Fahrwerk optimieren (Archivversion) Wackelkandidaten

Es wackelt, rüttelt und rührt? Klar, Motorräder leben. Aber mancher Tick ist zu viel. Unsere Tipps und Tricks fürs Optimieren von Gabel und Federbein.

Die Telegabel, so tönte es vor gut einem Vierteljahrhundert aus den Werkshallen der Rimineser Edelschmiede Bimota, sei eine Fehlkonstruktion. Es werde Zeit, eine neue, wirklich durchdachte Lösung zu finden. Damit war die eigenwillige Tesi mit ihrer noch eigen­willigeren Radnabenlenkung geboren. Doch der revolutionäre Aha-Effekt blieb aus. Technisch galt die Konstruktion als anfällig, man klagte über zu große Fertigungstoleranzen, Hochgeschwindigkeitspendeln und Aufschaukeln beim Beschleunigen.
Bimota stand nicht alleine da. Projekte, der Telegabel den Garaus zu machen, gab es viele – bekanntester Flop wurde die Achsschenkellenkung der Yamaha GTS 1000 A. Deutlich erfolgreicher hingegen die BMW-Ansätze. 1993 stellte die Münchner Marke die neue Boxergeneration mit Telelever-Front vor. Bis heute ist diese Form der Vorderradführung charakteristisch für die meisten Boxer-Typen. Bayerns Nein zur Telegabel wurde nochmals nachdrücklich mit der neuesten K-Generation von 2004 unterstrichen, die mit der auf den Namen Duolever getauften Frontpartie ans Prinzip der alten Hossack-Gabel von 1979 anknüpfte.
Bislang konnte sich die Telegabel also behaupten, ist technisch auf einem sehr hohen Niveau angekommen. Woran es allerdings immer wieder hapert, ist die Abstimmung des kompletten Fahrwerks auf die eigenen Bedürfnisse: Stimmt die Vorspannung, was bewirkt die Veränderung von Zug- und Druckstufendämpfung, welche Ursachen gibt es für ein unruhiges, zu straffes oder zu weiches Fahrwerk? Auf den folgenden Seiten nehmen wir uns deshalb ganz gezielt Front- und Heckfederung vor, zeigen, welche Einstellungen dort gemacht werden, welche Pflegemaßnahmen sinnvoll sind und stellen außerdem passendes Zubehör vor.

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