Gebrauchtberatung Kawasaki ZX-6R Kawasaki ZX-6R Einspritzmodelle

Fällt auf, schreit und ist aggressiv: Besonders in giftig Grün oder knallig Orange fasziniert die Einspritzer-ZX-6R jüngere, sportlich orientierte Fahrer.

Foto: Archiv
Da geht was: Die Einspritzmotoren der ZX-6R ab Jahrgang 2003 können locker bis 14000/min gedreht werden. Unter 200 Kilogramm Kampfgewicht und über 120 PS erlauben wildeste Fahrmanöver, so dass die Knie entweder gekonnt über den Asphalt schleifen oder einfach nur schlottern, denn dieses Heizgerät mag heftigste Schräglagen, die sich allerdings nur die wenigsten Fahrer zutrauen. Eine radikal auf Sport getrimmte 600er, das kommt bei einer jüngeren Klientel der U-30-Liga (und allen Älteren, denen der Wagemut noch nicht abhanden gekommen ist) super an. Zumal das Motorrad auch in den Leitungsvarianten 98 PS (deutlich versicherungsgünstiger) und 34 PS (Fahranfänger-Limit) erhältlich ist. Moment mal, 600er? Stimmt nicht ganz, jedenfalls nicht bis zur Modellpflege 2007. Bis dahin hatte die Einspritz-ZX-6R ein Hubraumplus von 36 Kubikzentimetern. Eine feine Sache in freier Wildbahn, denn auf der Landstraße bedeutet mehr Hubraum auch mehr Durchzug. Für geschlossene Wettkampfzirkel bot Kawasaki von 2003 bis 2006 die Rennmaschine ZX-6RR parallel an – für Nicht-Rennfahrer deutlich weniger empfehlenswert. Die Standard-Sechser ist für Otto Normalheizer bei weitem radikal genug. Wer auf ihr Platz nimmt, merkt schnell: Auch hier ist der Gebückte König. Als Gebrauchte ist die kompromisslose Sportmaschine gefragt, das aggressive Grün oder Orange stehen ihr besonders gut.

6/2003 (VT), 11/2003 (VT), 21/2003 (Auspuff-Test), 10/2004 (VT), 13/2004 (VT), 4/2005 (VT), 11/2005 (VT), 19/2005 (VT: Alpen-Masters), 6/2006 (VT), 11/2006 (VT), 6/2007 (VT), 11/2007 (VT), 9/2008 (VT), 11/2008 (VT), 2/2009 (T)

T=Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

Fansite: www.zx6-ninja.deGebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike203
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Besichtigung

Trotz enorm hoher Drehzahlen bis 14000/min gilt der Motor als standfest, Ärger ist kaum zu erwarten. Technisch steht das radikale, aber zuverlässige Sportmotorrad in der Regel gut da, regelmäßige Wartung vorausgesetzt.  Genau da hapert es jedoch bei manchen jüngeren,. 

unerfahrenen Besitzern, denen etwa Kette fetten als überflüssiger Aufwand erscheint. Bei der Besichtigung deshalb bitte genau auf alle Verschleißteile achten (Bremsbeläge, Kettensatz, Züge). Dabei gleich nach versteckten Sturzspuren fahnden, die sich unter Umständen unter einer neuen Verkleidung verbergen. Wichtig ist eine komplette Historie des Motorrads. Am besten Serviceheft und nachvollziehbare Werkstatt-Rechnungen bei etwaigen Reparaturen vorlegen lassen. Viele Besitzerwechsel oder der Hinweis, dass man „ein, maximal zweimal“ und dann für „nur eine Runde“ auf der Rennstrecke gewesen ist, bedeutet: Dieses Motorrad wurde hart rangenommen, also lieber Finger weg! Originalzustand und ein gepflegtes Äußeres erhöhen jedenfalls der Wiederverkaufswert erheblich.
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Marktsituation

Besitzer einer ZX-6R lassen sich offenbar schnell von anderen, neueren  Maschinen in den Bann ziehen, wenn diese etwas leichter,
stärker und schnittiger auf den Markt kommen.
Folge: Auffällig viele der noch jungen „Sechser“ mit Einspritzung werden – mehrheitlich von Privat-
anbietern – mit sehr optimistischen Preisforderungen inseriert, um Geld für eine Neuanschaffung frei zu machen. Findet sich ein Käufer, prima. Wenn nicht, wird einfach weitergefahren.
So verwischt das reale Preisgefüge. In der am stärksten frequentierten mittleren Preisspanne (4500 bis 5400
Euro) konkurrieren topgepflegte ältere Modelle (2003/2004) mit schon arg strapazierten Exemplaren ab 2005.
Foto: Archiv

Daten

Motor

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung, Einspritzung, ungeregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub 68 x 43,8 mm

Hubraum Hubraum 636 cm3

 

Nennleistung

95,5 kW (130 PS) bei 14000/min

 

Max. Drehmoment

70,5 Nm bei 11500/min

Fahrwerk

Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, verstellbare Federbasis,

Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten.

Alu-Gussräder3.50 x 17; 5.50 x 17

Reifen120/65 ZR 17; 180/55 ZR 17

Maße+Gewichte

Radstand 1390 mm, Lenkkopfwinkel 65 Grad, Nachlauf 106 mm, Gewicht voll­getankt* 194 kg, Zuladung* 184 kg, Tank­inhalt 17 Liter.

Messungen

(MOTORRAD 4/2005)

Höchstgeschwindigkeit**268 km/h

 

Beschleunigung

0–100 km/h3,2 sek

Durchzug

60–100 km/h4,2 sek

Verbrauch

 5,9 l/100 km (Landstraße), Super

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