Hells Angels-Dokumentationsfilm "Unter Brüdern" Sehenswerter Rocker-Einblick

"Unter Brüdern" heißt der Dokumentationsfilm von Marcel Wehn, der den Chef des Stuttgarter Hells-Angels Charters über fünf Jahre begleitete. Leider zeigen den sehenswerten Film nur wenige Kinos.

Für die "Bild"-Zeitung war der Streifen schon vor Erscheinen ein "Skandalfilm", und die meisten Kinos wollen "Unter Brüdern" (Premiere 22. Januar in leider nur zehn Kinos deutschlandweit) nicht zeigen. Dabei wurde die Doku über das Stuttgarter Hells Angels-Charter und dessen Chef Lutz Schelhorn nicht nur von ARTE und SWR mitproduziert und aus Mitteln des Bundeskultusministeriums (BKM-Filmförderung) ko­finanziert, sondern ist auch absolut sehenswert.

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Über fünf Jahre begleitete Regisseur Marcel Wehn den Stuttgarter Präsi und Fotografen Schelhorn auf seiner Tour zu befreundeten Chartern quer durch die Republik. Mit einem Foto-Band ("Die letzten Krieger", ISBN 978-3-9812466-4-3, 192 Seiten, 49,80 Euro) will der ein differenziertes Bild der Biker-Bruderschaft zeichnen – was letztlich auch dem Film gelingt.

Warum es gelingt? Weil Wehn sein Handwerk versteht und eine immer spannende, vielschichtige Doku abliefert, die geschickt mit dem Wechsel von Nähe und Distanz jongliert und atmosphärisch dicht das Mit-, Neben- und Gegen­einander von Rockern und dem Rest der Gesellschaft aufzeichnet. Das der Stuttgarter wohlgemerkt, denn kriminelle Tendenzen in der internationalen Rocker­szene leugnen weder Schelhorn noch der Film. Sie wollen nur zeigen, dass es auch anders gehen kann – und das möchte man ihnen zum Schluss gerne glauben.

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