Gebrauchtberatung Suzuki GSX 1300 R Hayabusa Schierer Schub

Der gewaltige Schub der Hayabusa kann süchtig machen. Wer ihn oft genießt, müsste beim Reifenhändler Mengenrabatt bekommen. Oder weniger Gas geben.

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Gebrauchtberatung Suzuki GSX 1300 R Hayabusa
Gebrauchtberatung Suzuki GSX 1300 R Hayabusa
Sschöö ist sie nicht, eher pummelig. Mit rund fünf Zentnern Gewicht gehört sie auch nicht unbedingt zu den sportlichen Asketen mit Idealgewicht. Aber mit 175 PS und dem Versprechen von 300 km/h Höchstgeschwindigkeit zieht sie die Kundschaft hypnotisch an, die Suzuki GSX 1300 R. In der Zunft eigentlich nur unter dem Namen Hayabusa akzeptiert. Der japanische Jagdfalke hat zugeschlagen und die avisierte Beute, sprich Kundschaft, ist ihr erlegen. Bisher fast 6000 Käufer können sich irren. Zumal das Fahrwerk die exorbitante Leistung ruhig und narrensicher, sprich kontrollierbar auf die Straße bringt. Der brachiale Schub des Vierzylinders in allen Drehzalbereichen ist seit seinem Debüt 1999 Legende. Das elastische Triebwerk - mit 1300 cm³ Hubraum sonst eigentlich eher ausgewachsenen Kleinwagen vorbehalten – lässt beide Spielarten zu: unbeschreiblich adrenalinträchtiges Angasen auf vornehmlich schnellen Autobahnteilen oder souveränes Bummeln im Tourerbereich auch mit Gepäck und Sozius, immer in dem Bewusssein, daß bei heiklen Verkehrssituationen genug Kraftreserven spielerisch zu mobilisieren sind.
Spätbremser monieren anfangs vielleicht die nicht übermäßig sensibel ansprechende, vordere Bremsanlage, sind aber bald versöhnt, wenn sie die Effektivität der Stopper zu schätzen gelernt haben.
Schäden, wie im 50000-Kilometer-Langstreckentest von MOTORRAD, bei dem zweimal der Steuerkettenspanner kostspielige Garantieansprüche verursachte, können mittlerweile ausgeschlossen werden. Ab Fahrgestellnummer JS1A200103971 wurde ein modifizierter Spanner verwendet, bei allen anderen Maschinen im Rahmen einer Rückrufaktion getauscht. Ebenfalls zweimal gewechselt werden musste die Servoeinheit der Kupplung, deren Klauen frühzeitig Verschleiß zeigten und das ruckfreie Anfahren erschwerten. Außerdem verstärkte Suzuki ab Modelljahr 2000 die Kupplungsfedern.
Seit der freiwilligen Selbstbeschränkung der Motorradhersteller musse das Modell 2001 Federn lassen, die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 295 km/h eingebremst. Die Elektronik regelt kurz vor der 300er-Schallmauer ab. Eine eher politische Entscheidung, die pure Leistungsfetischisten zwar verärgern mag, aber eigentlich bei der marginalen Differenz für den größten Teil der Hayabusa-Treiber völlig unbedeutend sein dürfte. Erst 2002 konnte Suzuki auch die umweltbewsste Fraktion der Fahrer zufriedenstellen und installierte einen geregelten Katalysator. Diese zukunftsträchtige Lösung lässt sich laut Suzuki nu mit horrenden Kosten in den älteren Jahrgängen nachrüsten. Möglich wäre es schon, nur lohnen die horrenden Kosten nicht.
Das Fahrwerk der Hayabusa liegt ganz auf der sicheren Seite. Seine Stabilität auch bei Höchstgeschwindigkeit ist tadellos, da gibt es selbst bei Topspeed kein Lenkerzucken oder Wackeln. Ausreichend straff, aber doch komfortabel abgestimmt, bügeln die komplett einstellbaren Federelemente sogar grobe Fahrbahn glatt .
Mit der Hayabusa hat Suzuki das Kunstwerk fertiggebracht, Fahrern zwischen 160 und mehr als 190 Zentimetern Körpergröße einen passenden Arbeitsplatz bereitzustellen. Rein touristisch orientierte Fahrer rüsten auf einen bequemere Lenkermit einer höheren Verkleidungsscheibe um. Gebrauchtkäufer hoffen, dss viele Interessenten für die G-Kat-Version sich bemüßigt fühlen, ihre alte Hayabusa schnell und günstig abzugeben.

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