Gebrauchtberatung Kawasaki ZX-9R/ZX-10R Gebrauchtberatung Kawasaki ZX-9R

Kawasakis ehemaliger Vorzeige-sportler, von den Fans liebevoll »Neuner« genannt, entsprach eigentlich gar nicht dem super-sportlichen Image der Marke. Die vergleichsweise komfortable Auslegung kommt ihm heute als Gebrauchtbike zugute.

Foto: fact
Als die ZX-9R 1994 die Nachfolge der GPZ 900 R antrat, wirkte sie im Vergleich wie von einem anderem Stern. Die Erstausgabe der Neuner-Ninja war mustergültig in puncto Fahrdynamik und -eigenschaften. Außerdem gefiel die für Sportlerverhältnisse sehr komfortable Ergonomie. Weshalb gerade die älteren Ninja-Jahrgänge heute als formidable Sport­tourer für Solisten durchgehen. Die erste Serie litt zuwei-len an durchbrennenden Zylinderkopfdichtungen, undichten Was­serpumpen sowie herausspringenden Gängen. Diese Schäden sollten jedoch heute längst behoben sein. Bei der zweiten Gene­ration ab 1998 ging der Ärger mit Gabel­-flattern los. Bei harten Bremsmanövern auf welligem Untergrund konnten sich diverse Schwingungen überlagern und es auslösen. Wobei nicht alle Maschinen betroffen waren und das ­Problem in sehr unterschiedlichem Ausmaß auftrat. Auch die dritte Generation ab Baujahr 2000 litt unter der Flatterei. Abhilfe wurde mit weniger bissigen Brems­belägen geschaffen. Erst nach einer gründlichen Überarbeitung 2002 war das Thema erledigt. Wen es nicht auf die Rennstrecke zieht, der kann auch getrost bei den älteren Jahrgängen ­zugreifen, denn auf der Landstraße tritt das Gabelflattern kaum auf. Dafür kann dort der Antrieb seine Stärken ausspielen, der elegant bulli­gen Antritt bei niedrigen und mittleren Drehzahlen mit explosiver Leistungsabgabe obenraus kombiniert. Hohe Laufleistungen steckt der Vierzylinder klaglos weg, wie er ­im 50000-Kilometer-Langstreckentest der Schwesterzeitschrift PS unter Beweis gestellt hat.

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