Gebrauchtberatung Suzuki V-Strom 1000 Misch-Maschine

Suzukis V-Strom 1000 ist der Allrounder unter den großvolumigen Offroad-Reisemaschinen. Der Mix aus Enduro, Sportler und Reisemaschine ist bei Gebrauchtkäufern gefragt. Stimmt die Mischung?

Foto: fact
Den Trend zu großvolumigen Reiseenduros hatte Suzuki lange Zeit verschlafen. Obwohl das passende V2-Triebwerk in den Regalen lag, starteten die Japaner erst 2002 mit der V-Strom 1000 zur Aufholjagd bei den Großenduros. Die mit einem Alu-Rahmen und Gussrädern ausgestattete V-Strom war damals der leichteste Vertreter dieser Spezies. Prompt verkündeten die Werbelyriker, mit der V-Strom etwas Einzigartiges, noch nie Dagewesenes geschaffen zu haben, nämlich den ersten Sport-Enduro-Tourer. Demnach sollte die 1000er nicht nur im leichten Gelände und auf Reisen eine gute Figur machen, son-
dern auch im Winkelwerk drittklassiger Landstraßen zum formidablen Jäger der Stummellenker-Fraktion taugen.
Tatsächlich ist die vollgetankt nur 237 Kilogramm schwere V-Strom 1000 unter ihresgleichen eine Fahrmaschine ersten Ranges. Garant hierfür ist der aus der TL 1000 S stammende, stark überarbeitete V2-Motor. Er vereint Laufkultur mit einer explosiven Leistungsabgabe, ermöglicht auf Touren aber ebenso stressfreies Glei-ten im sechsten Gang, der als drehzahlschonender Overdrive fungiert. Darüber hinaus ist er ein verlässlicher Antrieb, wie der problemlos absolvierte 50000-Kilometer-Marathon des MOTORRAD-Dauertests (Ausgabe 2/2004) beweist.
Ebenfalls gut ist es um Sitzkomfort
und Reichweite bestellt. Sportliche Piloten bemängeln indes die geringe Schräg-
lagenfreiheit und die zu weich gefederte Gabel, die überdies mit einem schlechten
Ansprechverhalten missfällt. Für Verdruss sorgen zudem die starken Turbulenzen hinter dem steil aufragenden Windschild, die sich mit Tourenscheiben aus dem Zu-
behör jedoch deutlich reduzieren lassen.
Größtes Manko der V-Strom 1000 ist
allerdings ihre Pendelneigung bei hohen Geschwindigkeiten. Der sauber verschweiß-
te Alu-Brückenrahmen wirkt stabiler, als
er ist. Je nach Reifentyp und Störein-
fluss beginnt die V-Strom ab etwa 180 km/h zu wackeln, mit Koffern und Topcase auch schon mal deutlich früher. Weshalb Suzuki den Motor konsequenterweise bei 200 km/h elektronisch abriegelt. Gang- und Drehzahlsensoren verhindern, dass die V-Strom im fünften und sechsten Gang die Nenndrehzahl erreicht. Von diesen werks-
seitigen Beschränkungen sollten sich Gebrauchtkäufer jedoch nicht abschrecken lassen, denn beim Reisen und Kurven-
surfen auf Landstraßen ist der Fahrspaß auf der V-Strom garantiert.

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