Yamaha WR 450 F

47 PS*, 118 kg*, 8795 Euro

Vor Jahresfrist stellte Yamaha die WR-Modelle auf eine ganz neue technische Basis, ersetzte den bisherigen Stahlrahmen durch die Alu-Version der Motocross-Bikes des Hauses. Verständlich, dass die Enduros für diese Saison unangetastet bleiben. Zumal die Anpassung an das Enduro-Metier mit geänderten Nockenwellen, E-Starter, 18-Zoll-Hinterrad, größerem Tank, modifiziertem Getriebe, weicherer Fede-rungsabstimmung und leiserem Schalldämpfer aufwendig betrieben wird. Wobei – ähnlich wie bei der Kawasaki KLX 450 R – erstaunt, wie weit sich die Enduro nach dieser Kur charakterlich von den Wurzeln des Motocross-Basismodells entfernt.
Im unteren Drehzahlbereich tritt der Fünfventiler außergewöhnlich zahm an, dreht anschließend zwar willig, aber blutleer hoch, um – nicht weniger nervig – beim Gaswegnehmen ein vom Motocross-Modell völlig unbekanntes, starkes Brems­-moment zu entwickeln. Der Grund der Trägheit liegt wohl im auffallend leisen, für den Gasstrom sehr restriktiven Schalldämpfer. Immerhin reagiert die weiche Federung auf ungehobeltem Geläuf äußerst sensibel, findet in Kombination mit dem sanften Motor überall Grip. In engen Kehren lässt sich die Yamsel durch die nach dem Modellwechsel vergrößerte Vorderradlast präzise steuern. Wobei die starke Motor­bremse die weiche Front beim Last­-wechsel zusätzlich einknicken lässt und damit nicht selten die runde Linie verhagelt.

Fazit: Was das formidable Yamaha-Motocross-Modell kann, müsste die WR auch können. Doch der restriktive Auspuff erstickt ihr Potenzial im Keim. Schade

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