»Des Motorrad frisst koi Heu mehr«Sibylle Wiebusch, Schlussredakteurin

Oh Gott, ein großer Fleck unterm Bugspoiler. Gerade jetzt, wo ich schreiben wollte, dass nie was kaputt ging. Verkleidung runter, Ursachenforschung. Rechts, am Kunststoffgehäuse, zu dem eine Abzweigung des Ram-Air-Kanals führt, perlen Wassertropfen. Ein Anruf beim Kawa-Händler beruhigt: »Die Ableitung der Wassersäcke (Wassersäcke!) ver-
stopft manchmal. Zieh einfach den Schlauch ab.«
50000 Kilometer hat meine ZX-6R, eine der ersten,
Baujahr 1995, runter. Brachte mich Sommer wie Winter in die Redaktion, 100 Kilometer hin und zurück. Wedelte mit mir
an den Wochenenden begeistert über die Schwäbische Alb, entführte mich zu Ostern oder Pfingsten an Gardasee und Lago Maggiore. Und ließ mich auch bei dem einen oder anderen Turn auf der Rennstrecke ganz passabel aussehen. Die Bilanz bisher: ein neuer Kettensatz, Bremsbeläge vorne, eine frische Batterie, zig Reifen, bei 47000 Kilometern neue Bremsscheiben samt Belägen. Das war’s. Dagegen liest sich der Langstreckentest von MOTORRAD (24/1996) wie ein Gru-
selkrimi. Gut, ich habe sie die letzten Jahre geschont, außer-
dem plagen sie derzeit Vergaserprobleme. Und die Auspuffanlage, besonders die Krümmer, sehen nicht mehr taufrisch aus. Zudem sei der 160/60 hinten nicht mehr up to date, musste ich mir sagen lassen. Doch deshalb hergeben? Ich, als echte Schwäbin? Noi. Des Motorrad frisst koi Heu mehr.

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