Horex GmbH stellt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens Leere Kassen bei Horex

+++ UPDATE 3.9.14: Statements von Klaus-Peter Schäfer, Leiter Vertrieb und Marketing Horex +++ Hintergründe zur Marke +++ Die Horex GmbH hat am 28. August 2014 beim Amtsgericht Augsburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt.

Foto: Horex

Der Augsburger Motorradhersteller Horex ist zahlungsunfähig. Am 28. August hat Horex beim Amtsgericht Augsburg den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht.

Der Geschäftsbetrieb laufe in vollem Umfang weiter, heißt es in der Pressemitteilung.  Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Rechtsanwalt Rainer U. Müller von anchor Rechtsanwälte in Augsburg eingesetzt. Die Gehälter der rund 30 Mitarbeiter sind bis 31. Oktober durch das Insolvenzgeld gesichert, das die Bundesagentur für Arbeit bezahlt.

Das Ziel von Unternehmensführung und vorläufigem Insolvenzverwalter sei ein strukturierter Verkaufsprozess. Dazu würden Gespräche mit möglichen Investoren geführt, so die Mitteilung von Horex. "Ein Investor fängt bei null an. Wir gehen davon aus, dass wir schnell einen Interessenten finden. Wir haben ein gutes Produkt", meint Klaus-Peter Schäfer, Leiter Vertrieb und Marketing bei Horex.

Schäfer nennt einen Grund für die Zahlungsunfähigkeit von Horex: "Die ungeplante Übernahme der Motorenproduktion Ende letzen Jahres hat große Summen verschlungen". Ursprünglich hatte der Motorenhersteller Weber aus Markdorf am Bodensee den Sechszylinder nach Augsburg zugeliefert.

Vor vier Jahren gründeten Clemens Neese und Fritz Rombach das Unternehmen. Für die Anschubfinanzierung stellten die Kreditanstalt für Wiederaufbau und private Investoren Geld zur Verfügung. Der Freistaat Bayern unterstützte Horex mit Fördermitteln in Höhe von 780 000 Euro.

Neese und Rombach kauften die Markenrechte an Horex, einer deutschen Motorradmarke, die Fritz Kleemann 1923 gegründet hatte und die vor allem für ihre Einzylinder-Maschinen wie die Regina bekannt war. Nach einem Boom in den 1950er Jahren und anschließendem Niedergang übernahm Daimler-Benz 1960 die Horex-Werke und löste sie auf.

Das Comeback fand 50 Jahre später statt. Das 2010 neu gegründete Unternehmen Horex entwickelte einen VR6-Motor. Allerdings kam die neue Horex nicht wie angekündigt mit Kompressoraufladung und mehr als 200 PS auf den Markt, sondern ohne Kompressor mit 161 PS. Obendrein wurde der Produktionsstart mehrfach verschoben. Schließlich rollten die ersten Maschinen Ende 2012 aus den Augsburger Hallen. Bis zu 1000 Stück wollte Unternehmensgründer Clemens Neese 2013 bauen, wie er in einem Interview mit MOTORRAD (Ausgabe 4/2012) erklärte.

"Wir haben weltweit bislang rund 400 Motorräder verkauft", sagt Klaus-Peter Schäfer, Leiter Vertrieb und Marketing bei Horex. Laut Kraftfahrtbundesamt sind in Deutschland 156 Horex neu zugelassen worden. Allerdings sollen Sammler in aller Welt nicht zugelassene Motorräder besitzen.

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Technische Daten Horex VR6 Roadster (HX)
Modelljahr 2013
Motor
Zylinderzahl, Bauart 6 , VR-Motor
Bohrung/Hub 68,0 / 55,0 mm
Hubraum 1198 cm³
Ventile pro Zylinder drei Ventile pro Zylinder
Verdichtung 12,5
Leistung 118,0 kW ( 160,5 PS ) bei 8800 /min
Max. Drehmoment 137 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Brückenrahmen
Federweg vorn/hinten 120 mm / 120 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 190/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 320 mm Vierkolben-Festsättel / 264 mm Zweikolben-Festsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1506 mm
Lenkkopfwinkel 66,0 °
Nachlauf 95 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe 820 mm
Zulässiges Gesamtgewicht 450 kg
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Preis
Neupreis 21700 Euro
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Foto: Horex

Die Horex-Pressemitteilung im Original

Originaltext Pressemitteilung: Die Horex GmbH mit Sitz in Augsburg hat am 28. August 2014 beim Amtsgericht Augsburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt. Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht Rechtsanwalt Rainer U. Müller I, Anchor Rechtsanwälte Augsburg, ein.

Der Geschäftsbetrieb der Horex GmbH wird in vollem Umfang weitergeführt. Geschäftsleitung und vorläufige Insolvenzverwaltung arbeiten eng zusammen und haben das gemeinsame Ziel, den Geschäftsbetrieb dauerhaft zu erhalten und das Unternehmen in eine sichere Zukunft zu führen. Um dies zu erreichen, ist ein strukturierter Verkaufsprozess geplant. Hierzu werden in naher Zukunft konstruktive Gespräche mit möglichen Investoren und Kaufinteressenten geführt.

Die Motorradmanufaktur Horex GmbH in Augsburg fertigt und vertreibt mit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit 2012 individuelle Motorräder mit einem exklusiven Sechszylinder VR-Motor. Alle Gehälter sind aktuell gesichert.

Zitat Ende.

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