Fahrwerks-Workshop von Werner Koch Glossar

Federung: Die Federn verbinden die ungefederten Massen (Räder...) mit den gefederten (Tank,
Rahmen...). Die Federrate oder -härte gibt an, wie viel Kraft nötig ist, um die Feder einen Zentimeter
zu komprimieren. Das hängt ab von der Dicke des Stahls, dem Durchmesser und der Anzahl der Wicklungen. Lineare Federn sind gleichmäßig gewickelt, ihre Rate bleibt über den gesamten Weg gleich. Progressive verfügen über unterschiedlich enge Wicklungen, sind im ersten Bereich weicher, im weiteren nach dem Kontakt einzelner Wicklungen härter.
Federbasis: wird oft auch als »Vorspannung« bezeichnet. Verstellt man die Federbasis über Rändelmuttern, wird der Negativfederweg beeinflusst.
Mehr Vorspannung reduziert den Negativfederweg. Das ist, grob gesagt, der Ausfederweg, wohinge-
gen sich der Positivfederweg als Einfederweg verstehen lässt.
Dämpfung: ist eine ölige Sache. Öl in der Gabel und dem Federbein wird von einer in eine andere Kammer gedrängt, und zwar durch ein Nadelventil und dünne Federstahlplättchen, die so genannten Shims. Das lässt sich das Öl nicht widerstandslos gefallen. Es setzt der Bewegung, die es in Bedrängnis bringt, eine Kraft entgegen. Das Öl dämpft so die Bewegung der Feder. Sowohl beim Einfedern (Druckstufe) als auch beim Ausfedern (Zugstufe).
Druckstufe: Sie unterstützt die Federkraft und wirkt sich auf die Einfedergeschwindigkeit aus, darauf, wie schnell es die Feder auf einen Schlag zusammenstaucht. Mehr Druckstufe bringt mehr Härte, mehr Feedback, weniger Komfort.
Zugstufe: Sie wirkt der Federkraft entgegen, verhindert also, dass die Feder sich nach einer Kompression ungehindert und damit zu schnell wieder auf volle Länge dehnt. Denn das Ausfedern soll kontrolliert und sämig vonstatten gehen, damit das Motorrad nach Bodenwellen nicht ins Pumpen kommt und nachschwingt.
Klicks: Sie bestimmen die Dämpfung. Um herauszufinden, wie die Dämpfung eingestellt ist, dreht man mit Werkzeug oder per Hand den entsprechenden Knopf vorsichtig bis auf Anschlag nach links – und merkt sich die Zahl der Klicks. Hernach anders
herum, wieder bis zum Anschlag. So findet man zum Beispiel heraus, dass man die Zugstufe 14 von 40 Klicks zu hatte. Die Gesamtzahl der Klicks entspricht allzu oft leider nicht dem effektiven Einstellbereich, also dem Bereich, in dem das Auf und Zu tatsächlich Wirkung zeigt. Diesem nutzbaren Bereich muss man sich Klick für Klick nähern. Einmal drehen, probieren und so weiter.
Öl: steckt in der Gabel, steckt im Dämpfer, dick
oder dünn. Je dickflüssiger, je höher die Viskosität,
desto härter reagieren Druck- und Zugstufe. Mehr
Öl bedeutet in der Gabel weniger Luftpolster und eine höhere Durchschlagreserve. Unter Umständen aber reagiert die Gabel dann bockiger.
Balance: hat weniger was damit zu tun, ob die
Maschine umfällt oder nicht, sondern damit, dass die Abstimmung von Gabel und Federbein zusammenpassen muss. Front und Heck haben in der Grundhärte zu harmonieren, auf dass die Maschine nicht vorne, weil sehr hart, herumzappelt, während sie hinten einknickt wie ein hüftkranker Schäferhund.

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