Einarmschwinge Einarmschwinge

BMW hat diese Möglichkeit der Hinterradaufhängung seit 1980, mit der R 80 G/S, wieder populär gemacht.

BMW hat diese Möglichkeit der Hinterradaufhängung seit 1980, mit der R 80 G/S, wieder populär gemacht. Bekannt und auch im Serienmaschinenbau zu finden waren Einarmschwingen dagegen schon lange vorher: Der deutsche Konstrukteur Ernst Riedel verwendete diese Art der Schleppschwinge schon 1948 bei seinem leichten Motorradtyp Imme, und Moto Guzzi vertraute zwischen 1950 und 1966 beim Modell Galletto ebenfalls auf eine Einarmschwinge.


Gegenüber konventionellen Schwingen mit zwei Schwingarmen sollen sich mit einer Einarmschwinge folgende Vorteile realisieren lassen: Gewichtsersparnis bei gleichzeitig höherer Torsionssteifigkeit und denkbar einfacher Hinterradaus- und -einbau. Bei der BMW R 80 G/S zum Beispiel nennt der Hersteller zwei Kilogramm Gewichtsersparnis gegenüber einer normalen Doppelarmschwinge bei 50 Prozent höherer Torsionssteifigkeit.

Das heißt, die Verwindung der Schwinge, wie sie vor allem in Schräglage verstärkt auftritt, ist um die Hälfte geringer. Zusammen mit einem Federbein, konventionell am Schwingenarm angelenkt oder zentral angeordnet und über ein Hebelsystem betätigt, helfen Einarmschwingen bei der Reduzierung der ungefederten Massen am Hinterrad.


Für Motorräder mit Gelenkwellenantrieb, wo der rechte Schwingenarm zur Wellenaufnahme stärker dimensioniert werden muß, bieten sich Einarmschwingen als ideale Lösung der Hinterradaufhängung an. Bei Langstreckenrennmaschinen zählt vor allem schneller Radwechsel (Befestigung mit Zentralverschluß) als Vorteil der Einarmschwinge.

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Einarmschwinge der BMW-Boxermodelle, aus torsionsfestem, nahtlos gezogenem Stahlrohr. Schwingenlagerung in einstellbaren Kegelrollenlagern

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Einarmschwinge der Imme R 100, Baujahr 1949

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... und Honda VFR 750 R mit Kettenantrieb

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Einarmschwinge von Honda NTV 650 R mit Kardanantrieb ...

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