Youngtimer-Test: Honda Honda Cn 250 Helix

Seinen Namen hat der Helix (= Spirale) aus dem Griechischen. Er besticht zwar nicht mit italienischem Chic, glänzt aber seit 1990 in Deutschland mit japanischer Zuverlässigkeit. Das kommt Ihnen spanisch vor? 2Räder übersetzt.

Foto: Hartmann

Omas Ohrensessel muss bekanntermaßen immer wieder als Synonym für maximale Bequemlichkeit herhalten. Hier nicht. Auch wenn kaum ein anderer Roller dieses höchste Lob je so verdient hätte, wie der Helix. Der an einen amerikanischen Straßenkreuzer auf zwei Rädern erinnernde Honda verwöhnt Fahrer und Beifahrer mit zum Cruisen einladendem Komfort der Extraklasse: viel Beinfreiheit, weiche, üppige Sitzplätze, guter Windschutz durch die hohe, steil stehende Scheibe. Länge läuft bekanntlich, und zwar gut geradeaus. Weil der Blechpress-Stahlrohrrahmen jedoch auf welligem Untergrund leicht zum Verwinden neigt, leiden die Zielgenauigkeit und die Geradeauslaufstabilität. Auch Seitenwind lässt den Helix leicht aus dem Ruder laufen. Erstaunlich fällt hingegen das Handling des Honda-Sofarollers aus: Der 250er lässt sich willig durch Kurven zirkeln und bietet gar ordentliche Schräglagenfreiheit für zügige Gangart.

Allzu sportliches Tempo ermöglicht der kultivierte, durchaus kräftige Viertaktmotor allerdings nicht. Beim Ampelstart kommt die Automatik etwas verzögert in die Gänge, flotte Autobahnfahrten werden oberhalb von 100 km/h zäh, mit 113 km/h Spitze sind LKW-Kolonnen nur mühsam zu passieren. Gemäßigte Gangart mag der Helix ohnehin lieber, sein Verbrauch pendelt sich dann bei knapp vier Litern ein, was ihm eine Reichweite von immerhin etwa 300 Kilometern beschert. Für die Besatzung kein Thema - die sitzt das auf einer Backe ab. Das Gepäck oder die Einkäufe nach einem Stadtbummel lassen sich bestens im großen Heck-Staufach unterbringen. Seiner Zeit voraus war der Helix nicht nur in Sachen Komfort, auch heute übliche Features wie Feststellbremse und Digital-Cockpit konnte der CN 250 schon 1990 vorweisen. Insofern ist der alte Schwede, pardon, Grieche im Herzen bis zum heutigen Tag jung geblieben.


Kurzurteil:
Positiv

  • Kräftiger, kultiviert laufender Viertakter
  • Top-Sitzkomfort
  • Gute Ausstattung, viele praktische Details, großer Stauraum
  • Verblüffend kurvenwillig
  • Wirksame Vorderbremse


Negativ

  • Mäßige Bremse hinten
  • Zuladung nicht sehr üppig
  • Wenig zielgenaues, zum Taumeln neigendes Fahrwerk
  • Über 100 km/h wird es zäh
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Technische Daten

Die Daten:
Motor   Einzylinder-Viertakt
Hubraum   244 cm³
Kraftübertragung   Variomatik/Riemen
Leistung   13 kW (17 PS) bei 7000/min
Max. Drehmoment   21 Nm bei 5000/min
Bremse vorn   Scheibe (Ø 190 mm)
Bremse hinten   Trommel (Ø 130 mm)
Reifen vorn   4.00-12
Reifen hinten   120/90-10
Federweg vorn/hinten   53/110 mm
Tankinhalt   12 Liter, Normal
Farben   Blau, Rot
Wartungsintervalle   6000 km
Preis   5353 Euro (Neupreis 1998)

Die Messwerte:
Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)   113 km/h
Beschleunigung   0−100 km/h 17,5 sek
Durchzug   60−100 km/h 10,9 sek
Gewicht vollgetankt   171 kg
Zuladung   169 kg
Verbrauch Landstraße   4,0 l/100 km

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Fazit

In der Stadt:
Sein ellenlanger Radstand schränkt die Wendigkeit in der Stadt etwas ein. Ansonsten taugt der Helix prima als Cityroller: Die Einkäufe lassen sich im riesigen Staufach unterbringen, dank geringer Sitzhöhe stehen auch Kurzbeinige sicher an der Ampel, die sanft anschiebende Automatik macht Stadtfahrten stressfrei.

Auf der Landstraße:
Einigermaßen ausgebaut sollten die Landstraßen sein, damit der Helix seine verblüffende Handlichkeit und die passable Schräglagenfreiheit ausspielen kann. Grobe Stöße gibt er nämlich an den Fahrer weiter und wird dabei unruhig. Wer keinen sportlichen Ehrgeiz hat, kommt mit den 17 PS des Viertakters locker aus.

Auf der Autobahn:
Stundenlanges Dahingleiten ist die Paradedisziplin des Helix. Fahrer und Beifahrer finden weiche, großzügige Sitzplätze vor, die Scheibe bietet guten Windschutz, der Zwölf-Liter-Tank reicht für rund 300 Kilometer. Trotz 113 km/h Spitze gerät das LKW-Überholen manchmal zum zähen Geduldsspiel.



Abschluss-Zeugnis:
Motor:

Mit markantem Viertakt-Pöttern zieht der Einzylinder den Helix wacker voran, geht maßvoll mit dem Sprit um und läuft sehr kultiviert.
4 von 5 Sternen

Fahrwerk:

Die Federelemente sind bei starker Beladung oder auf welliger Fahrbahn überfordert - der Helix gerät ins Taumeln. Immerhin ist er relativ handlich.
2 von 5 Sternen

Bremsen:

Wer ordentlich zupackt, erntet ordentliche Wirkung von der vorderen Scheibenbremse. Die Trommelbremse hinten ist keine große Hilfe.
3 von 5 Sternen

Ausstattung:

Mit futuristisch-informativem Cockpit, großem Staufach und vielen praktischen Details erweist sich der Helix als angenehm ausgestatteter Begleiter.
4 von 5 Sternen

Komfort:

Viel Beinfreiheit, äußerst bequeme Sitzbank, guter Windschutz, kultivierter Motor - der Helix hat seinen Ruf als Sänfte zu Recht.
5 von 5 Sternen

Einsteigertauglichkeit:

Aufsitzen und losfahren - Automatik-Getriebe, niedrige Sitzbank und unproblematisches Fahrverhalten flößen Anfängern Vertrauen ein.
4 von 5 Sternen

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