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In MOTORRAD 2/2016: Gebrauchtberatung Honda CBR 600 F (ab Baujahr 2011).

Honda CBR 600 F ABS (PC 41) in der Gebrauchtberatung Brot-und-Butter-Bike?

Von 1998 bis 2007 war die Honda CBR 600 F in fünf Modellgenerationen Serientestsieger und Basis für unzählige Sporterfolge. Und dann? Jahrelange Sendepause. Aber 2011 die Auferstehung als BBB. Um genau das geht’s in dieser Gebrauchtberatung.

BBB? Brot-und-Butter-Bike! Was in diesem speziellen Fall gar nicht abschätzig gemeint ist. Ganz im Gegenteil: Ein Motorrad, das immer und über­all sowie unter jedem Fahrer, egal ob Anfänger oder alter Hase, bestens funktioniert und dabei auch noch Spaß macht, muss man erst mal bauen. Honda schaffte das mit der von 2011 bis 2013 im Programm zu findenden PC 41, vulgo Honda CBR 600 F ABS, ganz hervorragend.

Im Unterschied zu ihren über die Jahre immer sportlicher gewordenen Vorgängerinnen setzte die PC 41 fast ausschließlich auf Alltagstauglichkeit. Etwas mehr Masse (hauptsächlich dem se­ri­en­mäßigen ABS geschuldet), eine moderatere Sitzposition, etwas einfachere Federelemente und ein simplerer Rahmen machten den Hauptunterschied. Und ein günstiger Preis, denn mit dauerhaft 8990 Euro (plus 265 Euro Nebenkosten) kostete die Honda CBR 600 F fast 3000 Euro weniger als ihr Doppel-R-Schwestermodell.

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Ohne Probleme im MOTORRAD-Dauertest

Möglich machte das ein cleveres Baukastensystem, denn unter der recht ordentlich vor Wind und Wetter schützenden Schale steckte die ebenfalls im italienischen Werk in Atessa gefertigte 600er-Hornet. Eine neue Honda CBR 600 F war günstig, aber nicht billig, denn neben besagtem ABS gab’s serienmäßig ein Kombibremssystem, bei dem der Tritt aufs Pedal neben der Hinterradbremse auch zwei der sechs vorderen Bremskolben betätigt – nicht nur für Frischlinge eine feine Sache.

Der MOTORRAD-Dauertest über rasch absolvierte 50.000 Kilometer bescherte der Honda CBR 600 F dann endgültig die höheren Weihen: keine Panne, kein außerplanmäßiger Werkstattaufenthalt – einfach nichts. Oder vielleicht doch: Der Hauptständer – Standard bei allen vorherigen CBRs – wurde doch etwas vermisst.

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Foto: Hersteller
Fünf Modellgenerationen lang, von 1998 bis 2007, war die Honda CBR 600 F Serientestsieger und Basis für unzählige Sporterfolge. Und ab 2011 kam dann die Auferstehung als Brot-und-Butter-Bike.
Fünf Modellgenerationen lang, von 1998 bis 2007, war die Honda CBR 600 F Serientestsieger und Basis für unzählige Sporterfolge. Und ab 2011 kam dann die Auferstehung als Brot-und-Butter-Bike.

Technische Daten Honda CBR 600 F PC 41

Technische Daten Honda CBR 600 F (PC41)
Modelljahr 2011
Motor
Zylinderzahl, Bauart 4 , Reihenmotor
Bohrung/Hub 67,0 / 42,5 mm
Hubraum 599 cm³
Ventile pro Zylinder vier Ventile pro Zylinder
Verdichtung 12,0
Leistung 75,0 kW ( 102,0 PS ) bei 12000 /min
Max. Drehmoment 64 Nm
Zahl der Gänge Sechsganggetriebe
Hinterradantrieb O-Ring-Kette
Fahrwerk, Räder, Bremsen
Rahmen Rückgratrahmen aus Aluminium, Motor mittragend
Federweg vorn/hinten 120 mm / 128 mm
Reifen 120/70 ZR 17 , 180/55 ZR 17
Bremse vorn/hinten 296 mm Dreikolben-Schwimmsattel / 240 mm Einkolben-Schwimmsattel
ABS Ja
Maße und Gewichte
Radstand 1437 mm
Lenkkopfwinkel 65,0 °
Nachlauf 99 mm
Leergewicht vollgetankt k.A.
Sitzhöhe k.A.
Zulässiges Gesamtgewicht 399 kg
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Preis
Neupreis 8990 Euro
Foto: Honda
Wer mehr sportlichkeit wollte: Die auf 100 Stück limitierte LCR-Edition trat 2012 in den Farben des MotoGP-Teams von Stefan Bradl an. Für 9999 Euro gab es Racing-Design, Ausstattungsextras – und eine Bradl-Autogrammkarte.
Wer mehr sportlichkeit wollte: Die auf 100 Stück limitierte LCR-Edition trat 2012 in den Farben des MotoGP-Teams von Stefan Bradl an. Für 9999 Euro gab es Racing-Design, Ausstattungsextras – und eine Bradl-Autogrammkarte.

Modellpflege und Details

2011 Erstes Modelljahr; Farben: Weiß/Rot, Weiß/Blau, Schwarz/Grau; Preis: 9255 Euro (inklusive Nebenkosten).

2012 Farben und Preis unverändert. Zusätzlich ein auf 100 Exemplare limitiertes Sondermodell LCR-Edition: LCR-Design, Arrow-Auspuff, schwarze Soziussitz- und Hinterradabdeckung, Pro Grip-Griffe, Bradl-Autogrammkarte, Preis: 9999 Euro (Preisvorteil 982 Euro).

2013 Letztes offizielles Modelljahr; Preis unverändert. Farben: Schwarz/Grau, Weiß/Rot.

2014 Es werden nur noch Restbestände der Honda CBR 600 F abverkauft. Nachfolgerin ist die nur 87 PS leistende, aber im unteren Drehzahlbereich drehmomentstärkere CBR 650 F.

MOTORRAD

Marktsituation und Besichtigung

Die Zahl der zum Verkauf stehenden Exemplare der Honda CBR 600 F ist recht übersichtlich, aber groß genug, um relativ schnell fündig zu werden und unter absolut vergleichbaren Offerten das beste Angebot zu bekommen – ein klarer Käufermarkt. Je zur Hälfe stammen die Gebrauchtangebote von gewerblichen und privaten Anbietern, wobei in Anbetracht der noch nicht sehr lange zurückliegenden Bauzeit auffällig ist, dass sich ein Großteil der Maschinen bereits in zweiter oder sogar dritter Hand befindet. Das Gros des Angebots bewegt sich zwischen 5500 und 6000 Euro, dafür sind durchaus schon Schätzchen mit nur vierstelliger Kilometerleistung zu bekommen.

Über 6500 Euro werden nur für Maschine im Quasi-Neuzustand erlöst – oder für die nur ganz, ganz selten zum Verkauf stehende LCR-Edition. Die in Sportlerkreisen ansonsten gern und oft anzutreffenden Umbau-Exzesse sind im Falle der Honda CBR 600 F die ganz große Ausnahme. Meist bleibt die Honda im völligen Originalzustand. Wenn überhaupt, werden nur Mini-Blinker, eine dunkle Verkleidungsscheibe und ein kurzer Kennzeichenhalter verbaut. Als Inzahlungnahme ist die CBR durchaus gern gesehen – auch Händler schätzen absolute Zuverlässigkeit.

Was bei einer Besichtigung zu beachten ist

Platz eins in der ewigen MOTORRAD-Dauertest-Bestenliste – noch Fragen zum Thema Zuverlässigkeit? Was nicht heißen soll, dass der Kauf so ganz ohne Besichtigung abgehen sollte. Ein genauer Blick auf und hinter die Verkleidung der Honda CBR 600 F lohnt sich allemal, denn eine nicht kleine Zahl der Neumaschinen landete in Anfänger- und/oder Frauenhand, was den einen oder anderen Um-/Unfaller mit materialmordenden Folgen durchaus wahrscheinlich macht – sorry Ladys.

Aus ­genannten Gründen ist auch ein genauerer Blick auf den Kettensatz der Honda CBR 600 F empfehlenswert, denn die Pflegementalität manch unerfahrener Honda-Eigner lässt etwas zu wünschen übrig. Und wo man bereits in der Hocke verweilt: Sind wo­möglich noch die bei Nässe mit Vorsicht zu ge­nießenden Erstausrüstungsreifen (Bridgestone BT 012) montiert? Falls ja, ist ein ordentlicher Preisabschlag gerechtfertigt. Noch mehr? Lenkschloss (hakig?) kontrollieren, ansonsten reicht das Standard-Besichtigungsprogramm.

Foto: fact
Ein Motorrad, das immer und über­all sowohl bei Anfängern als auch alten Hasen bestens funktioniert und dabei auch noch Spaß macht. Im Unterschied zu ihren über die Jahre immer sportlicher gewordenen Vorgängerinnen setzte die PC 41 fast ausschließlich auf ...
Ein Motorrad, das immer und über­all sowohl bei Anfängern als auch alten Hasen bestens funktioniert und dabei auch noch Spaß macht. Im Unterschied zu ihren über die Jahre immer sportlicher gewordenen Vorgängerinnen setzte die PC 41 fast ausschließlich auf ...

Die Wettbewerber

Foto: Aprilia
Dass auch andere Hersteller versuchen, ein immer und für alle taugliches Bike zu schaffen, ist klar. Hier eine Auswahl an Alternativen zur Honda CBR 600 F: Aprilias Shiver 750 GT besitzt einen Zweizylinder-V-Motor mit 750 cm³, hat 95 PS und 81 Nm bei 215 kg Leergewicht, eine Sitz­höhe von 810 mm une einen Preis (2011) von 8913 Euro. Gebraucht gibt es sie ab 4500 Euro.
Dass auch andere Hersteller versuchen, ein immer und für alle taugliches Bike zu schaffen, ist klar. Hier eine Auswahl an Alternativen zur Honda CBR 600 F: Aprilias Shiver 750 GT besitzt einen Zweizylinder-V-Motor mit 750 cm³, hat 95 PS und 81 Nm bei 215 kg Leergewicht, eine Sitz­höhe von 810 mm une einen Preis (2011) von 8913 Euro. Gebraucht gibt es sie ab 4500 Euro.

Aprilia Shiver 750 GT

Zweizylinder-V-Motor, 750 cm³, 95 PS, 81 Nm, 215 kg Leergewicht, Sitz­höhe 810 mm, Preis 2011: 8913 Euro, gebraucht ab 4500 Euro

Foto: Gargolov
BMW F 800 ST: Zweizylinder-Reihenmotor, 798 cm³, 86 PS, 86 Nm, 209 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790–820 mm, Preis 2011: 9770 Euro, gebraucht ab 4200 Euro.
BMW F 800 ST: Zweizylinder-Reihenmotor, 798 cm³, 86 PS, 86 Nm, 209 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790–820 mm, Preis 2011: 9770 Euro, gebraucht ab 4200 Euro.

BMW F 800 ST

Zweizylinder-Reihenmotor, 798 cm³, 86 PS, 86 Nm, 209 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790–820 mm, Preis 2011: 9770 Euro, gebraucht ab 4200 Euro

Foto: Bilski
Suzuki GSX 650 F: Vierzylinder-Reihenmotor, 656 cm³, 86 PS, 62 Nm, 245 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790 mm, Preis 2011: 7390 Euro, gebraucht ab 3500 Euro.
Suzuki GSX 650 F: Vierzylinder-Reihenmotor, 656 cm³, 86 PS, 62 Nm, 245 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790 mm, Preis 2011: 7390 Euro, gebraucht ab 3500 Euro.

Suzuki GSX 650 F

Vierzylinder-Reihenmotor, 656 cm³, 86 PS, 62 Nm, 245 kg Leergewicht, Sitzhöhe 790 mm, Preis 2011: 7390 Euro, gebraucht ab 3500 Euro

Foto: Gargolov
Yamaha XJ6 Diversion F: Vierzylinder-Reihenmotor, 600 cm³, 78 PS, 60 Nm, 216 kg Leergewicht, Sitzhöhe 785 mm, Preis 2011: 7495 Euro, gebraucht ab 3900 Euro.
Yamaha XJ6 Diversion F: Vierzylinder-Reihenmotor, 600 cm³, 78 PS, 60 Nm, 216 kg Leergewicht, Sitzhöhe 785 mm, Preis 2011: 7495 Euro, gebraucht ab 3900 Euro.

Yamaha XJ6 Diversion F

Vierzylinder-Reihenmotor, 600 cm³, 78 PS, 60 Nm, 216 kg Leergewicht, Sitzhöhe 785 mm, Preis 2011: 7495 Euro, gebraucht ab 3900 Euro

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