29.03.2007 Von: Stefan Glück
Erschienen in: 08/ 2007 MOTORRAD

Fahrbericht Yamaha X-City 250 Neuer Großrad-Roller


In diesem Artikel: Yamaha X-City 250

Yamaha X-City 250 Großrad-Roller

Die Scheibe bietet guten Windschutz.  

Foto: Yamaha  

Keiner macht, was er soll, jeder tut, was er will, aber alle machen mit. Dieser sattsam bekannte Spruch ist wie geschaffen zur Beschreibung des neapolitanischen Stadtverkehrs, in dessen Gewühl der neue Yamaha Großradler X-City vorgestellt wurde. Denn von außen betrachtet gleicht das Gewimmel auf den meist engen, oft kopfsteingepflasterten und stets hoffnungslos überfüllten Straßen diesem scheinbar unkontrollierten Chaos in einem Heringsschwarm. Alles fließt völlig unkoordiniert und folgt doch zwei schlichten Regeln: keine plötzlichen Aktionen und ein einmal begonnenes Manöver durchziehen. So wird die Sache zumindest berechenbar, bleibt für einen Neuling jedoch höchst adrenalinfördernd.

Gut, wenn der Untersatz nicht auch noch die volle Konzentration erfordert. Dank kompakter Abmessungen passt der X-City selbst durch kleinste Lücken, die großen Räder mit vorne 16 und hinten 15 Zoll Durchmesser führen sicher um die größten Schlaglöcher herum. Oder, wenn es sein muss, auch mittendurch. Wobei die Wellen, Kanten und Absätze, die von der soften Gabel locker geschluckt werden, von der hartleibigen hinteren Aufhängung wieder zurückkommen. Da passt es gut, dass die aufrechte Sitzposition nahe am Vorderrad liegt, wenngleich dies spürbar Beinraum kostet. Und die stark gestufte, komfortabel gepolsterte Sitzbank lässt ein Zurückrutschen nicht zu. Im Fach unter derselben finden allerhand Sachen Platz, mit dem Testhelm ließ sich der Deckel allerdings nur mit Nachdruck schließen. Bei einem Integralhut klappt es gar nicht mehr.

Angetrieben wird der X-City von dem aus Majesty und X-Max bekannten Zweiventil-Eintopf, der nach wie vor ohne Ölfilter auskommen muss. Dafür geht er aufgrund eines modifizierten Mappings der Einspritzanlage spritzig und drehfreudig zu Werke, und in Kombination mit kernigem Klang und gelungener Variomatik-Abstimmung kommt zumindest innerorts kaum der Wunsch nach Mehrleistung auf. Nach weniger allerdings auch nicht. Die Bremsen arbeiten effektiv. Wie der ganze Roller sind sie für jeden Spaß zu haben. Und den gibt’s für 4468 Euro.


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