Gebrauchtberatung Yamaha Bulldog BT 1100

Gebrauchtberatung Yamaha Bulldog BT 1100

Bulldog, welch gefährlich klingender Name für dies brave Bike. Die Fangemeinde sieht das genau so und nennt den Renncruiser meist Dogge oder schlicht Hündchen.

Foto: Gargolov
Aktuelle Version mit scharzen Rädern und Rahmen.
Aktuelle Version mit scharzen Rädern und Rahmen.
Warum auch immer Yamaha der BT 1100 den Beinamen Bulldog verpasst hat, am Biss des luftgekühlten Zweizylinders kann’s sicher nicht liegen. Denn dem aus der seligen TR1 und dem Geradeausläufer XV 1100 Virago stammenden V2, der in ein kurvenfreudigeres Fahrwerk gesteckt wurde, liegt nämlich eher das lockere Surfen auf der Drehmomentwelle. Bei 65 PS aus 1,1 Liter Hubraum ist auch klar, dass es hier beim Dreh um das Moment und nicht um die Zahl geht. Hohe Drehzahlen mag der V2 überhaupt nicht. Wer mehr Dampf möchte, wird zum Beispiel bei Krause-Technik in Dortmund TÜV-konform fündig. Spätestens dann sollte die Gabel neu gefedert werden, um auch schlechte Teerstrecken sicher meistern zu können. Die Originalfedern sind schlicht zu weich. Viele Bulldog-Treiber stören sich am zu weit nach hinten gekröpften Lenker, der zusammen mit der unverrückbaren Sitzposition auf Dauer unangenehm ist. Die Bremsanlage hingegen ist über alle Zweifel erhaben, stammen die Zangen doch von den Supersportlern des Hauses (R1, ab 2005 von der R6). Und mechanische Schwächen der BT 1100 sind nicht bekannt.
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Foto: Archiv
Bulldogge ahoi.
Bulldogge ahoi.

Markt und Besichtigung


Marktsituation

Mit rund 4000 verkauften Exemplaren ist die Bulldog kein echter Exot, wenngleich sie nicht an jeder Straßenecke steht. Ab 4500 Euro beginnt der Einstieg für ein unfallfreies Exemplar. Für gut 7500 Euro gibt es Vorführmodelle. Die Auswahl ist recht groß, viele Maschinen sind von Krause-Technik modifiziert und besitzen andere Gabelfedern.

Besichtigung

Dem bissigen Namen zum Trotz gibt sich die Bulldog gegenüber den Interessenten bei der Besichtigung sehr friedfertig. Dank hochwertiger Materialien und guter Verarbeitung sind böse Überraschungen in puncto Korrosion und Verschleiß nicht zu erwarten. Anfangs litten einige Exemplare unter undichten Armaturen, zu erkennen daran, dass der digitale Teil nur noch wirre Werte anzeigt. Die meisten Instrumente wurden auf Garantie getauscht. Bei Umbauten von Lenker, Gabel und/oder Vergaser auf TÜV-Eintrag beziehungsweise Mitnahme der Originalteile bestehen.

Modellpflege - Yamaha BT 1100 Bulldog

2001
Markteinführung (Typ RP 051), Preis 8580 Euro

2003
Keine technischen Änderungen, Preis 8650 Euro

2004
Keine technischen Änderungen, Preis 8845 Euro

2005
Umfangreiche Überarbeitung, neue Typbezeichnung (RP 052), Preis 8995 Euro.
Vergaser mit Kraftstoffabschaltventil, neue Vergaserabdeckungen; in die Endschalldämpfer integrierte Katalysatoren zur Einhaltung der Euro-2-Abgasnorm.
Neue Halterung für Sitzbank am Rahmenheck, neu gestalteter Innenkotflügel zur Aufnahme der geänderten Elektrikbauteile, wie beispielsweise den Sicherungshalter.
Obere Gabelbrücke in der Form geändert (für die Wegfahrsperreneinheit); neue Lenkerhalter und ein neuer Aluminium-Lenker; neuer Kraftstofftank mit geändertem Tankdeckel; Form der Sitzbank wurde für höheren Komfort geändert, Sitzbankschloss. Bremsscheiben vorne und die Bremssättel geändert, neuer Hauptbremszylinder vorn, mit 15 statt 14 Millimeter Kolbendurchmesser, integrierte elektronische Wegfahrsperre.
Die Zündbox beinhaltet jetzt auch die Steuerung der Wegfahrsperre, sie ist in ihren Abmessungen kleiner geworden.
Die Steckverbindungen am kompletten Kabelbaum wurden durch wasserdichte ersetzt, neue Lenkerschalter, jetzt mit Warnblinker, dafür fehlt der Lichtschalter. Schwarz lackierte Felgen, neues Multifunktions-Cockpit

2006
Keine technischen Änderungen, Preis 8995 Euro

Technische Daten - Yamaha BT 1100 Bulldog

Motor
Luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-75-Grad-V-Motor, je eine oben liegende, kettengetriebene Nockenwelle, Nasssumpfschmierung, Mikuni-Gleichdruck-
vergaser, Ø 37 mm, kontaktlose Transistorzündung, Sekundärluftsystem, Lichtmaschine 350 Watt, Batterie 12 V/
12 Ah, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfgangge-
triebe, Kardan.
Bohrung x Hub 95 x 75 mm
Hubraum 1063 cm3
Verdichtungsverhältnis 8,3:1
Nennleistung
48 kW (65 PS) bei 5500/min
Max. Drehmoment 88 Nm bei 4500/min

Fahrwerk
Brückenrahmen aus Stahlrohr, Motor mittragend, Telegabel, Ø 43 mm, verstellbare Federbasis, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 298 mm, Vierkolben-Festsättel, Scheibenbremse hinten, Ø 267 mm, Zweikolben-Festsattel.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 170/60 ZR 17

Maße und Gewichte
Radstand 1530 mm, Lenkkopfwinkel 65 Grad, Nachlauf 106 mm, Federweg v/h 130/113 mm, Sitzhöhe 800 mm, Ge-
wicht vollgetankt 251 kg, Zuladung 199 kg, Tankinhalt/Reserve 20/5,8 Liter.



Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 174 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 4,9 sek
0–140 km/h 9,6 sek
Durchzug
60–100 km/h 5,3 sek
100–140 km/h 6,0 sek
Verbrauch 4,4 bis 5,8 l/100 km,
Normalbenzin

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