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Yamaha MT-09 Street Rally ABS im Test Ein bisschen Plaste hier, ein wenig Elaste dort

Kaum hat Yamaha mit der derzeit ausverkauften MT-09 nach langer Durststrecke wieder einen richtigen Knüller im Modellprogramm, legen die Japaner nach: Ein bisschen Plaste hier, ein wenig Elaste dort, schon mutiert die Standard-MT-09 zur Street Rally.

Die Elaste beschränkt sich bei der Yamaha MT-09 Street Rally auf die Sitzbank. Mit 849,5 Millimetern (Yamaha nimmt es in diesem Punkt offenbar sehr genau) ist das Sitzmöbel exakt 34,5 Millimeter höher als die Standardvariante. Laut Yamaha soll die Sitzhaltung damit in Richtung Supermoto gehen. Tatsächlich sitzt man aktiver als auf der Standard-MT, aber keineswegs unbequemer. Allenfalls Kurzbeinige kommen nun eher ins Straucheln.

Deutlich auffälliger sind die Plaste-­Applikationen der Yamaha MT-09 Street Rally. Während sowohl die Startnummerntafel-Imitate als auch die Verkleidungen von Tank, Motorschutz und Gabel durchaus auf allgemeines Wohlwollen stoßen, scheiden sich an der doch recht indezenten Lenkerverkleidung die Geister, wobei die Zustimmung bei der jüngeren Generation höher liegt als bei ­Älteren. Was vielleicht damit zusammenhängt, dass das brettartig flache Kunststoffgebilde mit ein wenig Fantasie an die immer wieder neue Formen annehmenden ­Figuren aus der Filmreihe „Transformers“ ­erinnert.

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Durchschlängeln ist mit der Yamaha MT-09 Street Rally schwierig

Unabhängig von der Optik hat das in zwei Handprotektoren endende Flügelwerk zwei Seiten: eine positive, denn Regen und Kälte werden einigermaßen erfolgreich von den Händen ferngehalten, und eine negative. Mit 942 Millimetern ist die Gesamtbreite der Yamaha MT-09 Street Rally um stramme 127 Millimeter größer als bei der normalen MT-09. Was im Stadtverkehr des Öfteren das Durchschlängeln zur Pole Position verhindert.

Technisch hingegen ist die Yamaha MT-09 Street Rally mit der Basis identisch. Was grundsätzlich kein Fehler ist, schließlich ist der famose Dreizylinder ein Freudenspender vor dem Herrn: durchzugsstark, drehfreudig, dabei kultiviert und sparsam. Lediglich die Lastwechselreaktionen sowie die besonders im A-Modus sehr ruppige Gasannahme trüben das Bild ein wenig.

Gemein haben beide Varianten auch das leicht unharmonische Lenkverhalten, welches stetigen Druck am kurveninneren Lenkerende benötigt, um auf Linie zu bleiben. Kein Wunder, beide rollen auf denselben Seriengummis: Bridgestone S20 „M“. Dennoch ist Yamaha mit der MT-09 ein famoses Bike gelungen. Ob allerdings der Kunde bereit ist, stolze 1400 Euro Aufpreis in eine Handvoll Plastikteile für die Yamaha MT-09 Street Rally zu transformieren, das muss sich erst noch zeigen.

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Technische Daten MT-09 Street Rally

Technische Daten Yamaha MT-09 Street Rally (RN29)
Modelljahr 2014
Motor
Zylinderzahl, Bauart 3 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 78,0 / 59,1 mm
Hubraum 847 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 11,5
Leistung 84,6 kW ( 115,1 PS ) bei 10000 /min
Max. Drehmoment 88 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Brückenrahmen
Federweg vorn/hinten 137 mm / 130 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 180/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 298 mm Vierkolben-Festsättel / 245 mm Einkolben-Schwimmsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1440 mm
Lenkkopfwinkel 65,0 °
Nachlauf 103 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 365 kg
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
Preis
Neupreis 8895 Euro

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