Bestseller auf dem Gebrauchtmarkt

Erste Wahl aus zweiter Hand

Ein 650er-Supersportler mit V-Motor und Koffersatz, Kardan inklusive? Aus über 400000 Besitzumschreibungen des letzten Jahres hat MOTORRAD recherchiert, auf was der deutsche Secondhand-Käufer wirklich abfährt und stellt fünf besonders attraktive Modelle ganz unterschiedlicher Art vor.

Foto: Archiv
Von wegen Qual: Der Gebrauchtmarkt bietet die Lust der Wahl.
Von wegen Qual: Der Gebrauchtmarkt bietet die Lust der Wahl.
Natürlich sind es wieder die Bayern, die ganz vorne stehen. Mit rund 7000 Besitzerwechseln im vergangenen Jahr führt die F-650-Reihe von BMW die Hitliste der Gebrauchtverkäufe an. Gleich dahinter scharen sich die üblichen Verdächtigen: Suzukis 600er-Bandit ist ebenso vertreten wie die GS 500 aus gleichem Haus. Hondas CBR 600 F interessiert die Käuferschichten genauso wie Yamahas 600er-Fazer, Diversion und XV 535. Dann erst schieben sich die großen Hubräume heran: Suzuki Bandit 1200, gefolgt von BMW R 1150 GS und Honda CBR 900 RR Fireblade. Diesen Top Ten gelingt es, die 50000er-Marke bei den Gebrauchtkäufen zu knacken. Im weiteren Verlauf der Charts gesellt sich Yamahas R1 mit der Kawasaki ER-5 dazu, steht Suzukis GSX-R 750 friedlich neben der Kawasaki ZX-6R. Alles in allem eine bunte Mischung aus vielen kleinvolumigen Allroundern und kernigen Sportbikes, dazu als Garnitur ein paar Einwürfe aus dem Big-Block-Lager und der Chopper-Szene. Auffallend: Bis auf die Vertreter von BMW scheinen Enduros kaum zu interessieren. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen fünf interessante Maschinen, die rege gehandelt werden. Neu- und Wiedereinsteiger werden da genauso fündig wie der abgeklärte Sportfan, der nach einem neuen Kick sucht. Im Kurzcheck erfahren Sie alle wichtigen Infos. Nur kaufen müssen Sie noch selbst.
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Für flotte Einsteiger: Yamaha XJ 600 S/N Diversion - Der Unimog fürs Wochenende

Stammtischfrage: Was verbindet man mit der XJ 600 Diversion? Antwort – in den meisten Fällen: ein Topcase. Das dürfte Sie als XJ-Interessenten nicht abschrecken. Sie sind pragmatisch veranlagt und wollen stets alles sicher eingetütet haben. Die XJ wird Sie zuverlässig zur Arbeit bringen und Ihnen auf etlichen Tagestouren schmackhafte Kurvenmenüs servieren. Den Griff zum luftgekühlten Four werden Sie genauso wenig bereuen wie den Anbau des Topcase.

Bauzeit: 1991 bis 2003 (N-Version 1994 bis 2003)
Neupreis (1991, 1994):
XJ 600 S 8600 Mark, XJ 600 N 9590 Mark
Bestand: zirka 19800 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 6000 Stück

Marktsituation/Preise: Knapp 20000 Maschinen listet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Bestand, ein Drittel davon wechselte im vergangenen Jahr den Besitzer. Das liegt etwa auf Höhe der aktuellen Scheidungsrate und deutet auf mehrerlei hin. Einerseits trennt man sich
offensichtlich leicht von einer Diversion. Andererseits ist sie leicht unters Volk zu bringen, zudem sinken die Preise auf ein attraktives Niveau – was der potenzielle Käufer goutiert. Das ernsthafte Gefeilsche beginnt bereits bei 1000 Euro (bei hoher Laufleistungen, aber immer noch gutem Pflegezustand) und endet bei knapp 4000 Euro – als junge Gebrauchte mit lückenlosem Scheckheft.

Besichtigung: Lange Bauzeiten bedeuten in der Regel hohe Kilometerleistungen und viele Optimierungen. An der Standfestigkeit des kleinen Fours gibt es allerdings keine großen Zweifel. Auffälligkeiten bestehen unter anderem beim ersten Baujahr durch eine schwache Federbeinaufnahme an der Schwinge sowie ein zu lasches Fahrwerk. Abhilfe bringen Nachrüstfederbeine von White Power oder Hagon sowie ein Gabelstabilisator, progressive Gabelfedern und Gabelöl mit höherer Viskosität. Ein kritischer Blick gilt den Gummidichtungen der Vergaser-Beheizung. Heulgeräusche deuten auf starke Abnutzungserscheinungen an den Getrieberädern hin.

Fazit: Sie ist das, was man unter schnörkellosem Brot-und-Butter-Motorrad versteht. Anfänger und Wiedereinsteiger bekommen mit der verkleideten S-Version und nackten XJ 600 N ein Krad mit hohem Breitbandnutzen. Nicht zu vergessen: Schwächen lassen sich mit überschaubarem Aufwand beseitigen.

Tests in MOTORRAD: 24/1991 (T),
1/1994 (LT), 19/2000 (VT), 23/2002 (TT)

LT=Langstreckentest, T=Test, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen:
Telefon 0711/182-1229

Yamaha XJ 600 S/N: Gebraucht-Check

(XJ 600 N, Modelljahr 2002)

Luftgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor,
599 cm3, Leistung 45 kW (61 PS), Drehmoment 53 Nm, Gewicht vollgetankt 214 kg, Tankinhalt 17 Liter

Messwerte (MOTORRAD 23/2002)
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h; Beschleunigung
0–100 km/h: 4,8 sek; Durchzug 100–140 km/h:
11,9 sek; Verbrauch 5,2–6,9 l/100 km, Normal

Für All-inclusive-Urlauber: BMW R 1150 GS - Aus der Tiefgarage ins Hochgebirge

Gehören Sie zu den Typen, die mit einem Griff alles
geregelt haben wollen? Die auf einen 344-teiligen Werkzeugkoffer verzichten und mit einem Leatherman am Gürtel feinmechanische wie grobmotorische Handgriffe erledigen? Dann dürften Sie genau der GS-Typ sein. Sie wollen eine für alles. Die auf dem Firmenparkplatz wie im alpinen Hochrevier eine gute Figur macht und abends auf der Hausstrecke einen Supersportler versägt. Mit der soliden Bajuwarin werden Sie sich künftig exzellent durchs Motorradleben boxen können.
Bauzeit: 1999 bis 2004
Neupreis (ohne ABS, 1999): 19890 Mark
Bestand: zirka 26000 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 3600

Marktsituation/Preise: Klare Sache, die große Wechselwelle ist vorbei. Nach Markteinführung der 1200er-GS im Frühjahr 2004 haben sich viele Fahrer von ihrer 1150er verabschiedet und auf die Neue umgesattelt. Derweil ist im 1150er-Lager wieder Ruhe eingekehrt. Der Verkauf läuft, gemessen am Bestand, in gemäßigten Bahnen. Das Preisniveau ist und bleibt hoch: Einstiegsgebote werden nicht unter 6000 Euro aufgerufen, der Hammer für das letzte Baujahr fällt bei rund 10000 Euro. Für die Laufleistung gilt: Im Schnitt sind 10000 Kilometer pro Jahr zu kalkulieren, in Einzelfällen können diese freilich stark nach oben oder unten variieren.

Besichtigung: Die Münchner Wuchtbrumme ist meist ein Garant an Zuverlässigkeit. Sechsstellige Laufleistungen sind bei guter Pflege leicht zu stemmen. Probleme kann allenfalls eine gewisse Serienstreuung bereiten. Lästige Details wie ein hakiges Getriebe oder das nervige Konstantfahrruckeln dürften Ihnen bei der Probefahrt auf-fallen, anschließend sollten Sie die Zylinder, das Hinterachsgehäuse und den Getriebeausgang auf möglichen Ölaustritt kontrollieren und die Speichenspannung überprüfen. Legen Sie Wert auf eine vollwertige Aus-
stattung? Dann lassen Sie sich Zeit bei der Suche. Ein
passender Fulldresser mit ABS, Heizgriffen und original Koffersatz ist mit Sicherheit zu finden.

Fazit: Seien Sie vorsichtig. Einmal angefangen, könnte die Beziehung mit der GS eine dauerhafte Liebelei
werden. Schnell werden Sie alles andere ausblenden, was der Motorradmarkt noch an Spaß bringenden Gefährten bereithält. Für Sie wird das Kürzel GS dann für »Gefährliche Sucht« stehen.

Tests in MOTORRAD: 16/1999 (T), 1/2002 (TT), 24/2003 (VT)

T=Test, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest;
Nachbestellungen: Telefon 0711/182-1229

Yamaha XJ 600 S/N: Gebraucht-Check

(R 1150 GS, Modelljahr 2000)

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, 1130 cm3, Leistung 62,5 kW (85 PS), Drehmoment 98 Nm, Gewicht vollgetankt 264 kg, Tankinhalt 22 Liter

Messwerte (MOTORRAD 11/2000)
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h; Beschleunigung
0–100 km/h: 3,7 sek; Durchzug 60–140 km/h:
12,6 sek; Verbrauch 4,3 bis 7,9 l/100 km, Super

Für kleine Alltagsfluchten: Yamaha XV 535 Virago - Mehr Easy unter den Ridern

Hand aufs Herz: In Ihrem Schrank liegen fünf Hardrockcafé-T-Shirts, zu Ihrer DVD-Sammlung gehört natürlich Easy Rider inklusive Bonus-Material, und im CD-Wechsler Ihres neuen Passats stecken Steppenwolf, Stewart und Springsteen. Zuschlag, Sie sind ein Virago-Anwärter. Hängen Sie Ihren Harley-Traum an den Nagel. Sie wollen überschaubare Technik, verpackt in ein
unkompliziertes Fahrwerk und angetrieben von einem solide tickenden Motor. So unbeschwert wie mit der kleinen Yamaha werden Sie nie wieder den Duft von Freiheit und Abenteuer atmen können.

Bauzeit: 1988 bis 2003
Neupreis (1988): 7230 Mark
Bestand: zirka 46200 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 4500 Stück

Marktsituation/Preise: Seit Jahren steht die XV 535 und mit gutem Abstand vor der Suzuki GSF 600 Bandit, (zirka 42600 Exemplare) an der Spitze der Zulassungsstatistik. 15 Jahre wurde die Virago gebaut, zuletzt in der
Deluxe-Version für 5600 Euro. Trotz des hohen Bestands verläuft der Handel mit dem Kardan-Chopper jedoch sehr verhalten. Nur jede Zehnte wechselt pro Jahr den Besitzer. Die Preisspanne reicht von rund 1400 Euro (Baujahre 1988 bis ‘92, zirka 20000 Kilometer Lauf-
leistung) bis knapp 4000 Euro (Baujahre 2000 bis ’03, zirka 5000 Kilometer gelaufen).

Besichtigung: Für den Gebrauchtkäufer bietet die Chopper-Szene zwei große Vorteile. Die Maschinen werden ob der chromblitzenden Zutaten äußerlich extrem gut gepflegt und zudem – was viel mit dem Genre zu tun
hat – extrem wenig gefahren. So erklärt es sich, dass über zehn Jahre alte Maschinen kaum 20000 Kilometer auf der Uhr haben. Ein weiterer Vorteil der XV ist der wartungsfreie Kardanantrieb. Ein intensiver Blick unter das Chromkleid ist dennoch notwendig. Besonders
die rostanfällige Auspuffanlage hinter den Doppelrohr-
Attrappen und der Benzinhahn im Spritzwasserbereich des Hinterrads sollten sorgfältig geprüft werden. Mechanisch gilt die 535er-Virago als sehr zuverlässig.

Fazit: Fährst du noch oder lebst du schon? Vergessen Sie das mächtige Hubraumgeplänkel, das die aktuelle Cruiser-Szene gerade bestimmt. Auch knapp 20 Jahre nach ihrer Markteinführung kann die Virago immer noch einen klaren fahrdynamischen Akzent dagegensetzen.

Tests in MOTORRAD: 1/1988 (T), 7/1990 (LT),
10/1994 (GK), 8/1997 (VT)

GK=Gebrauchtkauf, T=Test, LT=Langstreckentest,
VT=Vergleichstest; Nachbestellungen:
Telefon 0711/182-1229

Technische Daten Yamaha XV 535

(XV 535, Modelljahr 1994)

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, 535
cm3, Leistung 34 kW (46 PS), Drehmoment 47 Nm, Gewicht vollgetankt 197 kg, Tankinhalt 13,5 Liter

Messwerte (MOTORRAD 10/1994)
Höchstgeschwindigkeit: 159 km/h; Beschleunigung
0–100 km/h: 7,1 sek; Durchzug 60–120 km/h:
12,3 sek; Verbrauch 5,3/100 km, Normal

Für dynamische Puristen: Suzuki SV 650/S - Geht nicht, gibt’s nicht

Sie sind ein ausgeglichener Typ, schätzen das Wesentliche, das einsame Durchforsten bester Kurvenreviere. Mittlerweile haben Sie Ihren Fahrstil perfektioniert, immer stärkere PS-Kicks reizen Sie nicht mehr, sondern viel mehr das Gefühl, ein Motorrad voll unter Kontrolle zu haben. Was Sie brauchen, ist DIE Fahrmaschine. Greifen Sie zur SV. Leicht und präzise zu händeln, dazu ein charakterstarkes Triebwerk. Und am Samstagabend in der Garage können Sie über die ein oder andere
Modifikation nachdenken. Das Paket bekommen Sie zu äußerst attraktiven Preisen.
Bauzeit: 1999 bis heute
Neupreis (1999):
SV 650 S 11790 Mark, SV 650 11090 Mark
Bestand: zirka 23200 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 3300

Marktsituation/Preise: Seit 1999 auf dem Markt, hat sich die SV mit rund 23000 zugelassenen Exemplaren fest in den Bestands-Top-Ten verankern können. Und die Besitzer halten ihr zum Großteil die Treue: Rund 3300 Verkäufe pro Jahr sind gemessen am Bestand nicht
gerade üppig. Eingestiegen wird mit rund 2500 Euro. Aber Vorsicht: Dafür findet sich allerhand verbasteltes und heruntergerittenes Material. Attraktivere Angebote erhält man ab 3000 Euro. Junge Gebrauchte werden zwischen 4000 und 4500 Euro gehandelt, darüber beginnt der Preiskampf mit Neufahrzeugen.

Besichtigung: Typische Schwächen sind bei der Suzuki nicht zu verzeichnen. Im MOTORRAD-Langstreckentest mit der verkleideten SV 650 S fielen lediglich die Ausbrüche an den Getrieberädern des fünften Gangs auf. Empfehlenswert ist also eine ausführliche Probefahrt mit einem besonderen Ohrenmerk auf die Akustik aus dem Schaltwerk. Ein kritischer Blick gilt den zahlreichen Modifikationen: Ein Superbike-Lenker kann bei höheren Geschwindigkeiten Unruhe ins Fahrwerk einleiten, der Sportauspuff die Ordnungsmacht auf den Plan rufen,
ein Anbauteil ohne Gutachten die Plakettenvergabe erschweren. Gut ist, wenn der Verkäufer in solchen Fällen das Originalteil mitanbietet und damit auch belegen kann: Meine Maschine ist unfallfrei.

Fazit: 2003 umfassend modellgepflegt, bleibt die SV 650 in verkleideter S- oder nackter Version weiterhin
der Bringer, auch wenn echte Fans dem aktuellen
Einspritzer-Modell ob ihrer kantigen Optik nicht mehr
die wahre Liebe entgegenbringen wollen.

Tests in MOTORRAD: 4/1999 (T), 24/1999 (O),
18/2000 (LT)

O=Optimierung, LT=Langstreckentest, T=Test;
Nachbestellungen: Telefon 0711/182-1229

Yamaha XJ 600 S/N: Gebraucht-Check

(SV 650, Modelljahr 2000)

Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, 645 cm3, Leistung 52 kW (71 PS), Drehmoment 62 Nm,
Gewicht vollgetankt 189 kg, Tankinhalt 16 Liter

Messwerte (MOTORRAD 3/2000)
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h; Beschleunigung
0–100 km/h: 3,7 sek; Durchzug 100–140 km/h:
6,2 sek; Verbrauch 3,8 bis 6,8 l/100 km, Normal

Für abgeklärte Speed-Junkies: Honda CBR 900 RR Fireblade - Fast and furious

Es reicht, Sie ziehen die Reißleine und verabschieden sich mit einem souveränen Kopfnicken aus der aktu-
ellen Leistungsdebatte um 300 km/h und 200 PS. Was nun? Rollen Sie das Thema Superbike doch noch einmal von vorn auf und nehmen die Urversion der Fireblade ins Visier. Vor 15 Jahren wurde die Klinge zum ersten Mal geschärft und säbelte von jedem Kurs, egal, ob Renn- oder Hausstrecke, feinste Filetstücke runter. Das Kurvenmenü, das Ihnen eine gut abgehangene CBR 900 RR heute serviert, ist von banaler Hausmannskost immer noch etliche Sterne entfernt.

Bauzeit: 1992 bis 2003
Neupreis (1992): 19575 Mark
Bestand: zirka 17200 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 3500 Stück

Marktsituation/Preise: Profitieren Sie vom hohen Wechselwillen in der Sportliga! Durch die schnellen Updates bei den schnellen Maschinen wechseln auch die Besitzer sehr schnell ihren Untersatz. Die Fireblade bildet da
keine Ausnahme. Allerdings: Ältere Modelle, die als
attraktives Superschnäppchen ab 2500 Euro angeboten werden, sind schon durch viele Hände gegangen und tragen harte Einsatzspuren auf und unter dem Kleid. Für gepflegte Exemplare sollten 1000 Euro mehr kalkuliert werden. Die vergaserbestückten Typen SC 28 und SC 33 werden je nach Zustand bis knapp 6000 Euro gehandelt, die Preisspanne der CBR 900 RR mit Saugrohreinspritzung zieht sich von rund 6000 bis 9000 Euro.

Besichtigung: Mechanisch betrachtet gilt Hondas Topsportler als äußerst zuverlässig. Bei guter Pflege spielt die Kilometerleistung der Gebrauchten keine so große Rolle. Ein Problem kann dagegen das Einsatzspektrum sein. Denn selbst eine 15 Jahre alte Fireblade mischt noch gern auf der Rennstrecke mit. Fahnden Sie also bei Besichtigung und Probefahrt nach verdächtigen Spuren auf und besonders unter der Verkleidung, kontrollieren Sie den Lenkeinschlag, das Lagerspiel, Gabeldichtringe, Bremsscheiben auf Verzug und mögliche Blaurauch-
fahnen aus dem Auspuff.

Fazit: Dass die Ur-Fireblade einst das Vorbild der neuen Supersportgeneration war, ist ihr heute noch anzumerken. Und ihre Qualität, auch dem touristisch ambitionierten Sportfahrer einen attraktiven Platz anzubieten, ist ebenfalls heute noch erfahrbar. Versuchen Sie Ihr Glück und finden eine der ersten im Originalzustand.

Tests in MOTORRAD: 7/1992 (T), 17/1994 (LT),
4/1996 (VT), 10/2001 (LT)

LT=Langsteckentest, T=Test, VT=Vergleichstest;
Nachbestellungen: Telefon 0711/182-1229

Yamaha XJ 600 S/N: Gebraucht-Check

(CBR 900 RR, Modelljahr 1996)

wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 919 cm3, Leistung 94 kW (128 PS), Drehmoment 91 Nm, Gewicht vollgetankt 207 kg, Tankinhalt 18 Liter

Messwerte (MOTORRAD 3/1996)
Höchstgeschwindigkeit: 251 km/h; Beschleunigung
0–100 km/h: 3,3 sek; Durchzug 60–140 km/h:
11,0 sek; Verbrauch 5,3 bis 8,9 l/100 km, Normal

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