Für All-inclusive-Urlauber: BMW R 1150 GS Aus der Tiefgarage ins Hochgebirge

Gehören Sie zu den Typen, die mit einem Griff alles
geregelt haben wollen? Die auf einen 344-teiligen Werkzeugkoffer verzichten und mit einem Leatherman am Gürtel feinmechanische wie grobmotorische Handgriffe erledigen? Dann dürften Sie genau der GS-Typ sein. Sie wollen eine für alles. Die auf dem Firmenparkplatz wie im alpinen Hochrevier eine gute Figur macht und abends auf der Hausstrecke einen Supersportler versägt. Mit der soliden Bajuwarin werden Sie sich künftig exzellent durchs Motorradleben boxen können.
Bauzeit: 1999 bis 2004
Neupreis (ohne ABS, 1999): 19890 Mark
Bestand: zirka 26000 Maschinen
Verkäufe pro Jahr: zirka 3600

Marktsituation/Preise: Klare Sache, die große Wechselwelle ist vorbei. Nach Markteinführung der 1200er-GS im Frühjahr 2004 haben sich viele Fahrer von ihrer 1150er verabschiedet und auf die Neue umgesattelt. Derweil ist im 1150er-Lager wieder Ruhe eingekehrt. Der Verkauf läuft, gemessen am Bestand, in gemäßigten Bahnen. Das Preisniveau ist und bleibt hoch: Einstiegsgebote werden nicht unter 6000 Euro aufgerufen, der Hammer für das letzte Baujahr fällt bei rund 10000 Euro. Für die Laufleistung gilt: Im Schnitt sind 10000 Kilometer pro Jahr zu kalkulieren, in Einzelfällen können diese freilich stark nach oben oder unten variieren.

Besichtigung: Die Münchner Wuchtbrumme ist meist ein Garant an Zuverlässigkeit. Sechsstellige Laufleistungen sind bei guter Pflege leicht zu stemmen. Probleme kann allenfalls eine gewisse Serienstreuung bereiten. Lästige Details wie ein hakiges Getriebe oder das nervige Konstantfahrruckeln dürften Ihnen bei der Probefahrt auf-fallen, anschließend sollten Sie die Zylinder, das Hinterachsgehäuse und den Getriebeausgang auf möglichen Ölaustritt kontrollieren und die Speichenspannung überprüfen. Legen Sie Wert auf eine vollwertige Aus-
stattung? Dann lassen Sie sich Zeit bei der Suche. Ein
passender Fulldresser mit ABS, Heizgriffen und original Koffersatz ist mit Sicherheit zu finden.

Fazit: Seien Sie vorsichtig. Einmal angefangen, könnte die Beziehung mit der GS eine dauerhafte Liebelei
werden. Schnell werden Sie alles andere ausblenden, was der Motorradmarkt noch an Spaß bringenden Gefährten bereithält. Für Sie wird das Kürzel GS dann für »Gefährliche Sucht« stehen.

Tests in MOTORRAD: 16/1999 (T), 1/2002 (TT), 24/2003 (VT)

T=Test, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest;
Nachbestellungen: Telefon 0711/182-1229

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