Gebrauchtberatung Honda Deauville Fulldresser light

Das ausgeklügelte Konzept des Mittelklasse-Modells als Fulldresser fand bei Tourenfahrern überraschend große Resonanz. Doch günstige Angebote der Deauville sind rar.

Foto: Sdun
Gebrauchtberatung Honda Deauville
Gebrauchtberatung Honda Deauville
Auf den ersten Blick wirkt die Honda Deauville mit ihrem etwas pummeligen Äußeren eher unscheinbar. Tourenfahrer allerdings überzeugt sie mit handfesten Tugenden wie dem praktischen Verkleidungsschutz, einer bequemen Sitzposition, integrierten Koffern, einem wartungsfreien, reaktionsarmen Kardan und nicht zuletzt dem aus Shadow, Africa Twin der ersten Jahrgänge und Transalp bekannten laufruhigen, bewährt zuverlässigen V2-Motor.
Seit dem Debüt der Deauville 1998 entschieden sich mehr als 8000 Käufer für das Reisegefährt. Trotz dieser stattlichen Anzahl an hier zu Lande zugelassenen Maschinen sind Schnäppchen auf dem Gebrauchtmarkt selten. Deauville-Besitzer gehören offensichtlich zu einer zufriedenen Klientel, die mit dem Nachfolgemodell der NTV 650 ein auf sie zugeschnittenes, preisgünstiges Tourenkonzept gefunden haben, das die Konkurrenz so nicht bietet.
Die Deauville offeriert ein relativ großzügiges Platzangebot für das Reisen zu zweit, und man kann mit ihr entweder entspannt dahinbummeln oder mit Spitzentempo 180 km/h auf der Autobahn Meter machen. Der modifizierte Dreiventil-V2 aus den späten 80er Jahren verrichtet unspektakulär, aber unverwüstlich seinen Dienst. Mit Ventilspiel-Kontrollen nur alle 12000 Kilometer hält sich der Wartungsaufwand in Grenzen. Genügsam gibt sich der Zweizylinder auch im Benzinverbrauch mit rund fünf Litern, so dass sich Tourer bei einem Tankvolumen von 19 Litern über einen Aktionsradius von fast 400 Kilometern freuen können.
Von 1998 bis 2001 hat Honda die Deauville mit 56, 50 und 34 PS angeboten. 2002 wurde die 50-PS-Variante aus dem Programm genommen. Eine Entdrosselung schlägt mit rund 33, eine Drosselung mit 58 Euro Materialkosten zu Buche plus je einer Stunde Arbeitszeit. Umweltfreundliche Gebrauchtkäufer können ruhigen Gewissens eigentlich nur das Modell 2002 in die engere Wahl ziehen, da erst dieses mit ungeregelten Katalysatoren und einem Sekundärluftsystem die ab April 2003 in Kraft tretende Euro-2-Norm erfüllt.
Bei dieser Modellmodifikation spendierte Honda neben einem helleren Scheinwerfer das Verbundbremssystem, das über das Fußbremspedal auch die vorderen Bremsen aktiviert. Außerdem konnte mit leichteren Kolben eine noch größere Laufruhe des Motors erzielt werden, die Überarbeitung von Kupplung und Primärantrieb minimierte Laufgeräusche, die sensible Kundschaft zuvor vereinzelt als störend reklamiert hatte. Der Kritik an der etwas geringen Kapazität der fest montierten Kunststoffkoffer trug Honda ebenfalls Rechnung. Statt der vorher mit optionalen Wechseldeckel möglichen rund 56 Litern stehen heute maximal zehn Liter mehr Stauraum zur Verfügung.
Von diesen Modellpflegemaßnahmen können Besitzer älterer Jahrgänge leider nicht profitieren, weil der Aufwand einer Umrüstung finanziell in keinem Verhältnis steht. Wegen veränderter Kofferformen passen noch nicht einmal die größeren Deckel ab 2002 an die Behälter des Vorgängermodells. Wer nur auf das jüngste Modell scharf ist und im Gebrauchthandel nicht fündig wird, sollte das Angebot von Parallelimporteur ZTK ins Kalkül ziehen: 7299 Euro für ein fabrikneues Modell 2002.












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