Gebrauchtberatung Einzylinder-Enduros bis 1500 Euro Springinsfeld

Nicht nur für erste Schritte im Gelände sind die stollenbewehrten Einzylinder-Enduros der 80er und 90er Jahre eine preisgünstige Einstiegsmöglichkeit.

Foto: Archiv
Wenn alle wüssten, wie gut es mit Enduros klappt, dann hätt’se jeder. Und sei es nur als unkompliziertes Zweitmotorrad für wenig Geld oder als robustes Vehikel fürs Gelände. Denn es muss nicht die neueste Offroad-Rakete aus Mattighofen sein, um abseits der Straße Spaß zu haben. Für weniger als 1500 Euro finden sich auf dem Gebrauchtmarkt reichlich Einzylinder-Enduros, die vollauf genügen.
Dabei rentiert sich der Kauf einer Enduro nicht nur für Schotter-Fans. Durch den breiten Lenker, die aufrechte Sitzposition und das superhandliche Fahrwerk eignen sie sich vor allem für Einsteiger, die
sich am Anfang ihrer Karriere häufig
mit unhandlichen Choppern oder Cruisern oder unbequemen Sportlern herumplagen. Gegenüber diesen bieten die Stollenfahrzeuge wesentlich mehr Einsatzmöglichkeiten. Sie glänzen als wendige Stadtflitzer, als Kurvenräuber auf der Landstraße, als Steinschleuder in der Kiesgrube und als Pfadfinder in der Wildnis. Außerdem ist ihre Technik noch überschaubar. Besitzer müssen weder Fahrzeugelektrik noch Maschinenbau studiert haben, um Wartungs- und Reparaturarbeiten selbst auszuführen zu können.
Hört sich ja fast schon nach einer
eierlegenden Wollmilchsau an. Ganz so
universell einsetzbar sind Enduros aber doch nicht. Autobahnheizen oder Hoch-
geschwindigkeitsstabilität sind nicht ihr Ding. Beladen mit zwei Personen geraten die betagten Einzylinder darüber hinaus schnell an ihre Leistungsgrenzen. Um dann auf der Landstraße noch flott zu überholen, sind Drehzahlen gefragt. Diese Aufgabe meistern Big Bikes wesentlich souveräner. Dafür hört deren Revier an der Asphaltgrenze abrupt auf – das der Enduros nicht.
Große Vorderräder, meist 21-Zöller, und Stollen an den Reifen, dazu ellenlange Federwege und reichlich Bodenfreiheit eignen sich perfekt für »Erdarbeiten«. Und aufgrund des recht niedrigen Gewichts und des breiten Lenkers lässt sich diese Spezies geradezu spielerisch dirigieren. Abschreckend wirken höchstens die immensen Sitzhöhen von bis zu 90 Zentimetern und mehr sowie der teilweise fehlende Elektrostarter. Mit geeigneten Umbaumaßnahmen wie Sitzbank abpolstern und kappen der Federwege kann
zumindest das Problem der großen Sitzhöhen behoben werden. Um über 50 Millimeter schrumpfen sie bei Bedarf.
Und was ist, wenn das Gebrauchtangebot keinen E-Starter hat? Bei einigen Modellen besteht zwar theoretisch die Möglichkeit, ein Knöpfchen nachzurüsten, doch lohnt der Aufwand bei nicht mal 1500 Euro teuren Gebrauchtmotorrädern wirklich nicht. Dann lieber für einen Bruchteil der Kosten die Maschine zur Vergaserjustage in die Wekstatt bringen. Bei richtiger Einstellung und mit etwas Übung starten
die meisten Einzylinder danach spätestens nach dem zweiten oder dritten Tritt auf
den Kickstarter, und schon kann das Fahrvergnügen beginnen.

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