Gebrauchtberatung 125er

Fight Club

In der 125er-Szene tummeln sich unterschiedliche Typen: fette, flinke, coole und dröge. Wenn es darum geht, die beste Touren-, Enduro- oder Sport-Gebrauchtmaschine zu küren, werden harte Bandagen angelegt.

Foto: Corbis
Die MOTORRAD-Gebrauchtspezialisten haben's ausgekämpft: Wer sind die Besten von 24 125ern?
Die MOTORRAD-Gebrauchtspezialisten haben's ausgekämpft: Wer sind die Besten von 24 125ern?
Trifft 'n Zweitakter auf 'nen Viertakter. Sagt der Zweitakter: "Ey, lass' mal um die Ecke biegen." Der Viertakter lässt sich
auf die Anmache ein - und bekommt mächtig auf die Fresse. Mit blutiger Nase und geschwollenen Augen fordert der Viertakter daraufhin den schon von den Kumpels gefeierten Sieger heraus: "Hör ma', du Rasenmäher, lass' uns über zwölf laaange Runden gehen, dann werden wir sehen, wer hier King of the Ring ist."
Als der Zweitakter mit einem Kolbenklemmer völlig erschöpft
am Boden liegt, rollt der Viertakter verächtlich weiter Richtung Horizont. Man könnte auch die Story vom chromblitzenden Chopper erzählen, der auf dicke Hose macht, jedoch vom spießigen Tourer an der Ampel versägt wird. Oder von der coolen Supermoto, die am Dorftreff die Blicke der Boyz and Girlz auf
sich zieht, aber auf dem Feldweg den Dreck einer in die Jahre
gekommenen Enduro frisst. Geschichten gibt es viele. Und 125er-Einsteigern kann man viel erzählen.
Da viele Einsteiger nicht unbedingt Erben Rockefellers sind, müssen sie häufig auf eine gebrauchte Wunschmaschine zurück-
greifen. Es gibt nicht nur unzählige Geschichten aus der Achtel-
liter-Szene, sondern auch ebenso viele Modelle. Im Gewusel tausender Gebrauchtinserate verliert man schnell den Überblick, wenn man sich nicht sicher ist, welcher Typ zu einem passt.
MOTORRAD macht es kurz und schmerzvoll (zumindest für
einige der angetretenen Kandidatinnen) und ließ in drei Kampfklassen je acht 125er-Bikes im K.-o.-System gegeneinander
antreten. Voraussetzung für diesen exklusiven, zusammen mit Youngbiker.de, der größten Community für junge Motorradfahrer,
initiierten Fightclub: Es durften nur Modelle in den Ring steigen, die um 2000 Euro zu bekommen sind (das bei diesem Preis übliche Baujahr der Gebrauchten ist in Klammern beim jeweiligen Modell aufgeführt). Eine Ausnahme wurde der noch ganz jungen Derbi GPR gewährt, denn wie im Grand-Prix-Sport macht sie freche Kampfansagen gegen die brutal starke Aprilia RS - so
viel Mut wird mit einer Wild Card belohnt.
Als unabhängige Ringrichter verdingten sich markenüber-
greifende Händler, die über Erfahrung mit gebrauchten 125ern verfügen. Außerdem wurden Vertragshändler sowie jugendliche und sich jugendlich fühlende Besitzer der jeweiligen Modelle
aus dem gesamten Bundesgebiet zu Rate gezogen, so dass ein fachkundiges Publikum an den Seilen stand.
Interessant sind die unterschiedlichen Kampfstile. MZ zum Beispiel: Setzen bei ihren Modellen RT und SX/SM auf eine starke Führhand - der 15 PS leistende, robuste Viertakt-Einzylinder kann ordentlich austeilen, aber auch einstecken. Speziell die MZ 125 SM liegt als sportlicher, ausdauernder Viertakter voll im Trend. Stärken wie der famose Motor kaschieren Schwächen wie ein dünnes Händlernetz und damit verbundene Probleme bei anfallenden Reparaturen sowie bei der Ersatzteilversorgung. Die
unscheinbare RT räumt in ihrer Klasse dennoch gehörig ab und alle etwas übergewichtigen Cruiser mit Altherren-Image aus dem Weg, obwohl diese ebenfalls zuverlässig und reisetauglich sind.
Einen schwarzen Gürtel verdienen sich auch die japanischen Hersteller Honda und Yamaha, die mehr als die Hälfte aller
angetretenen Kämpfer stellen. Mit gutem Händler- und Werkstatt-Service sowie ausgesprochener Zuverlässigkeit ihrer Motorräder erkämpfen sie fleißig Punkt um Punkt. Die vielen Wirkungstreffer zermürben unstetige Gegner. Da wundert es wenig, dass die
alt-ehrwürdige und recht unauffällige Yamaha DT 125 einen Klassensieg nach Hause trägt. Sie ist ein alter Hase in der Szene, aber nach wie vor fit wie ein Turnschuh. Und ihre Geldforderungen sind bescheiden. Der Nachwuchsstar Honda CBR 125 R versucht es im Gebraucht-Fightclub ebenfalls über die Ascheschiene. Ist neu schon preisgünstig zu erwerben, entsprechend wenig kostet sie als junge Gebrauchte.
Allerdings empfinden manche 125er-Fans die CBR tatsächlich als billige Nummer, da sie mit ihren schmalen Reifen und der kleinwüchsigen Statur ziemlich schmalbrüstig daherkommt. Doch da Youngbiker in der Regel ihre Kohle zusammenhalten müssen, kommt die verlässliche, junge Japanerin, die in Thailand gefertigt wird, in die engere Wahl. Sie schielen aber auch zu älteren, rassi-
gen, jedoch meist kapriziösen Europäerinnen rüber. Die einem
im Liebesrausch dann womöglich den letzten Taler aus der Tasche ziehen. Die Aprilia RS ist so 'ne Hübsche, die das ziemlich gut drauf hat. Dabei nicht ganz so eigenwillig wie die Mito, was ihr den Klassensieg vor der allzu vernünftigen Honda bringt.
Denn Vernunft und Jugend passt nicht so recht zusammen, und die Mehrzahl der 125er-Gebrauchtkäufer sind nun mal Jugendliche. Damit unbedarfte Youngbiker nicht ganz ohne Deckung
zur Besichtigung und Probefahrt gehen, hier sieben wichtige Grundregeln:
n Auf Sturz-, Umfaller- und sonstige Beschädigungen (etwa durch Anketten an Laternen) achten. n Viele Vorbesitzer: Scheckheft und Werkstattrechnungen zeigen lassen. Nach unbedarften Tuning-versuchenund Umbauten ohne Betriebserlaubnis fahnden. n Verschleißteile prüfen: Diverse Anbauteile wie zum Beispiel Kettensatz, Instrumente, Züge oder Armaturen sind aus Kostengründen ab Werk nicht von besonders hoher Qualität, bei nachlässiger Pflege drohen Folgeschäden. n Achtung, hoher Kupplungsverschleiß durch schleifen lassen. n Sehr hoher Wertverlust bei wenig ge-
fragten Modellen. n Vorsicht, wenn äußeres Erscheinungsbild
und abgelesener Tachostand nicht zusammenpassen wollen: Bei 125ern wird öfters mal am Tacho gedreht! n Nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Folgekosten berücksichtigen, insbeson-
dere Verbrauch (Zweitakter) und Ersatzteilkosten (speziell bei Baumarkt-125ern und chinesischen No-Name-Produkten), sonst kann es teuer kommen.
Weitere Tipps finden sich unter www.motorradonline.de/125er und www.youngbiker.de/125er-Check. Reinschauen lohnt, denn wer sich vor dem Kauf gut informiert, liegt nachher sicherlich nicht ausgeknockt am Boden.
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Sieger: Honda Varadero 125

Die Varadero ist als Reiseenduro eher eine Einzelkämpferin in ihrer Klasse. Sie hat einen zwar kleinen, aber treuen Fankreis. Die schwergewichtige Honda schickt die nur minimal leichtere Sachs Roadster dank ausgezeichneter Zuver-
lässigkeit und guten Wiederverkaufschancen locker auf die Matte.

Sieger: MZ RT 125

Die praktische und etwas biedere MZ macht selten schlapp. Außerdem hat die deutsche Emme ausreichend Punch. Dagegen kann die koreanische Hyosung mit V2-Motor und größerem Händlernetz nicht anstinken, weil sie zu viel auf die Waage bringt und zu Beginn ihrer Karriere Qualitätsmängel aufwies.

Sieger: Honda VT 125 Shadow

Japan gegen Korea: Die altbewährte Kämpferin aus dem Hause Honda hat eine starke Familie hinter sich und boxt den schwergewichtigen Einzylinder-Cruiser von Daelim mit einem gezielten Schlag aus dem Ring. Sie ist einfach das zuverlässigere Motorrad. Eine größere Anhängerschaft feuert sie dabei an.

Sieger: Yamaha XV 125 Virago

Kein K.o., sondern nur ein knapper Sieg nach Punkten für Yamaha. Die beiden zuverlässigen Mini-V2-Chopper schenken sich fast nichts. Lediglich ihre
bessere Verfügbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt und eine höhere Wertstabilität
verschaffen der Virago den minimalen Vorsprung.

Sieger: Yamaha DT 125 R

Beide Leichtgewichte sind spritzig, agil und wirbeln leichtfüßig übers Feld.
Beste Voraussetzungen, um in ihrer Kampfklasse vorn mitzumischen. Die DT verfügt jedoch über das größere Händlernetz, ist zuverlässiger und auf dem
Gebrauchtmarkt aufgrund höherer Stückzahlen einfacher zu ergattern.

Sieger: MZ 125 SX/SM

Im deutsch-deutschen Duell kickt die Zschopauerin die Nürnbergerin aus dem Ring. Die MZ ist in den meisten Disziplinen der Sachs überlegen. Speziell der famose, schlagkräftige Viertakter der SX/SM überzeugt mit Standfestigkeit und qualifiziert die Sächsin zur Top-Favoritin.

Sieger: Husqvarna WRE 125

Etwas in die Jahre gekommen, trotzdem immer noch mehr als fit. Die beiden kapriziösen Federgewichte könnenýÿs ordentlich krachen lassen und sind nach wie vor hoch angesehene Sportlerinnen. Die Husky hat das etwas bessere Image, wird häufiger angeboten und punktet mit höherer Wertstabilität.

Sieger: Yamaha TDR 125

Zweitakten ist in diesem Duell die bessere Strategie. Die kampferprobte, giftige TDR haut die junge, sehr preiswerte, aber etwas zu brave XR raus. Neu kostet die Honda unter 3000 Euro und verkauft sich nicht schlecht. Mit etwas stärkerem Motor würde sie auch als Gebrauchte mehr Treffer landen.

Sieger: Honda CBR 125 R

Zwar kostet eine neuwertige Zongshen unter 2000 Euro, und es gibt erstaunlich viele Servicestationen für Reparaturen und Ersatzteile ýÿ nur keiner will die weitgehend unbekannte Chinesin haben. Im Gegensatz zum Bestseller Honda CBR 125 R, ebenfalls ein Preisschlager. Ein Kantersieg für Japan.

Sieger: Cagiva Mito 125

Die italienische Mito legt einfach die bessere Show hin. Außerdem hat sie ein Fahrwerk, das Racer-Träume wahr werden lässt ýÿ wobei der Motor kein Ausdauersportler ist. Der Minarelli-Zweitakter in der Sachs ebenfalls nicht, so dass die Deutsche durch das größere Händlernetz lediglich einen echten Treffer landet.

Sieger: Aprilia RS 125

Die Derbi aus Spanien ist ein adäquater Gegner für Platzhirsch Aprilia: Grand-Prix-Spirit, klasse Fahrwerk und starker Motor. Allerdings ist sie neu in der
Szene und kaum als Gebrauchte zu bekommen. Als Rookie mit wenig Händler-Support bekommt sie von der erfahrenen RS ordentlich einen eingeschenkt.

Sieger: Honda NSR 125 R

Ein harter Fight der beiden Japanerinnen, aus dem die Honda jedoch als klare Siegerin hervorgeht, weil sie als feste Größe auf dem Gebrauchtmarkt eine riesige Fangemeinde um sich schart. In Sachen Fahrdynamik, Zuverlässigkeit sowie Händler- und Werkstatt-Service steht die Yamaha keineswegs nach.

Endrunde der Besten

Die Luschen sind ausgesiebt und pflegen ihre Wunden ýÿ die Gewinner steigen nach der Vorrunde erneut in den Ring und müssen um die Krone der Klassenbesten fighten. Wie gehabt im knallharten K.-o.-System.

Klassensieger: Aprilia RS 125

Echter Siegertyp ýÿ die Aprilia macht bei den Sportlern alles platt. Erst die starke Honda NSR, danach die nicht besonders sportliche, jedoch gefähr-
lich preisgünstige und sehr zuverlässige Viertakter-CBR, welche zuvor die
coole Cagiva Mito mit Wirkungstreffern (Zuverlässigkeit) ausknockt. Gutes Image und beste Fahrleistungen ýÿ das reißtýÿs in dieser Klasse.

Aprilia

Echter Siegertyp ýÿ die Aprilia macht bei den Sportlern alles platt. Erst die starke Honda NSR, danach die nicht besonders sportliche, jedoch gefähr-
lich preisgünstige und sehr zuverlässige Viertakter-CBR, welche zuvor die
coole Cagiva Mito mit Wirkungstreffern (Zuverlässigkeit) ausknockt. Gutes Image und beste Fahrleistungen ýÿ das reißtýÿs in dieser Klasse.

MZ RT 125

Die RT 125 kam im Jahr 2000, und mit
ihr kam MZ zurück. ýÿMZ is backýÿ lautete die Werbebotschaft. Die erste komplett in Zschopau entwickelte Konstruktion seit dem Mauerfall
besitzt einen freudig drehenden, modernen Vier-
takter mit Doppelnockenwelle, vier Ventilen und Sechsganggetriebe. Drum herum strickten die Sachsen ein völlig neues Fahrwerk, und mit ihrer großen und bequemen Sitzbank wirkte die Tourenmaschine von Beginn an eigenständig. Das ließ aufhorchen, selbst unter Motorradfahrern, die sonst mit 125ern nichts am Hut haben. Allerdings erging es der RT wie vielen Brot-und-Butter-Maschinen: Sie lösen nur wenig Emotionen aus. Unter Youngstern musste sich die 125er ihren Ruf als unproblematische und zuverlässige Begleiterin hart erarbeiten. Aber spätestens, wenn die
erste Freundin bequem als Sozia mitreist, ist das mäßige Image des Motorrads vergessen, und die technischen Qualitäten treten in den Vordergrund. Von denen es einige gibt: Drei
Liter Verbrauch auf 100 Kilometer, das klingt
gut für gestresste Geldbeutel. Oder die bissigen Bremsen mit Stahlflexleitungen ýÿ auch klasse. Ein stabiles und dennoch handliches Fahrwerk. Was will man mehr? Auf dem Gebrauchtmarkt ist ein gutes Exemplar mit etwas Suchen leicht zu finden, doch hat die neu rund 3500 Euro teure RT als bekanntermaßen zuverlässige
Größe auch gebraucht ihren Preis. Erwähnenswert: 2003 gab es noch eine Classic-Version mit Drahtspeichenrädern und Chromteilen. Technisch hat sich seit 2000 nichts geändert. Warum auch? Mit Zubehör wie Tankrucksack, Gepäckträger, Topcase oder Motorschutzbügel ist die RT nicht schön, aber praktisch. Und das ist gut so.

Preise: MZ RT 125

Mit etwas Glück kann man ab 1500 Euro eine gut gepflegte RT mit rund 20000 Kilometern ergattern. Die meisten Angebote bewegen sich jedoch um 2000 Euro: überwiegend Fahrzeuge der Baujahre 2001/2002 mit 10000 bis 15000 Kilometern. Wegen der Gewähr-
leistung lohnt es, Händlerangebote zu checken.

Yamaha DT 125 R

Die Yamaha DT 125 R hat sich in ihrer langen Bauzeit (1991 bis 2003) auf dem
Gebrauchtmarkt mit absolut ausgereiftem Konzept, gutem Händlernetz und ausgezeichneter Ersatzteilversorgung etabliert. Die schon recht
erwachsen aussehende DT ist äußerst gefragt, dementsprechend wertstabil ist sie. Für Zweitaktverhältnisse erhalten Käufer eine sehr langlebige Konstruktion, die bei regelmäßiger Wartung frühestens nach etwa 30000 Kilometern eine Überholung von Zylinder und Kolben erforderlich macht. Weitere Pluspunkte sind der gut abgestimmte Motor mit überzeugenden Fahrleistungen und ordentliche Bremsen. Insgesamt ist die
DT 125 R ein Motorrad ohne typische Schwächen, sieht man mal vom rostanfälligen Auspuff ab.
Die Auswahl an Gebrauchten ist riesig, wobei sich in erster Linie Modelle ab Baujahr 1999
mit 14-PS-Motor empfehlen. Diese Bikes marschieren auch in der 80-km/h-Drosselvariante zügig vorwärts, weil die Drosselung nur im letzten Gang die Drehzahl und somit die Höchstgeschwindigkeit beschneidet. Seit 2003 hört
die facegeliftete DT 125 auf den Zusatz ýÿREýÿ, hat ein deutlich schnittigeres Design und wird ausschließlich per Elektrostarter zum Leben erweckt. Für die klassische Enduro ist viel
markenfremdes Zubehör erhältlich, eine praxis-
gerechte Ausstattung wie Gepäckträger, Dreh-
zahlmesser oder Kühlwasseranzeige ist serien-
mäßig an Bord. Das prima Fahrwerk erlaubt Ausflüge ins Gelände, schränkt den Offroad-Spaß nicht ein. Die schmale, hart gepolsterte Sitzbank, ein hoher Spritverbrauch sowie eine für kleine Menschen stattliche Sitzhöhe den Spaß auf Reisen und im Alltag schon eher.

Preise: Yamaha DT 125 R

Die Mehrzahl aller Inserate sind Privatverkäufe. Unter 1000 Euro finden sich kaum akzeptable Angebote. Die Laufleistungen liegen teilweise über 50000 Kilometer, entsprechend ist der Zustand ýÿ Folgekosten sind programmiert. Ordentliche Modelle der Baujahre 1999 bis 2001 mit Laufleistungen um 30000 Kilo-
meter gibt es ab etwa 1300 Euro, für rund 2000 Euro bekommt man die DT mit zirka 20000 Kilometern.

Aprilia RS 125

Geil, geiler, Aprilia RS 125 - bei den Youngstern ist die italienische Rennsemmel seit Jahren die Nummer eins in der Hitparade. Kein Wunder, scheint die RS 125 doch geradewegs von der Rennstrecke auf die Straße abgebogen zu sein. Mit ihrem mächtigen, auf Hochglanz polierten Alu-Rahmen, der zweigeteilten Bananenschwinge und der stabilen Upside-down-Forke, den straffen Federelementen sowie bissigen Bremsen ist der seit 1993 gebaute Sportler ein wahrer Freuden-
spender, der seinem Beinamen Replica alle Ehre macht.
Allerdings nur in der ungedrosselten, knapp
31 PS starken Variante. Auf 15 PS kastriert und auf die für 16- bis 17-Jährige maximal zulässigen 80 km/h eingebremst, büßt die rassige Italienerin nämlich viel von ihrer Faszination ein. Weshalb ein Großteil der RS 125 ohne Spaßbremse und damit illegal unterwegs ist.
Trotz des hervorragenden Rufs, den die Aprilia RS 125 bei jungen Bikern genießt, sollten Gebrauchtinteressenten nicht die Problemlosigkeit einer Yamaha DT 125 R oder Honda CBR 125 R erwarten. So müssen beispielsweise Zylinder und Kolben schon nach 15000 bis 20000
Kilometern überholt werden und das ist eher Regel als Ausnahme. Analog zum exorbitant hohen Neupreis aktuell knapp 5000 Euro zählen auch die Ersatz- und Sturzteile bei Aprilia nicht gerade zu den Sonderangeboten, außerdem gibt es immer wieder Lieferschwierigkeiten. Secondhand-Offerten sollten deshalb besonders gründlich auf Verschleiß, Tuning-Maßnahmen und versteckte Sturzspuren gecheckt werden. Sonst wird aus dem lange ersehnten Traumbike schnell ein finanzieller Alptraum.

Preise: Aprilia RS 125

Wer eine gebrauchte RS 125 sucht, muss
die höchsten Hürden in der 125er-Klasse überspringen: Unter 1600 Euro findet man kaum sturzfreie Exemplare mit Laufleistungen von weniger als 30000 Kilometern. Realistischer erscheint eine Untergrenze von 2000 Euro. Dafür gibt es immerhin Bikes mit etwa 20000 Kilometern auf dem Tacho, die jedoch zumeist älter
als sechs Jahre sind.

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