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Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ im Fahrbericht Wieselflinke Vespa mit quirligem Fahrverhalten

Fotofahrten in württembergischen Weinbergen: Mit richtig Schub stürmt ein dunkles Etwas die steilen Hänge hoch. Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ heißt dieser heiß gemachte Roller von "Roller & MotorradBox" aus Stutt­gart.

Untermalt von verdammt dumpfem, erwachsenem Klang, huscht der Rennroller durchs Kurvendickicht. Sein Akrapovic-Auspuff sitzt auf einer armdicken Krümmer-Anakonda. Verwegen zirkelt die Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ durch die Kurven, bis links herum der Ausleger des Hauptständers aufsetzt. Finster kommt dieses Exemplar daher, in Monochrom-Mattschwarz. Kein Chrom, nirgends. Oliver Heda hat seinem privaten Roller einen martialischen Stempel verpasst. Scheinwerferring, Spiegel, Zierleisten, Hebeleien, Lenkergewichte: Alles, was serienmäßig silbern glänzte, wurde durch schwarze, edler gearbeitete Bauteile ersetzt.

Optische Akzente setzen auch elegantere Felgen und der Akrapovic-Topf statt des plumpen Seriendämpfers. Doch der mar­tialisch-böse Look ist nur die Bühne für massive Eingriffe in die Antriebstechnik. Mit der Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ ist man nicht nur gut ange­zogen. Sondern auch gut motorisiert. Drei Sekunden aus dem Stand von null auf 50 sind klasse, so ganz ohne Kuppeln. Der Ampelstart wird zum Ampelsprint. Auf Tempo 100 spurtet die Porco Nero in neun Sekunden, gut drei weniger als eine Serien-300er.

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Variomatik „Multivar 2000“ von Malossi verbaut

Oli, der Vespas als EU-Importe verkauft, hat getunt, was ging. Er verbaute eine Variomatik „Multivar 2000“ von Malossi. Sie umfasst leichtere Gewichte mit anderem Steigwinkel, bei nur je zwölf statt sonst 15 Gramm. Nach längerem Leerweg am Gasgriff geht die Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ ab wie eine wilde Sau: Verstärkte Kupplungsfedern lassen die Variomatik erst bei 3750/min statt serienmäßig rund 1200 Touren einrücken. Deswegen kann man im Stand mit dem Gas spielen, ohne dass der Roller gleich loshechtet. Der heftig vibrierende 282-Kubik-Tuning-Zylinder von Malossi (Serie: 278 cm3) ist an sich für Rennzwecke gedacht. Sein Zylinderkopf mit Ventilkit, ein Power-Luftfilter und neue Software bedingen bessere Beatmung.

Der verstärkte Kevlar-Riemen zeigt sich der viel fülligeren Leistungskurve angepasst. Bislang soll der Tuning-Motor bereits rund 3000 Kilometer im übervollen Stuttgarter Stadtverkehr gelaufen sein. Fürs Verkehrsdickicht prädes­tiniert die wieselflinke Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ das wuselig-quirlige Fahrverhalten. Nur vier Meter Wendekreis, dazu rund sechs Kilo abgespeckt und nur noch 153 Kilogramm leicht, so kommt sie überall durch. Und gut an.

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Schön stabil zieht der Schwarzkittel seine Bahn

Schön stabil, trotz extrem hecklastiger 91 Kilogramm auf dem Hinterrad, zieht die Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ ihre Bahn. Für einen Roller mit kleinen Zwölf-Zoll-Rädern geradezu stoisch. Das liegt an dem Bitubo-Federbein mit Ausgleichsbehälter an der Front. Feinfühlig wie schluckfreudig kommt es bei Fahrbahnverwerfungen oder auf Kopfsteinpflaster nicht wie sonst üblich aus dem Tritt. Das maximal vorgespannte Serienfederbein hinten bringt Balance ins Fahrwerk.

Es bleibt in Schräglage neutral, selbst bei schnellen Wechselkurven. Wow, so gut kann eine Vespa fahren? Lässt man auf üblen Asphaltbuckeln bei Tempo 70 mal den Lenker los, beruhigt sich die gezogene Einarm-Kurzschwinge der Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ sofort wieder, zieht der Lenker sich von alleine wieder in die Spur. Von Lenkerflattern keine Spur. Gut haftende Michelin-Reifen „City Grip“ aus serbischer Produktion laden zum Kurvenräubern ein. Einstellbare Remus-Griffe lassen die Serienbremsen (vorn mit Wave-Bremsscheibe) feinfühlig und mit klarem Druckpunkt zukneifen. All das will Oli bei der nächsten Porco Nero noch toppen – mit Federbeinen vorn und hinten von HH Racetech: „Dann kann man noch besser durch den Großstadtdschungel wuseln!“

Foto: Bilski
Das rockt: Am Hinterrad kommen an der Porco Nero bei gleichem Tempo meist zwischen fünf und knapp sechs PS mehr an als bei einer 300er-Serien-Vespa.
Das rockt: Am Hinterrad kommen an der Porco Nero bei gleichem Tempo meist zwischen fünf und knapp sechs PS mehr an als bei einer 300er-Serien-Vespa.

Messungen und weitere Infos

Das rockt: Am Hinterrad kommen an der Vespa GTS 300 i. e. Supersport „Porco Nero“ bei gleichem Tempo meist zwischen fünf und knapp sechs PS mehr an als bei einer 300er-Serien-Vespa. Prozentual ist das eine Welt, angesichts von maximal 22 PS Hinterradleistung des Tuning-Rollers.

Fahrleistung*
Höchstgeschwindigkeit: 135 (127) km/h
Beschleunigung
0–50 km/h: 3,1 (3,4) sek
0–100 km/h: 9,0 (12,3) sek
Durchzug
50–100 km/h: 6,1 (8,8) sek
60–100 km/h: 5,3 (7,8) sek

*MOTORRAD-Messungen; Werte in Klammern: Serienmodell; ¹Leistung am Hinterrad; Messungen auf dem
Dynojet-Rollenprüfstand 250, korrigiert nach 95/1/EG, maximal mögliche Abweichung ± 5 %

Umbau-Info

Akrapovic-Auspuff 590,00 Euro, Akrapovic-Leis­tungskrümmer 85,00 Euro, Malossi-Variomatik „Multivar 2000“ 148,00 Euro, Tuning-Motor-Kit Malossi 1497,00 Euro, Bitubo-Federbein 260,00 Euro, Felgen 238,00 Euro, Bremsscheibe 129,00 Euro, Lenkergriffe 80,00 Euro, einstellbare Bremshebel 189,00 Euro, Lenkergewichte 28,00 Euro, Zubehörsitz 198,00 Euro, Spiegel 86,00 Euro, Scheinwerferring 38,00 Euro, Schlitzrohre schwarz 57,00 Euro, Aufklebersatz 20,00 Euro, Lack 60,00 Euro, Kleinteile 20,00 Euro; Umbauzeit total: zirka 16 Stunden; Komplettpreis Vespa GTS 300 i.e. Supersport ABS (Basis: 5150 Euro als EU-Import) als Extremumbau Porco Nero mit Serienmotor, Akrapovic-Auspuff und Malossi-Variomatik: 7950 Euro.

Kontakt: Roller & MotorradBox Stuttgart, Oliver Heda, Sankt-Pöltener-Straße 74, 70469 Stuttgart-Feuerbach, Telefon 07 11/27 31 70 22 und 01 51/17 22 23 94, E-Mail: info@roller-motorradbox.de, www.roller-motorradbox.de

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