Erschienen in: 02/ 2016 MOTORRAD

Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R im Fahrbericht

Cooles, cleanes Cus­tom-Bike

Nur wenige Kilometer vom Stuttgarter Fernsehturm entfernt, im Stadtteil Möhringen, sitzt seit 1973 der bodenständige Yamaha-Händler Zweirad Walz. Bodenständig heißt hier bestimmt nicht bieder: Sie haben als gute Basis eine Yamaha XV 950 R um­gebaut und bei Yamaha Yard Built eingereicht.

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Der Möhringer Yamaha-Händler Zweirad Walz - gegründet vom Vater, verlässlich und kompetent weitergeführt von den beiden Söhnen Christoph und Steffen - hat eine XV 950 R um­gebaut und beim Yamaha Yard Built einge­reicht.

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2 Seiten Fahrbericht
aus MOTORRAD 02/2016
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Clever konstruiert: Bereits 1956, vor 60 Jahren, setzte der Fernsehturm in Stuttgart-Degerloch Maßstäbe: Er war Beginn einer neuen architektonischen Ära im Turmbau. Als erster TV-Turm der Welt gab er die bis heute typische (Stahl-)Beton-Bauweise vor, wurde zu Stuttgarts Wahrzeichen. Nur wenige Kilometer entfernt, im Stadtteil Möhringen, sitzt seit 1973 der bodenständige Yamaha-Händler Zweirad Walz. Gegründet vom Vater, verlässlich und kompetent weitergeführt von den beiden Söhnen Christoph und Steffen. Bodenständig heißt hier bestimmt nicht bieder: Sie haben als gute Basis eine Yamaha XV 950 R umgebaut und bei Yamaha Yard Built einge­reicht.

Mit diesem Programm ermöglicht der zweitgrößte Motorrad-Hersteller der Welt kleinen und kleinsten Customizern, Serienmodelle nach eigenen Vorstellungen um­zubauen. Das Ergebnis von Zweirad Walz kann sich nun wirklich sehen lassen. Dies ist ein verdammt knuspriger Roadster, eine strahlende Erscheinung. Dank badischer Schützenhilfe: Die zwei Stuttgarter Walz-Brüder lernten beim Glemseck101 im September 2014 die Benders-Brüder Raphael und Christian aus Ettlingen kennen. Und die sind beim Thema Tuning von Yamaha-Youngtimern wie SR 500 und TR 1 wie auch der aktuellen Yamaha XV 950 echte Szenegrößen.

Tank sollte ursprünglich gelb lackiert werden

Nun, die Baden-Württembergische Chemie stimmte in diesem Fall von Anfang an. Daher verbaut Walz nun ein Benders’sches „Boltage Racing Kit“ aus handgefertigten Aluminium-Komponenten, das 3900 Euro kostet. Dazu gehören Tank, Höcker und neuer Heckrahmen, Frontfender sowie die Abdeckung des Zahnriemens und Batterieabdeckung. Der von Benders aus mehreren Einzelteilen kunstvoll WIG-geschweißte, grob gedengelte Tank der Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R sollte ursprünglich gelb lackiert werden. Doch beim Abschleifen der Schweißnähte („Das waren allein rund drei Stunden Arbeit“) kam Steffen Walz die Idee einer rein geflexten Oberfläche. Mit ihren strukturierten Mustern ist sie nun eine hochglänzende, ästhetische Angelegenheit. Fünf Schichten Klarlack machen sie auch haptisch zu einer Erfüllung.

Ein Schnappdeckelverschluss krönt den hoch aufragenden Tank. Er fasst voluminöse 22 statt serienmäßig nur zwölf Liter. Aus­geprägte Kanten machen ihn vorn bauchig, hinten schön schmal. Der rundliche Heckhöcker gibt dieser einsitzigen Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R eine neue, schnittige Linie. Edel und elegant. Eigenbau ist der Kennzeichenhalter an einer „frei schwebenden“ Stahlstrebe.

Ein Bilderbuchtag mit einem bildschönen Motorrad

Vorn sorgt ein knackiges Alu-Schild für sportive Optik. Startnummer 95 ist Anspielung auf den Hubraum, so wie früher bei ­einer BMW R 80. Aus der schlanken Silhouette der Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R sticht die extrabreite, kaum gekröpfte Drag Bar-Lenkstange von LSL heraus. Sie bedingt ein feistes Fahrgefühl, breitschultrig und scheinbar unangreifbar. Außer beim Durchschlängeln im äußerst berüchtigten Stuttgarter Dauerstau – da stört sie eher.

Die Füße ruhen mittig auf Fußrasten der Yamaha XV 950 Racer. Das hat was. Top-Sightseeing nämlich: Die Landschaft zieht im Breitwandpanorama an einem vorbei – Rems­tal, Fils­tal, Schurwald. Es ist ein Bilderbuchtag mit einem bildschönen Motorrad. Und das Ende November. Sexy: Schön versteckt sind die Rückleuchten in den hinteren Blinkern, die Frontblinker in die Ausgleichsgewichte des Lenkers integriert. Unter ihm hängen die beiden Spiegel von LSL. Sie bieten sogar ­ordentliche Rücksicht. Okay, das angedeutete Frontschutzblech (wirklich aus Blech) ist bestimmt nichts für Regenfahr­ten. Na und? Dieses coole und cleane Cus­tombike ist ein Show-Bike ohne Allüren. Der (Ex-)Chopper funk­tio­niert manierlich. Ist ja schließlich ein aufopferungsvoller Japaner. 

Funktion und Sinnlichkeit gehen eine gute Synthese ein

Stets springt der Motor der Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R gut an. Punch? Okay. Der luftgekühlte 60-Grad-V2 legt ­heftiger los als jede 883er-Harley-Sportster. Er hat überschaubare 255 Kilogramm vollgetankt anzuschieben. Der V2 bollert und wummert schön sonor aus dem Akrapovic-Auspuff. Sympathisch, dass die qualitativ so hochwertig produzierenden Slowenen ­keine Brüllrohre bauen. Dumpf, aber nicht prollig, ist das ein feiner V2-Schlag. Der vierte Gang tut’s ab Tempo 60, der fünfte ab 70 km/h. Ein ruhiger, aber nicht lethargischer Pulsschlag also, der Rhythmus des Lebens, auch mit nur 52 PS. Die Leistung reicht ein pflegeleichter Zahnriemen ans knubbelige 16-Zoll-Hinterrad weiter.

Dagegen rotiert vorne ein zehn Zentimeter schmaler, aber im Durchmesser gro­ßer 19-Zöller. Nicht besonders üppig fällt die Schräglagenfreiheit aus, erst setzen die Fußrasten, dann ihre Ausleger, schließlich rechtsherum der Schalldämpfer auf. Spätestens jetzt ist dringend Mäßigung angeraten, will man nicht in der Botanik landen. Kurze Federbeine mit progressiv gewickel­ten Federn machen das Beste aus gerade mal 110 Millimetern Federweg. Ihre einst goldenen Ausgleichsbehälter haben die Walz-Brüder kurzerhand mit aufgeschnittenen, schwarzen Whiskey-Dosen von Jack Daniels ummantelt. Relikte von Feiern an lodernden Lagerfeuern?

Jedenfalls knistert der V2 der Zweirad Walz-Yamaha XV 950 R, einmal abgestellt, noch lange vor sich hin. Gut dosierbar ankert die vordere Einzelscheibe, Ehrensache mit ABS. Funktion und Sinnlichkeit gehen hier eine gute Synthese ein. Jeder Stopp zieht Bewunderer auf den Plan. Das Yamaha-Motto stimmt: „Revs your Heart“, beschleunigt deinen Puls. Für ins­gesamt 17.500 Euro, bei rund 8000 Euro Umbaukosten. Einen stilisierten Stuttgarter Fernsehturm gibt es gratis dazu, als Dekor auf dem raffinierten Heckbürzel. Als Zeichen gehobener Ästhetik aus dem Ländle der cleveren Konstrukteure.

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07.01.2016 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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