Gebraucht-Markt: Aprilia SL 1000 Falco Der Geheimtipp: Die Aprilia SL 1000 Falco

Die Aprilia SL 1000 Falco ist hierzulande recht unbekannt. Dabei überzeugt sie auf ganzer Linie und ist vergleichsweise günstig zu haben.

Foto: Archiv

Es scheint, als ob sich die Marketingleute bei Aprilia nicht zwischen Supersportler und Tourer entscheiden konnten. 255 km/h Höchstgeschwindigkeit sind definitiv sportlich. Allerdings gibt es die Falco auch mit Softbags und Gepäckrolle. Kurzum: Die Aprilia ist ein klassischer Tourensportler. Mit ihr kann man zügig über die Autobahn brennen oder ganz touristisch in den Urlaub fahren. Die nur vier Jahre lang gebaute Falco überzeugt durch ihre gute Verarbeitung und Zuverlässigkeit. Ihr Fahrwerk gehört zu den besten Serienfahrwerken; Gabel und Federbein lassen sich vielfach verstellen. 118 PS liefert der V2 - genug, um die Falco in nur 3,2 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Leider ist die Italienerin recht durstig: nur selten verbraucht sie weniger als 6 Liter. Gebrauchtkäufer haben gute Chancen auf ein günstiges Angebot. Da die Falco recht unbekannt ist, gibt es nur wenige Käufer, die gezielt nach ihr suchen. Zu Unrecht, schließlich überzeugt die Aprilia als Gesamtpaket: Motor, Fahrwerk, Bremsen - alles einwandfrei. Lediglich der unbequeme Soziusplatz lässt zu wünschen übrig. An dieser Stelle ist die SL eindeutig mehr Sportler als Tourer.

Motor: Unter 4000/min läuft der V2 etwas rau, danach geht richtig die Post ab. 118 PS treffen auf nur 222 Kilogramm - das reicht für einen Sporttourer.

Instrumente: Intuitiv bedienbar ist das Cockpit nicht. Interessant für die Sportler-Fraktion: Sogar die Rundenzeiten und die Höchstgeschwindigkeit werden gespeichert.

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Fahrwerk: Von Haus aus ist das Fahrwerk der Falco eher sportlich straff ausgelegt - auf schlechten Landstraßen schüttelt einen die SL ordentlich durch. Sowohl Druck- als auch Zugstufe der Gabel lassen sich einstellen, ebenso die Federvorspannung. Dank einstellbarem Sachs-Federbein behält das Hinterrad zuverlässig Bodenkontakt.

Ausstattung: Das Sondermodell „Edition“ gibt es mit Gepäckrolle, Tankrucksack und Softbags. Es soll die Tourentauglichkeit der Falco unterstreichen. Die Aprilia ist gut verarbeitet, zuverlässig und ein echter Geheimtipp.

Bremse: Die perfekt dosierbaren Brembo-Stopper verzögern die Aprilia souverän. Die hintere Bremse muss im Alltag kaum genutzt werden. ABS gibt es keines, als die Falco gebaut wurde, war das noch nicht üblich.

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Steckbrief

Bauzeit (Neupreise): 2000 (10 499 Euro) bis 2004 (10 689 Euro)

Preise: Ab 2500 Euro bekommt man eine SL mit etwa 30 000 Kilometern. 4000 Euro und mehr zahlt man für Maschinen von 2004 mit unter 20 000 Kilometern auf der Uhr. Top gepflegte Bikes mit weniger als 10 000 Kilometern können noch rund 5000 Euro kosten.

Bestand: Zirka 1000 Stück

Wichtige technische Änderungen: 2001 bis auf neue Farbkombinationen bleibt der Tourensportler unangetastet 2002 das Kürzel R steht nicht für Racing sondern für das alte 2001er-Modell; dem Modell ohne R wurde eine komfortablere Ergonomie verpass.

Daten

Motor: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, 998 cm³, 87 kW (118 PS) bei 9300/min, 96 Nm bei 7000/min, Einspritzung, E-Starter, Sechsganggetriebe, Kettenantrieb

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluminium, in Zug- und Druckstufe einstellbare Upside-down-Telegabel mit Doppelscheibenbremse vorn (320 mm), Sachs-Zentralfederbein und Scheibenbremse hinten (220 mm), Reifengröße vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17

Gewicht: 222 kg mit 21 Litern Super

0-100 km/h: 3,2 s

Höchstgeschwindigkeit: 255 km/h

Verbrauch: 6,0 Liter/100 km

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