Gebrauchtberatung Aprilia RSV Mille

Zehn Jahre vor dem V4-Feuerwerk zündete die Italo-Schmiede Aprilia mit der Zweizylinder-Mille die erste Supersportrakete. Wie startet diese als Gebrauchte durch?

Foto: Aprilia
Wenn zurzeit über Aprilia geredet wird, ist ein Motorrad in aller Munde. Die flammneue RSV4 mit ihrem technisch aufwendigen Vierzylinder-V-Motor. Nach der älteren Schwester mit dem 1000er-V2-Aggregat, die nun kurz vor der Rente steht, dreht sich keiner mehr um. Jedenfalls nicht bei einer Neumaschine. Als Gebrauchte könnte die erste Supersport-Generation aus dem italienischen Noale allerdings durchaus zu neuen Höhenflügen ansetzen. Wenn sie beispielsweise als Sammlerobjekt den Weg in Wohnzimmer oder Garagen einschlagen sollte. Voraussetzung dafür ist natürlich ein top gepflegter, unverbastelter sowie sturzfreier Originalzustand. Was gar nicht so leicht zu finden ist: Die Mille wurde und wird häufig ihrem Genre entsprechend als Renneisen auf Rundkursen jeder Art eingesetzt – mit entsprechend sichtbaren Spuren.

Bei der Besichtigung sollte man deshalb stets nach verräterischen Sturz- und Schmauchstellen fahnden: Sind Rahmen, Gehäusedeckel oder Schwinge angeschliffen, ist der Lenkeinschlag beschädigt, wurde die Verkleidung bereits geflickt? All das deutet auf unfreiwilligen Bodenkontakt hin. Ansonsten gibt es gegen den Kauf einer Mille kaum etwas einzuwenden. Technisch überzeugte sie von Anfang an. Das galt für die hervorragende Verarbeitung genauso wie für das tolle Fahrwerk und das Triebwerk, welches Zulieferer Rotax aus Österreich beisteuerte. Nicht zuletzt bewies der V2 im MOTORRAD-Langsteckentest über 50000 Kilometer sein Stehvermögen. Und noch etwas in puncto Ego-Wertung: In manchem Vergleichstest von MOTORRAD stand die Mille vor der heimischen Zweizylinder-Konkurrenz aus Bologna. Ein echter Understatement-Kauf also!

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