Gebrauchtberatung GSX 600 F GSX 600 F

Der Preis ist niedrig, das Gebrauchtangebot riesig. Bei sportlichen Einsteigern mit begrenzten Geldmitteln ist die Spar-600er deshalb sehr beliebt.

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Es sollte eine Schönheitskur werden, um Ende der Neunziger den schleppenden Neufahrzeug-Verkauf anzukurbeln. Doch die aufgefrischte GSX 600 F bekam ein Styling verpasst, das so gar nicht dem Geschmack des Publikums entsprach. Ein hässliches Entlein ohne herausragende technische Modifikationen, die es zum begehrenswerten Schwan machen könnten. Als Gebrauchte sind Modelle des pummeligen Typs AJ deshalb Ladenhüter. Und gerade deswegen ein Tipp, weil davon vergleichsweise viele preislich sehr attraktive Exemplare technisch top in Schuss sind. Von der wesentlich verbreiteteren und optisch gefälligeren Vorgängerin (Typ GN72B) sind anteilig deutlich weniger empfehlenswerte Maschinen im Umlauf. Sturz- und Gebrauchsspuren, hohe Kilometerleistungen oder sehr gewöhnungsbedürftige Umlackierungen lassen sie gegen die AJ oftmals alt aussehen. Durch die Bank gilt jedoch für alle gut gepflegten GSX 600 F: Für wenig Geld erhält der Käufer einen zuverlässigen Vierzylinder mit sehr handlichem Fahrwerk.
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Marktsituation / Besichtigung

Marktsituation

Die Modelle ab 1998 sind aufgrund des gewöhnungsbedürftigen Designs wenig gefragt. Es lohnt dennoch, nach einem gut gepflegten Exemplar zum Schnapperpreis unter 3000 Euro zu fahnden. Beliebter bei preisbewussten Einsteigern und am häufigsten im Angebot: der Typ GN72B, Baujahr 1993 bis 1996. Allerdings oftmals mit kleineren Mängeln.

Besichtigung

Stürze und Umfaller durch junge, sportlich orientierte Vorbesitzer sind speziell bei älteren Modellen keine Seltenheit, unsachgemäße Wartung durch unerfahrene Hobbyschrauber ebenfalls. Der Käufer sollte nach Kratzern und Rissen fahnden und sich das Service-Heft vorlegen lassen. Außerdem bei Drosselvarianten beachten, dass je nach Modelljahr die Kosten für eine Umrüstung recht hoch sind. Eine Probefahrt ist unerlässlich, um verdächtige Motorgeräusche und unrunden Motorlauf zu ermitteln. Ohne extrem penibel justiertes Ventilspiel und exakte Vergasereinstellung benimmt sich die GSX 600 F zickig. Unbedingt die rostanfällige Auspuffanlage inspizieren.
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Modellpflege

1988
Markteinführung des Typs GN72B zum Preis von 9999 Mark

1989
Felgen mit Dreispeichen-Design, Breite hinten nun 3.50 statt 3.00 Zoll, einstellbare Bremshebel, vorn schwimmend gelagerte Bremsscheiben, Gabel und Federbein einstellbar, Preis: 10290 Mark

1990
Ungedrosselte Version erhält schärfere Nockenwellen, Vergaser mit 33 statt 31 Millimeter Durchmesser und längere Schalldämpfer

1992
Einzel- statt Gabelschlepphebel, Primär- und Sekundärübersetzung etwas länger. 27-PS-Variante: ebenfalls Vergaser mit 33 Millimeter Durchmesser und längere Schalldämpfer, Krümmer mit Reduzierringen

1994
Als 34-PS-Version erhältlich. Preis: 11290 Mark

1996
Zur Erfüllung neuer Geräuschvorschriften modifiziert: Schalldämpfer, Vergaser, Luftfilter, Zündung, Nockenwellenantrieb. Preiserhöhung auf 11790 Mark

1998
Typ AJ: Vier-in-eins-Auspuffanlage, Motor weitgehend identisch mit dem der Suzuki GSF 600 Bandit (80 PS). Neues Verkleidungs-Design. Breitere 17-Zoll-Felgen und Reifen. Preis: 11990 Mark

1999
Motorleistung reduziert auf 78 PS

2001
Letztes Modelljahr in Deutschland. Preis: 13290 Mark.

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