Gebrauchtberatung Kawasaki VN 800 Kawasaki VN 800

Kleine Große oder große Kleine? Als Gebrauchte ist die 800er jedenfalls ganz groß, weil man mit ihr nicht nur auf der günstigen Schiene, sondern auch sonst gut fährt.

Foto: Jahn
Abgekupfert, Plagiate, Möchtegerns – die VN-800-Modelle wurden bei ihrer Markteinführung nicht von jedem freundlich begrüßt, schon gar nicht von eingefleischten US-Cruiser-Fans. Das Standardmodell von 1995 gleicht der Harley Softail Custom frappierend, die Classic (ab 1996) zitiert die Fat Boy an mehr als nur einer Stelle, und die Drifter (ab 1999) könnte als neu aufgelegtes Meisterstück der 1953 begrabenen US-Kultschmiede Indian durchgehen. Man kann sich entweder darüber echauffieren oder ganz einfach auf Amerikanisch sagen: so what? Denn die Kawasaki wirkt trotz ihrer Zuordnung zur Mittelklasse richtig groß und sieht vor allem erstklassig aus.

Der 800er-V2 zeigt ebenfalls wahre Größe: Wegen der vorbildlichen Leistungsentfaltung zwischen 2000 und 8000/min reichen 56 PS locker aus, um japanische Konkurrentinnen namens Drag Star, Shadow oder Marauder alt aussehen zu lassen. Und auch mit zu Übergewicht neigenden Hubraumboliden vom Schlage einer Fat Boy kann sie gut mithalten. Das Fahrwerk der VN ist straff, jedoch komfortabel genug gefedert, um auf jedem Typ Straße Ruhe zu bewahren. Eine gut ausbalancierte Maschine, mit der sich ein Nachmittagsausflug ebenso angenehm angehen lässt wie eine mehrtägige Tour. Und was die Gebrauchtpreise betrifft, geben sich die VN-Modelle fernöstlich bescheiden. Unterm Strich also viele Tugenden, so dass es keine Sünde wäre, diese guten Eigenschaften auch mal frech abzukupfern.

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