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2007 folgt ein umfangreiches Update. Nicht nur die Kanten wirken runder, das Fahrgefühl passt trotz Leistungsminus.

Gebrauchtberatung Kawasaki Z 1000 Aggressive, starke Neuauflage des Klassikers

Müssen Motorräder, die ruhmreiche Namen von anno dunnemals tragen, auch alt aussehen? Nein, sagt Kawasaki und schickt ab 2003 die Neuauflage der Kawasaki Z 1000 in radikaler wie moderner Gestalt auf die Straße.

Retro einmal anders. Anfang des neuen Millenniums beschließt Kawasaki, die glorreiche Z-Baureihe aus den wilden Siebzigern aufleben zu lassen. Aber nicht in Form eines verkitschten Oldschool-Designs. Die Wiederauflage der Kawasaki Z 1000 von 2003 sollte nicht nur technisch, sondern auch optisch durch und durch modern gestylt sein. Weshalb nicht die organische Tropfenform der Siebziger, sondern die schnittig-kantige Formensprache der 2000er-Jahre den Vierzylinder beherrschte.

Ideologisch sollte der aber durchaus am Vorbild von einst anknüpfen. Genauso wie es vor 40 Jahren galt, die Straße nicht bloß durch schiere Kraft, sondern noch mehr durch eine sauber kultivierte Leistungsabgabe zu beeindrucken. Weshalb sich die ersten zwei Typen der Kawasaki Z 1000 (2003 und 2007) noch mit vergleichsweise moderater Leistung (127 bzw. 125 PS) und komfortbetontem Fahrwerk begnügten.

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Leistungssteigerung ab Baujahr 2010

Erst die dritte Generation der Kawasaki Z 1000 ab 2010 stockte kräftig auf. Der Hubraum stieg von 953 auf 1043 Kubik, die Leistung auf 138 PS. Damit hat sich aber auch der Charakter des Big Four kräftig gewandelt. Natürlich reißt die 1000er nun deutlich spontaner an, was neben dem Hubraum- und Leistungsplus auch etwas mit der geänderten Übersetzung zu tun hat.

Geopfert wurde dafür aber einiges an Laufruhe, welche die beiden Vorgängermodelle ausgezeichnet hat. Auch in puncto Fahrwerk haben die Kawasaki-Ingenieure nun deutlich nachgelegt. Unterm Strich heißt das: weniger Komfort, dafür mehr Handlichkeit und Stabilität. Die Kawasaki Z 1000 hat ab ihrer dritten Evolutionsstufe deutlich an Schärfe gewonnen.

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Besichtigung Kawasaki Z 1000

Gleich zwei Typen der 1000er durchliefen den MOTORRAD-Langstreckentest. Die ­Bilanz des ersten Jahrgangs (2003) fiel durchweg positiv auf. Einziges Manko: der heulende sechste Gang, was Kawasaki dazu bewog, ab 2005 modifizierte Gangradpaare zu verbauen – und dieses Besitzern der Jahrgänge 2003 und 2004 als Umrüstmaßnahme zu offerieren. Ähnlich erfolgreich stemmt das 2010er-Modell der Kawasaki Z 1000 die 50.000-Kilometer-Distanz: technisch fit und kaum außerplanmäßig in der Werkstatt.

Einzig die Vorgabe, nach 48.000 Kilometern alle Bremsleitungen und Dichtungen zu tauschen, verhagelt das positive Bild. In der Praxis obsolet, berichten aber Werkstätten, denn viele Eigner der Kawasaki Z 1000 haben schon längst auf Stahlflex umgerüstet. Bei älteren Modellen auf Vibrationsschäden und versteckte Rostnester achten. Die Jahrgänge 2006 bis 2009 sollten mit rotem Masterkey-Set (zur Codierung der Wegfahrsperre bei Schlüsselnachfertigungen) übergeben werden.

Marktsituation Kawasaki Z 1000

Insgesamt sind von den ersten drei Generationen der Kawasaki Z 1000 in zehn Jahren rund 13.000 Fahrzeuge verkauft worden. Das ist eine ordentliche Stückzahl, entsprechend reichhaltig sind die Verkaufsportale im Internet gefüllt bzw. ist die Z 1000 auch bei Händlern zu finden. Die günstigsten Angebote des Reihenvierers fallen gerade knapp unter die 3000-Euro-Schwelle. Bei diesen Offerten handelt es sich meist um Motorräder aus den ersten drei Jahrgängen, auf denen schon eine stattliche Kilo­meterleistung abgespult wurde. Stimmt die Wartungshistorie, stellt das kein Problem dar. Eher schon, wenn zum Teil heftige Umbauten (vor allem beim Heck) vorgenommen wurden.

Fraglich ist, ob ei­nem selbst dieses Customizing auf Dauer gefällt. Auch für einen späteren Wiederverkauf sind solche Offerten nicht förderlich. Der zweite Typ (ab Baujahr 2007) ist ab rund 4500 Euro zu bekommen. Bei diesem beschränken sich Tuningmaßnahmen meist auf Auspuff, Spiegel oder Blinker. Die dritte Generation der Kawasaki Z 1000 kratzt preislich an der 6000-Euro-Grenze. Der Gegenwert: Top-Gepflegte aus erster Hand!

Verfügbarkeit am Markt: sehr hoch

Preisniveau in Euro 
Baujahre  km-Stand
Niedrig  3000-4000 2003-2005 30.000-50.000
Mittel4000-60002006-200815.000-30.000
Hoch6000-80002009-2012 5000-15.000
Typim Programm  Verkäufe*
ZR1000-A1H-A6f2003-20066927
ZR1000 C7F-C9F2007-20092960
ZR1000 EAF-EDF2010-20133135
*Stand Dezember 2013
Foto: Gargolov
Seit 2007 haben die ohnehin schon standfesten und gut dosierbaren Bremsen der 1000er dank ABS und Radial-Bremssätteln nochmals deutlich an Qualität gewonnen.
Seit 2007 haben die ohnehin schon standfesten und gut dosierbaren Bremsen der 1000er dank ABS und Radial-Bremssätteln nochmals deutlich an Qualität gewonnen.

Technische Daten Kawasaki Z 1000

Kawasaki Z 1000 (Typ ZR 1000 EAF, Modelljahr 2010)

Motor
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, geregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub: 77,0 x 56,0 mm
Hubraum: 1043 cm³
Nennleistung: 101,5 kW (138 PS) bei 9600/min
Max. Drehmoment: 110 Nm bei 7800/min

Fahrwerk
Rückgratrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, ABS.
Alu-Gussräder: 3.50 x 17; 6.00 x 17
Reifen: 120/70 ZR 17; 190/50 ZR 17

Maße und Gewichte
Radstand 1440 mm, Lenkkopfwinkel 65,5 Grad, Nachlauf 103 mm, Federweg v/h 120/138 mm, Sitzhöhe* 815 mm, Gewicht vollgetankt* 222 kg, Tankinhalt 15,0 Liter.

Messungen (MOTORRAD 5/2010)
Höchstgeschwindigkeit**: 240 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h: 3,3 sek
Durchzug
60–100 km/h: 3,3 sek
Verbrauch: 5,5 l/100 km (Landstraße)

*MOTORRAD-Messungen, **Herstellerangaben
Foto: Kawasaki
2003 erscheint die erste Z 1000 mit 953 cm³ Hubraum und 127 PS. Der aus der ZX-9R adaptierte Motor hat ­supersportliche Wurzeln.
2003 erscheint die erste Z 1000 mit 953 cm³ Hubraum und 127 PS. Der aus der ZX-9R adaptierte Motor hat ­supersportliche Wurzeln.

Modellchronik Kawasaki Z 1000

2003: Markteinführung der Kawasaki Z 1000 mit vergrößertem Antrieb aus dem Supersportmodell ZX-9R (953 cm³, 127 PS bei 10 000/min), überarbeitetem Zylinderkopf und modifizierten Nockenwellen. Stahlrohrrahmen, Upside-down-Gabel, Alu­schwinge, polierte Edelstahl-Auspuffanlage mit G-Kat und Sekundärluftsystem, Sechs-Zoll-Felge mit 190er-Hinterreifen. Farben: Grün, Blau, Orange. Preis: 9990 Euro.

2005: Wegfahrsperre serienmäßig, Ge­triebe, Lichtmaschine und Benzinpumpe modifiziert. Farben: Grün, Schwarz, Silber. Preis: 9995 Euro.

2007: Komplett überarbeitetes Modell mit neuer Motorabstimmung (zur Einhaltung der Geräuschbestimmungen und Euro 3), Hubraum unverändert, Leistung 125 PS bei 10.000/min, Getriebe kürzer übersetzt, Rahmen/Fahrwerk komplett überarbeitet. ABS-Bremse mit radial verschraubten Bremssätteln. Farben: Schwarz, Orange, Blau. Preis: 10.395 Euro

2008: Neues Steuergerät, Klarglasblinker hinten. Farben: Grün, Blau, Weiß. Preis: 9895 Euro.

2010: Neues Modell mit 1043-cm³-Motor (Daten siehe oben). Farben: Schwarz, Braun, Weiß. Preis: 11.295 Euro.

2014: Komplett überarbeitetes Modell, 1043 cm³ Hubraum, 142 PS, auch als Special Edition erhältlich. Preis: 12.195 Euro.
Rückruf 2010 Austausch Bremsleitung beim Modell ZR1000 EAF.

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