstigen Preis abgreifen. Fragt sich danach nur, mit welchen Mitteln die Kampfkraft der alten Lady geweckt werden kann und ob es beim Renntraining zum Auftrumpfen reichen wird. Wenn man sich Klaus Bretters Gixxer so anschaut, scheint es wohl zu reichen! Bretter baute die Suzi ursprünglich für die Langstrecke auf. Seiner Meinung nach bietet die Suzuki GSX-R 1000 nicht nur eine gute Basis für Leistungssteigerung, das Motorrad gefällt dem Techniker darüber hinaus aufgrund seiner soliden Mechanik und Schrauberfreundlichkeit.

Verdichtung im Vergleich zur Serie leicht erhöht

Nachdem einer der ursprünglich vorgesehenen Fahrer zu Beginn des Jahres gestürzt war und in Folge dessen das Bretter-Endurance-Projekt nicht durchstarten konnte, steht die Tausender nun eben als Sprint-Motorrad beim TunerGP 2015. Das bedeutet eigentlich nur, dass der Langstreckentank dem konventionellen weichen musste. Mit 181,5 Kilo fahrfertigem Gesamtgewicht beweist die Bretter-Suzuki GSX-R 1000 schon einmal ein fortgeschrittenes Fitnesslevel. Die 2016er-PVM-Räder inklusive Bremsscheiben sparen vorne 1,5 und hinten fast zwei Kilo Gewicht. Außerdem vertraut Bretter bei vielen Zubehörteilen auf Yoshimura. Allein der Kabelbaum des Suzuki-eigenen Haus-und-Hof-Veredlers wiegt fünf Kilo weniger als der originale. Mit von der Partie sind außerdem eine mehrfach justierbare Traktionskontrolle sowie eine einstellbare Motorbremse. Obendrein stammen Steuergerät,  Kopfdichtung mit Schließkeilen, Nockenwellen sowie das Umlenksystem ebenfalls von Yoshimura. Die Verdichtung ist im Vergleich zur Serie leicht erhöht, und die Kurbelwelle wurde feingewuchtet. 

Letztere Umbaumaßnahme merkt man beim Roll-out zuerst, denn der Motor der Bretter-Suzuki GSX-R 1000 läuft wunderbar weich und nahezu frei von Vibrationen. Er zieht schon aus dem mittleren Drehzahlbereich heraus kräftig an, entfaltet seine Leistung insgesamt aber linear und berechenbar. Um 8000/min herum geht´s dann spürbar heftiger zur Sache und der Motor schiebt bis 13.000/min mit Urgewalt weiter! Der Reihenvierer liefert in einem breiten Drehzahlbereich so viel Druck, dass man ohne Probleme auch mal einen Gang höher oder niedriger in derselben Kurve fahren kann. Feingeister stören sich hingegen am leichten „Nickmoment“ beim Gas-anlegen.

"Preis-Leistungsverhältnis bei Arrow stimmt einfach“

In puncto Abgasanlage setzt Bretter auf einen Racing-Krümmer mit Endtopf von Arrow. „Das Preis-Leistungsverhältnis bei Arrow stimmt einfach“, sagt Klaus. Der Prüfstand attestiert jedenfalls 198 PS an der Kurbelwelle und gibt ihm dahingehend recht. Bei eingehender Beschäftigung mit Bretters Endurance-Racer in spe stellt man weniger ausgeprägte Lastwechsel bei reduzierter Motorbremse fest. So lässt sich die Bretter-Suzuki GSX-R 1000 dazu leichter in Kurven hineinbremsen.

In den Radien selbst liegt die Bretter-Suzuki GSX-R 1000 mit ihrem Mupo-Fahrwerk wie ein Brett, und die Ergonomie passt dank des großzügigen Platzangebots optimal zur Langstrecke. Man merkt der Maschine an diesem Punkt dennoch das fortgeschrittene Alter ihrer Konstruktion an. In Sachen Handling benehmen sich Vertreter der aktuellen Superbike-Generation zackiger.

Suzuki GSX-R 1000 gleich Alteisen?

Die Bretter-Suzuki GSX-R 1000 fährt nicht so selbstverständlich „auf der letzten Rille“ übers Vorderrad, drängt tendenziell auf die weitere Linie und kann am Kurvenausgang deshalb nicht ganz so früh ans Gas genommen werden. „Bis zu einem gewissen Punkt funktioniert die GSX-R wirklich gut“, meint auch Arne Tode. Aber wenn du nochmals zwei bis drei Sekunden pushen willst, wird es laut Einschätzung des Ex-Moto2-Piloten schwierig: „Der Motor ist echt super, hat ein breites Drehzahlband, kein Leistungsloch und die Maschine verhält sich sehr bremsstabil. Mir wird die Gabel unten aber zu hart, dadurch fehlt im letzten Drittel das Feedback und Vertrauen zum Vorderrad.“

Die Kurven kann der Profi deshalb nicht so „unterschneiden“, wie er das gerne getan hätte. Bezüglich der Ausfahrt aus dem Omega des Sachsenrings moniert Arne zudem ein etwas zu stark arbeitendes Heck, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sich die Bretter-Suzuki GSX-R 1000 nicht ganz so eng aus der Kurve herausfeuern lässt. Zu diesem Zeitpunkt fährt der Racer bereits unter 1.30 Minuten, was er natürlich nicht direkt gesagt hat. Da muss ein Hobbypilot erst einmal hinkommen. Suzuki GSX-R 1000 gleich Alteisen? Bretters Gixxer wohl kaum!

Video zum TunerGP 2015

Videoreportage vom PS-TunerGP 2015 auf dem Sachsenring.

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15.09.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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