Fahrwerksschwingungen Fahrwerksschwingungen

Die Fahrdynamik von Motorrädern ist gekennzeichnet durch Bewegungen um die Längs-, Quer- und Hochachse des Fahrzeugs.

Die Fahrdynamik von Motorrädern ist gekennzeichnet durch Bewegungen um die Längs-, Quer- und Hochachse des Fahrzeugs. Bei Kurvenfahrt führt das Motorrad eine Bewegung um die Längsachse aus (Rollen). Brems- und Beschleunigungsvorgänge neigen das Fahrzeug um die Querachse (Nicken). Lenkbewegungen schließlich versetzen es in Bewegung um die Hochachse (Gieren).

Zudem bewegt sich die Vorderradaufhängung gegenüber dem Chassis um die Lenkachse. Eine häufig auftretende Resonanz des Vorderradsystems ist das Flattern. Dieser Effekt tritt im Geschwindigkeitsbereich zwischen 40 und 90 km/h auf. Flattern (auch Shimmy-Effekt) ist eine hochfrequente Lenkerschwingung. Sie liegt im Bereich von neun Hertz, also von neun Lenkausschlägen nach jeder Seite pro Sekunde. Flattern ist eine relativ unproblematische, wenn auch lästige Erscheinung.


Sie läßt sich durch festen Zugriff an den Lenkerenden schnell dämpfen. Zudem sollte das Fahrzeug den kritischen Geschwindigkeitsbereich umgehend verlassen. Das beste Mittel ist Bremsen. Heftiges Beschleunigen, zumal über Bodenwellen, kann den Effekt verstärken. Pendeln ist dagegen eine Schwingung des gesamten Fahrzeugs plus Fahrer. Es ist gekennzeichnet durch Bewegungen des Lenksystems und des Fahrwerks.


Diese Schwingung tritt bei Geschwindigkeiten jenseits von 130 km/h auf und ist relativ niederfrequent. Das Pendeln vollzieht sich im Bereich von drei Hertz, also von drei Schwingungsausschlägen pro Sekunde nach jeder Seite. Zu den Bewegungen des Vorderbaus um die Lenkachse gesellen sich Roll-, Nick- und Gierschwingungen des gesamten Fahrzeugs.


Hochgeschwindigkeitspendeln wird durch Bodenunebenheiten angeregt und von Fahrwerkinstabilitäten begünstigt. Es bedroht entschieden die Fahrsicherheit und ist schwieriger zu beherrschen als das Flattern. In jedem Fall muß das Tempo bereits bei den ersten Anzeichen von Fahrwerkpendeln unmittelbar gedrosselt werden. Beim Beschleunigen nimmt die gefährliche Schwingung in der Regel dramatisch zu. Der Geradeauslauf des Fahrzeugs verschlechtert sich drastisch. Besonders brisant wird das Pendeln in Kurven, weil das Fahrzeug durch periodische Änderungen des Lenkeinschlags und der Schräglage den vorgegebenen Kurs verläßt.

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Foto:

Hoch-, Längs- und Querachse des Motorrads schneiden sich im Schwerpunkt. Der Fahrstabilität sind besonders Schwingungen um die Hochachse abträglich
1: Längsachse
2: Rollen
3: Querachse
4: Nicken
5: Lenkachse
6: Flattern
7: Hochachse
8: Gieren

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