Gebrauchtberatung Yamaha XV 1600 Wild Star

Sechzehnhundert Kubik – sticht! Die imposante Wild Star ist zwar aktuell nicht mehr die Größte, aber aus zweiter Hand nach wie vor eine ganz große Nummer.

Foto: Yamaha
Superlative haben kurze Halbwertzeiten. Im Fall der 1999 eingeführten Wild Star waren es zwei Jahre, dann löste die Honda VTX 1800 die Yamaha als hubraumstärksten Cruiser ab. Hausintern musste die XV 1600 im Jahr 2003 das Zepter an die Road Star Warrior weitergeben, die aufgebohrt auf 1670 Kubikzentimeter sowie mit moderner Einspritz- statt zukunftsloser Vergaser-Technologie zum damaligen Hubraum-Flaggschiff wurde – die Wild Star verabschiedete sich dann ein Jahr später aus dem Programm. Steht die mächtige1600er heutzutage in voller Leibesgröße vor einem, flößt sie allerdings immer noch Respekt ein. Rund 130 Newtonmeter Drehmoment kurz nach Standgas, das ist ne Ansage. So viel Punch untenherum lassen vergleichsweise schlappe 63 PS schnell vergessen, obwohl immerhin fast sieben Zentner bewegt werden wollen. Durch prägnante Stößelrohre wirkt der Asia-V2 wie antiquierte Ami-Ware, im Inneren stecken jedoch leichte Alu-Zylinder, acht Ventile und eine Doppelzündung. Einmal auf dem bequemen Sitz Platz genommen und durchgestartet, fühlt sich der Fahrer herrschaftlich (was leider für den Sozius nicht gilt). Jedenfalls so lange, bis die erste enge Kurve auftaucht und die Trittbretter erschreckend früh aufsetzen. Die zu lang übersetzten Gänge vier und fünf erfordern, untypisch für Cruiser, häufige Schaltvorgänge. Trotz der Schwächen lieben die Besitzer ihre große Wilde. Weil sie durch ihr klassisches Aussehen betört. Und zuverlässig ist. Daher braucht sie sich auch nicht vor neuen Superstars aus der Cruiser-Szene fürchten – sie wird von vielen Anhängern hoch geschätzt.

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