Gebrauchtberatung Yamaha FZR 600/FZR 600 R Umfall-Bericht

Wer beim Gebrauchtkauf eines Supersportlers auf den Preis achten muss, trifft überproportional oft auf Sturz-Exemplare. So erging es auch MOTORRAD bei der Suche nach einer günstigen Yamaha FZR 600.

Foto: Holzwarth
Lesen Sie, was man beim Kauf einer FZR 600 so alles erleben kann.
Lesen Sie, was man beim Kauf einer FZR 600 so alles erleben kann.
Als typisches Motorrad für gereifte Wiedereinsteiger kann man die Yamaha FZR 600 eigentlich nicht bezeichnen. Dennoch ist der Inserent der FZR
aufgrund des »für das Alter sehr guten Zustands« bei der vollverschalten Sportlerin vor nicht allzu langer Zeit schwach ge-
worden, obwohl er ursprünglich auf der Suche nach einem Naked Bike war.
Zwischenzeitlich hat er seinen Spontankauf aber bereut und will sich wieder von der Yamaha trennen, weil ihm »ein
unverkleidetes Motorrad einfach besser liegt«. Beim ersten Telefonkontakt vergisst er lobenswerterweise nicht, den Interessenten auf zwei »Umfaller nach links und rechts bei Schrittgeschwindigkeit« hinzuweisen, die aufs Konto eines der beiden Vorbesitzer gingen.
Bei der Besichtigung tags darauf
erweist sich die bereits 13 Jahre alte Ya-
maha als ein recht gepflegtes Exemplar. Der leichte Flugrost an Bremsscheiben und
einigen Schrauben der im Freien abgestellten Maschine ist harmlos und lässt
sich problemlos wieder beseitigen. Rostfrei präsentieren sich der schwarz lackierte Auspuff mitsamt der korrosionsanfälligen Krümmer. Die von vielen Besitzern häufig vernachlässigten, schlecht zugänglichen Stellen wie etwa im Bereich der Umlenkhebel des Federbeins oder der Schwingenlager zeigen sich ebenfalls blitzblank. So scheint der abgelesene Kilometerstand von nicht einmal 13500 Kilometern durchaus realistisch.
Was man von der Preisforderung des Anbieters allerdings nicht behaupten kann. Wenngleich das kalte Triebwerk spontan seine Arbeit aufnimmt, sauber hoch-
dreht und nicht die geringste Spur von
Undichtigkeiten erkennen lässt, sind die
geforderten 2650 Euro für diese FZR 600 eindeutig zu viel.
Die beiden am Telefon erwähnten »Umfaller« sind den Schleifspuren zufolge zwar offensichtlich bei geringer Geschwindigkeit erfolgt, die Verkleidung ist auf der linken Seite aber mehrfach gebrochen und nur notdürftig verspachtelt worden. Auch rechts sind deutliche Kratzer zu erkennen. Dennoch beharrt der Besitzer auf einer Mindestpreisforderung von 2300 Euro, was trotz der geringen Laufleistung um mindestens 700 Euro zu hoch erscheint.

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