Bikes für 999 Euro und die Folgen – Teil 4

Vor der Alpen-Tour

Obwohl wir es fast selber nicht mehr geglaubt hätten: Das Sorgenkind FJ 1100 gab erste Lebens-äußerungen von sich. Somit stehen die Chancen für eine große Tour mit den vier 999-Euro-Bikes gut, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bis dahin schwimmen CX 500, GS 500 und XT 600 mehr oder weniger fleißig im Alltagsbetrieb der Redaktion mit.

Foto: fact
Wie geht es den 999-Euro-Bikes und was geschah in der letzten Zeit?
Wie geht es den 999-Euro-Bikes und was geschah in der letzten Zeit?
Obwohl wir es fast selbst nicht mehr geglaubt haben: Das Sorgenkind Yamaha FJ 1100 gab, nach etlichen Verrenkungen, blutigen Fingern und hochexplosiver Starthilfe aus der Dose, erste Lebensäußerungen von sich. Somit stehen die Chancen für eine große Tour in die Zentralalpen mit den vier 999-Euro-Bikes gut, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In zwei Tagen stehen über 1000 Kilometer und jede Menge Pässe auf dem Programm. Wie sich die völlig unterschiedlichen Kandidaten bewähren kommt hoffentlich im nächsten Teil der 999-Euro-Bikes. Bis dahin schwimmen Honda CX 500, Suzuki GS 500 und Yamaha XT 600 mehr oder weniger fleißiger im Alltagsbetrieb der Redaktion mit.
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Honda CX 500

Von der Güllepumpen-Front gibt es wenig Überraschendes zu berichten. Die Honda kann zwar nicht mit den 3000 Kilometern der GS 500 mithalten, die diese seit dem Kauf im Frühjahr abgespult hat, aber über 2000 Kilometer sind auch nicht schlecht. Wobei sich bislang kein Kollege an größere Ausflüge mit der CX rangetraut hat. Der Langstreckenrekord liegt derzeit bei einem Trip nach Nördlingen, knapp 150 Kilometer von Stuttgart entfernt. Nun, das wird sich mit der gemeinsamen Alpentour bald än-dern. Und an der Zuverlässigkeit der Güllepumpe gibt es schließlich nichts zu mäkeln. Die einzige Bemerkung im Fahrtenbuch in den letzten Wochen: eine mit steigender Motordrehzahl zunehmende Blinkfrequenz – wirklich kein Grund zur Sorge. So dürfte beim geplanten TÜV-Termin alles glatt laufen – denn zuvor spendieren wir der Honda noch ein paar neue Sohlen, und die Hupe testen wir auch. Versprochen. Soll ja im Gegensatz zur Yamaha XT 600 (siehe linke Seite) auf Anhieb mit einem neuen Pickerl klappen. Hek

Suzuki GS 500

Die GS zählt längst zu den äußerst beliebten Maschinen des Redaktionsfuhrparks. Gut zwei Wochen lang war ich nicht mehr mit ihr unterwegs, weil sich immer eine Kollegin oder ein Kollege fand, die mit der Suzuki fahren wollten. Habe den unkomplizierten Twin fast schon ein wenig vermisst. Als ich mich dann endlich mal wieder mit meinem Patenkind auf den Heimweg mache, zuckt die Nadel des Drehzahlmessers kein bisschen mehr. Na super, lässt mich die zuverlässige GS jetzt im Stich? Zu Hause angekommen, schaue ich mir die Geschichte genauer an. Statt des befürchteten Kapitalschadens liegt das Problem einfach an einer losvibrierten Überwurfmutter der Drehzahlmesser-Welle. So kann die Anzeige natürlich nicht
funktionieren. Nach dem Einfädeln der Welle und Festdrehen der Mutter mittels Zange ist alles wieder in bester Ordnung. Ein harmloser Defekt also, der den guten Eindruck, den die Suzi bislang hinterlassen hat, nicht trüben kann. Hek

Yamaha XT 600

Der erste Versuch, die XT durch den TÜV zu bekommen, war leider gescheitert. Die Gründe: Alterungsrisse in den Reifen und poröser Gummi, außerdem ein kaum wahrnehmbares Hupsignal. Dass vor dem Prüftermin schlicht vergessen wurde, wenigstens einmal die Hupe zu betätigen, sorgte für große Heiterkeit in der Redaktion. Eine zweite Schlappe beim TÜV wollte ich mir freilich nicht einhandeln. Also flugs die seinerzeit zwar bestellten, aber noch nicht gelieferten Bridgestone-Reifen TW 301/302 montieren. Und den »Hupen-Defekt beheben« – er lässt sich nur als Verkettung tragischer Umstände erklären: Die direkt vor dem ersten TÜV-Besuch eingebaute, neue Batterie ent-puppte sich als so gut wie nicht geladen. Irgendjemand hatte das Ladegerät offen-sichtlich für andere Zwecke benötigt und sie ohne Bescheid zu sagen abgeklemmt. Während der Lichttest mit laufendem Motor stattfand, überprüfte der TÜV-Mann die Funktion der Hupe ohne Unterstützung der Lichtmaschine – daher der jämmer-liche Klang. Bereits auf der Heimfahrt hatte die Hupe zur richtigen Tonlage zurückgefunden. Die Scheibenbremse hatte der Prüfer zwar beim ersten Mal nicht beanstandet, dennoch wurde gleich noch die Bremsflüssigkeit gewechselt – endlich hat die Bremse wieder Biss. Die fällige Nachprüfung lief erwartungsgemäß glatt: keine Mängel, Plakette erteilt. Mis

Yamaha FJ 1100

Mit dem Stillstand der FJ scheint es demnächst vorbei. Nach Wochen sind endlich die per Internet bestellten, dringend benötigten Ersatzteile für die arg mitgenommene Vergaserbatterie ein-getrudelt. Woraufhin Yamaha-Pate Stefan Glück den mit frischen Düsenstöcken, Schwimmernadeln, Dichtungen und Düsen bestückten Vergaser in einer nächtlichen Blitzaktion zumindest provisorisch wieder einbauen konnte. Nach etlichen Verren-kungen, blutigen Fingern, der Zuhilfe-nahme hochexplosiver Starthilfe aus der Dose und einigen Fehlzündungen passier-te es dann: Der Vierzylinder erwachte tatsächlich zum Leben. Zwar rappelt er noch etwas unrund vor sich hin, doch immerhin: Er läuft. Kollege Glück brach am nächsten Morgen erst mal in Urlaub auf – ohne FJ. Anschließend heißt es »nur noch« Vergaser synchronisieren, Leerlauf einstellen und sämtliche Anbauteile wieder montieren. Bleibt zu hoffen, dass Stefan gut erholt aus dem Urlaub kommt. Denn danach heißt es Gas geben, um den dicksten Brummer im Gebraucht-Quartett für die anstehende Alpentour (siehe unten) vollends fit zu bekommen. Hek

Alpen-Glühen

In Teil 5 der 999-Euro-Bikes, der für MOTORRAD 18/2007 geplant ist, können wir hoffentlich von einer gemeinsamen Tour mit den vier Maschinen berichten. Das Ziel: die Zentralalpen. Dort sind abgesehen von den Bergen auch die Anforde-rungen an Mensch und Material sehr hoch. In zwei Tagen stehen über 1000 Kilometer und jede Menge Pässe auf dem Programm. Wie werden sich die völlig unterschied-lichen Kandidaten bewähren? Die entscheidende Frage: Hält die FJ 1100 durch? Und wer gewinnt die Zuverlässigkeitswertung, wer den Kurven-Pokal? Flitzt die XT 600 in engem Geläuf allen davon? Kann die CX 500 einigermaßen mithalten, oder schießt sie mangels ausreichender Bremswirkung in der dritten Kurve bergab geradeaus? Genügen der GS 500 weniger als fünf Liter Sprit auf 100 Kilometer? Fragen über Fragen. Auf die Antworten sind wir selbst sehr gespannt. Eines ist allerdings jetzt schon ziemlich sicher: Für Unterhaltung dürfte gesorgt sein.

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