20 Bilder

Yamaha X-Max 250 ABS im Test Straffe Dämpfung, satte Kurvenstabilität

Für Leute, denen der erfolgreiche Tmax zu groß, zu schwer oder schlicht zu teuer war, schob Yamaha 2006 den 250er nach. Frisch geliftet muss sich der Yamaha X-Max 250 ABS nun unserem Test unterziehen.

Bekanntermaßen schickte Yamaha sich an, mit dem anno 2000 debütierenden Tmax die Eckdaten der Rollerwelt in puncto Fahrdynamik neu zu definieren. Die Gleichung Roller gleich wabbelige Schaukelstühle für gemütliche Zeitgenossen gilt seither zumindest bei Yamaha nicht mehr.

Für Leute, denen der erfolgreiche 500er zu groß, zu schwer oder schlicht zu teuer war, schob Yamaha 2006 den Yamaha X-Max 250 nach. Auch wenn er mit seiner Triebsatzschwinge konventionell aufgebaut ist, trägt er die ­Gene des Tmax in sich: Sportlich straffe Fahrwerksabstimmung, reichlich Luft unter den Trittbrettern, knackige Bremsen sowie ein präzises Fahrverhalten gepaart mit hochwertiger Verarbeitung zeichnen auch den X-Max 250 aus. Zumindest weitgehend.

Anzeige

Handhebel nicht einstellbar, Steckdose fehlt

Für 2014 wurde der Yamaha X-Max 250/ABS geliftet, die vormals eher rundliche Karosserie wich einem Kleid mit echten Ecken und klaren Kanten. Darunter blieb er ganz der Alte, doch widmen wir uns erst dem Äußeren. Durch die rundweg wertige Anmutung und hohe Verarbeitungsqualität fallen die beiden windigen Deckel der beiden Fächer in Beinschild (eines davon abschließbar) erst richtig auf. Ansonsten gibt es diesbezüglich keine Klagen. Eine Etage höher informiert das digitale Cockpit. Neben Tempo und Drehzahl weiß es auch, wie spät und wie warm es ist, es informiert über den Durst des Zweiventilers und noch einiges mehr.

Alle Infos lassen sich bequem vom Lenker aus abrufen. Die Handhebel sind beim Yamaha X-Max 250 nicht einstellbar, auch eine Steckdose fehlt. Die Sitzbank ist sehr, sehr straff gepols­tert. Durch die hohe Stufe und die schma­len und vorn steil ansteigenden Trittbretter ergibt sich eine unverrückbare Sitzposition, die sich zumindest beim langbeinigen Autor dieser Zeilen recht schnell mit schmerzendem Steiß unangenehm bemerkbar machte. Zudem muss man die Knie, wenn sie im Windschatten der schmalen Verkleidung ruhen sollen, recht eng zusammendrücken. Im unbeleuchteten Fach unterm Sitz verschwinden trotz recht schlanker Karosserie locker zwei ausgewachsene Integralhelme plus Kleinkram.

Anzeige

Dem Yamaha X-Max 250 ABS liegt zugiges Fahren

Wenig Überraschungen bietet der altbekannte Zweiventil-Antrieb. Mit 20 PS ist er kein Muskelprotz, läuft auch recht rau, treibt den Yamaha X-Max 250/ABS aber auf bis zu 125 km/h. Derart gefordert genehmigt er sich 3,7 Liter, im Cruising-Mode kommt er mit 3,0 Litern aus. Doch zügiges Fahren liegt ihm eindeutig mehr, das leichtfüßige Handling, die straffe Dämpfung und die satte Kurvenstabilität entschädigen für den leicht nervösen Geradeauslauf.

Das Aufstellmoment beim Bremsen in Kurven hält sich in Grenzen. Mit jeweils zwei Fingern kräftig gezogen, lässt sich der Yamaha X-Max 250 zusammenbremsen, das ABS regelt mit recht langen Intervallen.

Was sonst noch auffiel: Fernlicht ist super, Abblendlicht passabel, Rückspiegel gut, Scheibe laut, und auf den Hauptständer hüpft er fast von allein. Unterm Strich ist der Yamaha X-Max 250 ABS für 4795 Euro ein reelles Angebot für Scooter-Freunde, die es handfester mögen. Ganz Harte sparen sich 400 Euro und das ABS.

Foto: fact
Yamaha X-Max 250 ABS im Kompakt-Test.
Yamaha X-Max 250 ABS im Kompakt-Test.

Technische Daten

Motor: Einzylinder-Viertakt-Motor, eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Fliehkraftkupplung und Variomatik.

Bohrung x Hub: 69,0 x 66,8 mm

Hubraum: 249 cm³

Nennleistung: 15 kW (20 PS) bei 7500/min

Max. Drehmoment: 21 Nm bei 6000/min

Fahrwerk: Stahlrohrrahmen, Telegabel, Ø 35 mm, Triebsatzschwinge, zwei Federbeine, direkt angelenkt, Scheibenbremse vorn, Ø 267 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, ABS.

Alu-Gussräder: 3​.50​ x 15; 3​.75​ x 14

Reifen: 120/70-15; 140/70-14

Maße und Gewichte: Radstand 1545 mm, Federweg vorn/hinten 110/85 mm, Sitzhöhe 785 mm, Gewicht vollgetankt 185 kg, Zuladung 168 kg, Tankinhalt 13,2 Liter.

Garantie: zwei Jahre

Farben: Grau, Schwarz, Weiß

Preis/Nebenkosten: 4795 Euro/zirka 180 Euro

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote