ZX-9R: alt gegen neu Tschüss, Hallo!

Die ZX-9R ist tot, es lebe die ZX-9R. Nach vier Jahren Dienstzeit geht die »alte« 900er Ninja in den Ruhestand, um der namensgleichen Nachfolgerin Platz zu machen.Kein leichtes Erbe, denn die Vorreiterin ist - für sich betrachtet - ein rundum gelungenes Motorrad ohne nennenswerte Schwächen, aber mit zahlreichen Highlights. Dazu zählen die Durchschlagskraft des Vierzylinders, die für exzellente Fahrleistungen sorgt, das unproblematische Fahrverhalten, das es erlaubt, die gebotene Fahrdynamik angstfrei auszukosten, eine gelungene Grundabstimmung der Federungselemente, die Stabilität und Komfort unter einen Hut kriegt, und schließlich eine ausgezeichnete Bremsanlage, die es dem Fahrer an die Hand gibt, die Bewegungsenergie der knapp fünf Zentner schweren Maschine rasch und kontrolliert zu zügeln.Doch wie heißt es so schön: Das Bessere ist des Guten Feind. Und in der Tat ist die neue ZX-9R mit überraschender Deutlichkeit die bessere ZX-9R. Schon bei der Inbesitznahme der erste Aha-Effekt: ein ganz anderes Motorrad - eine Nummer kleiner, schlanker, leichter - kurzum: vertraueneinflößender. Aber keineswegs unbequemer: In Sachen Sitz- und Federungskomfort schenken sich alt und neu nichts.Das Gefühl unbeschwerter Leichtigkeit setzt sich beim Fahren fort. Ohne den Nachdruck, mit dem die »alte« zu schnellen Richtungswechseln gebeten werden wollte, wuselt die »neue« fast ohne Zutun des Personals durch Wechselkurven, ohne sich von Störeinflüssen - Stichwort: Bremsen in Schräglage - aus der Ruhe bringen zu lassen. Negative Aspekte der exemplarischen Handlichkeit sind allenfalls im Zweipersonenbetrieb zu registrieren: Beim Überqueren von Bodenwellen in hohem Tempo - Situationen, die das Vormodell mit stoischer Ruhe meistert - kommt die Nachfolgerin leicht ins schwimmen.Dafür schwimmt sie schneller - rund 10 km/h -, was weniger auf eine dramitisch gesteigerte Motorleistung als vielmehr auf die neue schlanke Linie zurückzuführen sein dürfte. Viel wichtiger im richtigen Leben sind Kriterien wie Laufkultur, Dynamik im mittleren Drehzahlbereich und klagloser Leistungsbereitschaft in den tiefsten Tiefen des nutzbaren Leistungsbands - und auch da präsentiert sich die neue ZX-9R als würdige - weil bessere - Nachfolgerin.

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