Limited Edition: Wellbrock-Honda CB 750 Four Klassiker-Umbau einer Honda aus dem Jahr 1972

Mit aufgeblasenem Motor, strammen 90 PS am Hinterrad und großartiger Racing-Optik ist diese Honda CB 750 Four von 1972 trotz ihres reifen Alters jede Sünde wert.

Foto: JKuenstle.de

Benzinhahn auf, Gas zu, Choke gefühlvoll dosieren, Knöpfchen drücken. Brammm, brammm, brammm - mit kernigem Sound rotzt der Vierzylinder sein verbranntes Gemisch durch die knackig-kurze Auspufftröte. Die offene 4-in-2-in-1-Anlage aus dem Ami-Land scheint nur aus optischen Gründen an der Honda zu stecken, zur Geräuschminderung taugt sie kaum. Pure Absicht, schließlich dürfen Oldies auf einschlägigen Veranstaltungen brüllen, was das Zeug hält. Wie bei den “Bikers Classics“ in Spa-Francorchamps/Belgien, wo die aufgemotzte CB 750 Four von 1972 dieses Jahr ihr Racing-Debüt feierte. „Gegen jüngere Bikes vom Ende der siebziger Jahre, wie beispielsweise eine Kawasaki Z 1000, hast du mit der Honda keine Chance“, verrät Besitzer Wolfgang Wellbrock. „Die etwas älteren Maschinen müssen sich aber gewaltig strecken, wenn sie vorbei wollen.“

Dafür griff der norddeutsche Honda-Händler (www.wellbrock.com) tief in die Technik-Trickkiste. So verbaute er statt serienmäßiger 61er-Kolben fette 67,5 Millimeter große Exemplare. Das ergibt bei unverändertem Hub von 63,0 mm einen Hubraum von 901 cm³ - satte 165 cm³ oder über 22 Prozent mehr als der originale Antrieb mit 736 Kubik. Außerdem änderte Wellbrock die Steuerzeiten und erhöhte die Verdichtung auf über 10:1. „Genauere Angaben dazu mache ich nicht“, grinst er, „jeder Tuner braucht ja sein kleines Geheimnis…“.

Beim Basismotor herrschen keine Heimlichkeiten. Das Triebwerk stammt vom Typ „F2“, der letzten Baureihe der 750er von 1978. Dank größerer Ansaugkanäle und einem geänderten Ventiltrieb drückt der Motor schon serienmäßig einige PS mehr als die älteren Motoren, die mit 67 PS angegeben waren.

In der Racing-Honda rotiert eine um 50 Prozent abgespeckte Kurbelwelle, wodurch der Reihenvierer verdammt fix hochdreht. Eine spezielle Zündung kappt den Saft erst bei stattlichen 9500/min. 90 PS sollen so am Hinterrad der CB ankommen. Macht an der Kurbelwelle knapp 100 Pferdchen - ganz schön stramm für ein knapp 40 Jahre altes Renn-Eisen!

Fahrwerkseitig rüstete der Oldie-Treiber seinen Renner vor allem mit anderen Rädern auf. Vorn steckt statt einer 19-Zoll-Felge ein 18er-Rad in vergleichsweise breitem 2,5-Zoll-Format (Serie: 1,85 Zoll). Auch hinten kommt ein breiteres Rad zum Einsatz: 3,5 statt 2,15 Zoll. Das erlaubt Schlappen in den Dimensionen 100/90 und 140/70. An der sonst serienmäßigen Bremse werkelt eine Pumpe vom legendären Renner RC 30. Schließlich soll die Brems-Performance dem heißen Sound in nichts nachstehen.

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Foto: jkuenstle.de

Technische Daten

Antrieb 
Vierzylinder-Reihenmotor, luftgekühlt, 2 Ventile/Zylinder, 66 kW (90 PS) bei 9500/min am Hinterrad*, Drehmoment: keine Angabe, 901 cm³, Bohrung/Hub: 67,5/63,0 mm, Verdichtung: über 10:1, vier Keihin-Rundschieber-Vergaser, Ø 31 mm, Zündung: Dyno 2000, Mehrscheiben-Ölbadkupplung, klauengeschaltetes Fünfgang-Getriebe

Fahrwerk 
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, Lenkkopfwinkel: 63,5 Grad, Nachlauf: k.A., Radstand: 1450 mm, konventionelle Telegabel, Ø Gabelinnenrohr: 34 mm, Stereofederbeine hinten, Federweg vorn/hinten: 143/85 mm

Räder und Bremsen 
Drahtspeichenräder, Größe vorn/hinten: 2,5 x 18 /3,5 x 18, Reifen vorn: 100/90 V 18, hinten: 140/70 V 18, Bereifung: Bridgestone BT 45, 260-mm-Doppelscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel vorn, 180-mm-Trommelbremse hinten
Gewicht  221 Kilogramm (ohne Benzin)
Preis  zirka 20 000 Euro

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