Service: Gebrauchtberatung Gebrauchte Sportler

Supersportler der letzten Modellgenerationen bieten ausgereifte Technik, viel Potenzial und kosten nur den Bruchteil eines Neufahrzeugs. PS nimmt die attraktivsten Gebrauchten unter die Lupe und deckt Stärken und Schwächen auf.

Foto: Archiv
Mehr Leistung, mehr Technik, mehr Geld. Angesichts sinkender Verkaufszahlen und steigendem Wettbewerbsdruck versuchen die großen Motorradhersteller mit immer imposanteren Neuentwicklungen Kunden in die Läden zu locken – und lassen sich diesen Aufwand teuer bezahlen. So kostet eine aktuelle Fireblade mit Sport-ABS knapp 16000, eine 2009er-R1 mit E-Gas (YCC-T), variablen Ansaugtrichterlängen (YCC-I) und 90 Grad Hubzapfenversatz knapp 15000 Euro. Wo sind die Supersportler, die auf derartige Extras verzichten und stattdessen durch einen moderaten Preis punkten? Auf dem Gebrauchtmarkt! Eine 2004er-Fireblade bekommt man mit etwas Verhandlungsgeschick schon für unter 6000 Euro – ein Motorrad, das auch nach heutigen Maßstäben prächtig funktioniert, Spaß macht  und dessen Verarbeitung voll überzeugt. Auch alte GSX-R 1000-Modelle erfreuen sich vor allem unter Hobbyracern großer Beliebtheit. Kein Wunder, dass im Gegensatz zu den schwächelnden Neuverkaufszahlen die Gebrauchtverkäufe seit Jahren zunehmen. 2008 kauften die deutschen Biker 103000 Neumaschinen – 18000 weniger als drei Jahre zuvor. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl verkaufter Gebrauchtmotorräder um knapp zehn Prozent zu, von 399000 auf 438 000.
Noch besser sieht es bei den 600ern aus. Landstraßenfahrer erstehen mit ­Kawasakis ZX-6R Jahrgang 2003 einen bezahlbaren und dank 636-cm³-Motor drehmomentstarken kleinen Spaßmacher, Rennstreckenbrenner finden in Yamahas Extremsportler YZF-R6 das perfekte Arbeitsgerät für relativ kleines Geld. Wer fünfstellige Drehzahlen nicht mag, die Leistungsorgien einer aktuellen Tausender aber als zu stressig empfindet, sollte sich nach einer GSX-R 750 ab 2000 oder einer Aprilia RSV Mille umsehen. Beide Motorräder bieten alles, was das Sportlerherz begehrt, und sind auf dem Gebrauchtmarkt günstig zu haben
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Bis 5000 Euro

Die Aprilia RSV Mille erfreut bereits seit über zehn Jahren die Herzen ihrer Fans. Bereits das erste Modell (Foto) überzeugte mit tollem Fahrwerk, tadelloser Verarbeitung und viel italienischer Emotion. 2001 überarbeiteten die Aprilia-Ingenieure die RSV gründlich, spendierten ihr einen 18-Liter-Kunststofftank, einen Vorderreifen mit 70er-Querschnitt, einen U-Kat und zusätzliche sieben Pferdestärken. 125 PS reißen einen gemessen an heutigen Maßstäben zwar nicht vom Hocker, in Verbindung mit dem satten Drehmoment von 101 Nm macht die Mille aber vor allem auf der Landstraße enorm Spaß. Der Motor gilt als standfest, das PS-Dauertest-Modell verbrachte nach 50 000 Kilometern noch eine komplette Saison in der Mille-Challenge – ohne Schäden. Probleme fabrizieren höchstens der Magnetschalter des Anlassers oder die Batterie. Sturz­modelle erkennt man oft an Rahmendellen im Brems-/Schalthebelbereich. Powercommander, Sportluftfilter und ein anderer Endtopf hauchen dem Rotax-V2 bis zu zehn zusätzliche PS ein und verbessern außerdem die Leistungsentfaltung.

Leistung: 92 kW (125 PS)

Gewicht: 217 kg

Neupreis: 23 999 DM

Bauzeit (RP-Modell): 2001-2002

 

Stärken: Tolles Fahrwerk, klasse Verarbeitung. Das beste an der Mille ist jedoch der günstige Gebrauchtpreis.

Schwächen: Dem Rotax-V2 fehlt es an Power. Der Anlasser-Magnetschalter streikt gerne.

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Das Ende einer Ära. Mit Hondas SC50 ging 2003 die lange Erfolgsgeschichte der CBR 900 RR zu Ende. Entsprechend dem langen Stammbaum wirkt die SC50 sehr ausgereift und zeigt in Sachen Verarbeitung und Haltbarkeit kaum Schwächen. Lediglich Radlager und Steuerkettenspanner fallen vereinzelt dem Defektteufel zum Opfer. Honda-Experte Wolfgang Harbusch von Wellbrock & Co. empfiehlt, das Scheckheft auf regelmäßige Ölwechsel zu überprüfen. In Tests störte vor allem die Kickback-Neigung der SC50, ein Lenkungsdämpfer ist Pflichtzubehör. Auf Standard-Tuning in Form von Auspuffanlage, Powercommander und Sportluftfilter reagiert die alte Fireblade ebenfalls dankbar, zudem verbessern diese Maßnahmen die etwas rüden Lastwechsel.

Fahrwerksseitig gibt es für die Landstraße bis auf den Lenkungsdämpfer keinen Verbesserungsbedarf. Die Bremsen überzeugen voll, das Handling ist top, die Balance ebenfalls. Rennstreckenfahrer sollten über eine Überarbeitung der Serienfederelemente nachdenken, z.B. von HH-Racetech oder SO-Products. Vor allem die etwas unsensible Gabel profitiert davon spürbar.

Leistung: 110 kW (150 PS)

Gewicht: 199 kg  

Neupreis: 12 770 Euro   

Bauzeit (SC50-Modell): 2002-2003

 

Stärken: Tolles handling, klasse Bremsen, dazu die gewohnte Honda-Qualität. Der Motor hat Druck.

Schwächen: Die SC50 braucht einen Lenkungsdämpfer. Steuerkettenspanner überprüfen.

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Die ZX-6R Modelljahr 2003 begeistert vor allem auf der Landstraße. Der 636 cm³ große Motor drückt deutlich motivierter nach vorne als die 599-cm³-Triebwerke der Konkurrenz. Bissige Bremsen, ein straffes Fahrwerk und das tolle Handling runden das Paket ab. Qualitäten, die PS beim 600er-Vergleichstest 2003 mit dem Testsieg belohnte. Und heute? Die 636-Modelle mit der ­Typenbezeichnung "B" gelten als unproblematisch. Der Motor verträgt auch hohe Laufleistungen, Schäden  oder Schwachstellen sind nicht bekannt. Die üblichen Tuningmaßnahmen Endtopf, Mapping, Sportluftfilter erwecken fünf bis sechs zusätzliche Pferde zum Leben, die ZX-6R steht aber auch schon im Serientrimm gut im Futter. In Sachen Fahrwerk sollten Gebrauchtkäufer einen Blick aufs Federbein werfen. Dieses lässt mit der Zeit spürbar nach und muss ­gegebenenfalls gegen ein Zubehörteil getauscht werden. Die Gabel dagegen hält auch motivierten Rennstreckenattacken Stand. Das 2002er-Modell der ZX-6R macht ebenfalls Spaß. Der 636-cm³-Motor und das gute Fahrwerk sprechen für die Sechser mit dem internen Kürzel "A-1". Allerdings ist die A-1 nur unwesentlich günstiger als das 2003er-B-Modell.

Leistung: 87 kW (118 PS)

Gewicht: 189 kg   

Neupreis: 9810 Euro   

Bauzeit (B-Modell): 2003-2004

 

Stärken: Motor, Fahrwerk, Bremsen, Handling: Die ZX-6R überzeugt auf der ganzen Linie.

Schwächen: Das Federbein lässt mit der Zeit nach und muss eventuell getauscht werden.

Foto: fact
Gleich im Doppelpack schaffen es die K1-Modelle der GSX-R Reihe in die PS-­Gebrauchttip-Liste. Sowohl 750er als auch 1000er bieten viel Sport für wenig Geld. Die Liter-Suzi schlug 2001 ein wie eine Bombe und fuhr alles in Grund und Boden. Ihre 160 PS genügen auch noch heutigen Ansprüchen, Gleiches gilt für Fahrwerk und Bremsen. Gebrauchtkäufer sollten bei beiden Suzuki-Modellen darauf achten, dass die 24 000-km-Inspektion durchgeführt und dabei Ventile und Steuerkettenspanner geprüft wurden. Ansonsten gelten die ­Motoren als pflegeleicht. Bei K1-1000-­Gixxern kommt es vereinzelt zu Problemen mit den Drosselklappenpotentiometern, bei der 750er tritt dieses Problem nicht auf. Da die GSX-R-Fußrasten weit vorne montiert sind, sollten Gebrauchtkäufer über eine einstellbare Zubehör-Fußrastenanlage nachdenken. Ansonsten gilt: Wer die 750er auf mehr Leistung trimmen möchte, sollte gleich zur Tausender greifen. Für die 750er spricht ihre aufgrund der ge­ringeren Leistung einfachere Handhabung auf der Rennstrecke sowie ein leichter Vorteil beim Handling.

Leistung: 103/118 kW (140/160 PS)

Gewicht: 194/200 kg  

Neupreis: 21 620/24 230 DM  

Bauzeit: 2001-2003/2001-2002

 

Stärken: Viel Sport für wenig Geld. Der zuverlässige Vierzylinder überzeugt in beiden Modellen.

Schwächen: Die Fußrasten der K1 sind zu weit vorn montiert. Ventile regelmäßig prüfen.

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Obwohl sie nicht lange gebaut wurde, fand die Yamaha R6 mit dem internen Kürzel "RJ09" viele Fans, vor allem auf der Landstraße. Im Gegensatz zum Nachfolgermodell RJ11, das extrem auf Sport getrimmt ab 2006 die Racer-Herzen eroberte und die RJ09 als S-Variante in die zweite Reihe verbannte, zieht der kleine Vierzylinder der 2005er auch schon bei vierstelligen Dreh­zahlen spürbar vorwärts. Das Fahrwerk, im Gegensatz zum Vorgängermodell mit 70er-Vorderreifen und Upside-down-Gabel ausgestattet, glänzt mit sportlich straffer Dämpfung und fahrradgleichem Handling. Rahmen und Motor der R6 machen kaum Probleme, lediglich der Steuerkettenspanner quittiert bei manchen ­Modellen den Dienst. Bei den 1999er-­Ver­gaser-R6 kommt es zudem selten zu Ven­tilfeder­brüchen, die zu Motorschäden führen können, sich gemeinerweise aber nur mit viel Aufwand feststellen lassen. Auf Racing-Auspuffanlagen reagiert die R6 sehr willig, ebenfalls für die Renn­strecke empfehlenswert ist eine 520er-Kette. Mit 165/55er-Slick hinten fährt die Sechser noch handlicher.

Leistung: 86 kW (117 PS)   

Gewicht: 189 kg   

Neupreis: 9830 Euro  

Bauzeit (RJ09-Modelle): 2005-2006 (S)

 

Stärken: Tolles Handling, klasse Fahrwerk, serh viel Sport fürs Geld. Rahmen und Motor der R6 sind unempfindlich.

Schwächen: Steuerkettenspanner überprüfen. Bei Vorgängermodellen brechen die Ventilfedern ab.

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Bereits im erscheinungsjahr 1998 überzeugte Yamahas Supersportler YZF-R1 und erfreut sich seitdem einer großen Fangemeinde. Eine Ur-R1 der ersten Baujahre (RN01) bekommt man ab etwa 3500 Euro. Sie brauchen sich auf der Landstraße nicht vor neueren Modellen zu verstecken.
Die RN09 besticht gegenüber ihrer älteren Schwester mit weniger trägem Handling und ausgewogener Leistungsentfaltung. ­Allerdings verlangt auch das Modell von 2002 etwas Kraft am Kurveneingang. Lässt man die Front um einen Zentimeter ab und spannt das Federbein weit vor, fährt die RN09 spürbar williger ums Eck. Sportfahrer sollten über ein längenverstellbares Zubehörfederbein und schärfere Bremsbeläge, einen Lenkungsdämpfer sowie eine höhere Verkleidungsscheibe nachdenken. Ansonsten gibt es wenig bis nichts zu mäkeln. Die Verarbeitung der R1 überzeugt voll, der Motor hält ewig. Die PS-Dauertest-R1 Baujahr 1998 passierte selbst die 100 000-Kilometer-Marke ohne größere Probleme. Dass die Tausender zum Kilometerfressen taugt, zeigt neben dem standfesten Motor auch die kommode Sitzposition.

Leistung: 112 kW (152 PS)   

Gewicht:  200 kg   

Neupreis: 12 777 Euro   

Bauzeit (RN09-Modelle): 2002-2003

 

Stärken: Tolle Verarbeitung, standfester Motor mit viel Druck bei mittleren Drehzahlen.

Schwächen: Lenkungsdämpfer fehlt. Windschutz schlecht. Bremse etwas stumpf.

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bis 8000 Euro

Hondas Fireblade gilt als die Wollmilchsau unter den Supersportlern. Honda­typisch top verarbeitet, fühlt sich die SC57 auf Landstraße und Rennstrecke gleicher­maßen wohl. Racer erfreuen sich am Kassettengetriebe und dem elektronisch gesteuerten Lenkungsdämpfer, Straßenfahrer genießen die Gutmütigkeit der Blade, die sich von der Leistungsentfaltung bis zum Fahrwerk zieht. Wer die SC57 als zu unhandlich empfindet, der sollte mit der Federbasis experimentieren. Schwächen findet man an der SC57 kaum. Bei vereinzelten Modellen muss das Lenkkopflager getauscht werden, außerdem sollten Gebrauchtkäufer den Ölverbrauch im Auge behalten. Schaltautomaten (Quickshifter) können Getriebeschäden verursachen. Besser die Finger davon lassen! Wie viel Potenzial in der 2004er-Honda steckt, zeigte das PS-Tune-Up in den Heften 12/2006 und 1/2007. Eine Akrapovic-Komplettanlage erhöhte die Leistung der zugegebenermaßen recht schwachbrüstigen Test-Fireblade um satte 14 PS. Mappingänderungen per Powercommander verbessern zusätzlich die Gasannahme.

Leistung: 126 kW (172 PS)   

Gewicht: 211 kg  

Neupreis: 13 160 Euro  

Bauzeit (SC57-Modell): 2004-2007

Stärken
Die SC59 funktioniert unauffällig gut. Top Verarbeitung, problemlose Handhabung. Honda eben.

Schwächen
Schaltautomaten können Getriebeschäden verur­sachen. Lenkkopflager prüfen.

 

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Brachiale power. Das Markenzeichen der 2004er-ZX-10R. Die fünf Jahre alte Dame steckt selbst die deutlich stärkere aktuelle Zehner dank gelungener Motor­abstimmung beim Durchzug in die Tasche – und bot der Neuen auch beim Generationenvergleich in PS 10/2008 die Stirn. Das Handling des 2004er-Modells überzeugt ebenfalls. Gebrauchtkäufer sollten allerdings in jedem Fall einen Lenkungsdämpfer nachrüsten – Kickback gehört zu einem der größten Probleme der Grünen. Eine längere Kette erlaubt, das Hinterrad weiter nach hinten zu schieben, was die Fahreigenschaften der ZX-10R verbessert. Die Lichtmaschinen der ersten Modelle überhitzen gern und verursachen Motorschäden. Käufer von 2004er-Modellen sollten sich deshalb den Lima-Wechsel bescheinigen lassen. Der Druckpunkt der Kawa-­Bremse wandert bei starker Belastung, Profis entfernen daher alle Halte- und Hitzebleche in den Zangen, um Überhitzung vorzubeugen. Rahmen und Schwinge der ZX-10R fallen dünn aus, Interessenten sollten diese vor dem Kauf auf Sturzschäden prüfen. Auf Motortuning spricht die ZX-10R sehr gut an. Eine Racing-Anlage inklusive Powercommander-Mapping brachte bei PS-Tests 16 PS Mehrleistung.

Leistung: 128 kW (175 PS)   

Gewicht: 198 kg   

Neupreis: 13 165 Euro  

Bauzeit (C1H-Modell): 2004-2005

Stärken:
Viel Leistung, wenig Gewicht, tolles Handling. Sportlerherz, was willst du mehr?

Schwächen:
Lenkungsdämpfer fehlt. Bremse fadet. Rahmen und Schwinge sind recht dünn.

Foto: Archiv

Mit 185 Ps Werksangabe führt die GSX-R 1000 K7 die Power-Rangliste der Gebrauchten bis 8000 Euro an. Ihr druckvoller Vierzylinder überzeugt dank linearer Leistungs­entfaltung und präziser Gas­annahme sowohl Hobbypiloten als auch Racer. Zudem gilt das Suzuki-Triebwerk allgemein als sehr robust und standfest. Probleme finden sich an der Kilo-Gixxer kaum. Auf eine falsch eingestellte Auspuffklappe reagiert die Suzi mit einer Fehlermeldung, außerdem sind die GSX-R-1000-Bremsen seit der K7 recht stumpf. Zubehörbeläge schaffen hier Abhilfe. Zubehör-Auspuffanlagen steigern nicht nur die Leistung, auch das Gewicht des recht schweren Supersportlers profitiert davon spürbar. Das Vorgängermodell fährt ebenfalls prächtig, Modelle des Baujahrs 2005 werden ab zirka 5500 Euro gehandelt und bestechen mit noch mehr Druck im Drehzahlkeller und besserem Handling. Die K7 bietet dafür neben mehr Leistung drei verschiedene Mappings, einen elektronisch gesteuerten Lenkungsdämpfer, High- und Lowspeed-Druck­stufen bei Gabel und Federbein sowie einstellbare Fußrasten.

Leistung: 136 kW (185 PS)   

Gewicht: 212 kg   

Neupreis: 13 490 Euro   

Bauzeit (K7/K8-Modell): 2007-2008

 

Stärken:
Extrem starker, standfester Motor mit sauberer Leistungsabgabe. Gutes Fahrwerk.

Schwächen:
Etwas träges Handling, relativ stumpfe Bremsen.

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Die Triumph Daytona 675 passt zwar in keine gängige Hubraumklasse, fährt aber ­genau deshalb besonders gut. Handling, Beherrschbarkeit und Gewicht liegen auf 600er-Niveau, dank des Hubraumplus schlagen ihre Durchzugswerte aber selbst die einer GSX-R 750. ­Besonders auf der Landstraße bringt der 675 cm³ große Dreizylinder spürbare Vorteile. Im Serientrimm verträgt der Daytona-Motor hohe Laufleistungen, läuft aber generell recht heiß. Deshalb empfiehlt es sich, dickflüssiges Motorenöl zu verwenden, das auch bei hohen Temperaturen noch ausreichend schmiert, ansonsten drohen Lagerschäden. Hobbyracer, die die Drehzahl der 675 anheben, müssen ebenfalls mit Lagerproblemen rechnen. Glücklicherweise reagiert die kleine Triumph bereits auf weniger materialmordende Tuningmaßnahmen wie Racing-Auspuffanlage und Powercommander mit satten Leistungszuwächsen von bis zu zehn PS. Das Fahrwerk der Triumph arbeitet auf hohem Niveau, die Bremsen ebenfalls. Die Sitzposition passt sowohl auf der Rennstrecke als auch zum Touren.

Leistung: 90 kW (123 PS)   

Gewicht: 190 kg   

Neupreis: 10 190 Euro   

Bauzeit (D67LC-Modell): 2006-2008

Stärken:
Tolles Handling, tolles Fahrwerk, dazu ein durchzugsstarker Motor. Kann alles!

Schwächen:
Bei zu viel Tuning leidet die Standfestigkeit. Motor läuft recht heiß.

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Sie spielt die Rolle der Diva unter den japanischen Tausendern: die Yamaha R1 RN12. Ihr schickes Äußeres und die erstklassige Verarbeitung sprechen für sich. Weitere Stärken der 2004er-R1 sind das leichtfüßige Handling, die guten Bremsen und die vorbildlich weiche Gasannahme. Die RN12 verwöhnt Langstreckenfahrer außerdem mit einer angenehm entspannten Sitzposition, Rennstreckentreiber freuen sich am drehfreudigen 20-Ventiler. Dennoch birgt die schöne R1 besonders für schnelle Runden auf der Piste noch einiges Verbesserungspotenzial. Neben der erwähnten komfortorientierten Sitzposition stört dort auch die ebenfalls auf Komfort ausgerichtete Fahrwerksabstimmung. Ein Umbau vom Fahrwerksexperten erhöht das Potenzial der hochwertigen Federelemente bereits spürbar, Racer sollten auf ein Federbein aus dem Zubehörregal umrüsten. Wie bei den Vorgängermodellen ist auch bei der RN12 eine höhere Verkleidungsscheibe sinnvoll. Vorsicht beim Kauf von Modellen, die mit Schaltautomat gefahren wurden: Das Getriebe könnte Schaden genommen haben. Der Motor hält.

Leistung: 126 kW (172 PS)   

Gewicht: 203 kg   

Neupreis: 13 295 Euro   

Bauzeit (RN12): 2004-2006

 

Stärken:
Verarbeitung, Optik, Handling: alles top. Der Motor überzeugt vor allem auf der Rennstrecke.

Schwächen:
Racer finden das Fahrwerk zu soft, Tourern fehlt der Punch aus der Mitte.

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Finanzierung von Neufahrzeugen*

Falls es doch eine Neue werden soll, halten die großen Hersteller allerlei Finanzierungsmöglichkeiten und Sonderangebote parat, von Rabatten für Vorjahresfahrzeuge bis zu zinsfreien Krediten. PS hat die attraktivsten Angebote zusammengetragen.

Honda Beim Kauf einer neuen Fireblade von 2008/2009 gibt ­Honda den Kunden für Altmotorräder 1500 Euro, bei einer CBR 600 RR zahlt der Hersteller 1200 Euro. Weiter gibt's bei beiden 0,0 Prozent Finanzierung, kostenlose Garantieverlängerung um zwei Jahre sowie fünf mal 50 Euro Inspektionsgutscheine.

Kawasaki Zum 25-jährigen Ninja-Jubiläum bieten die Grünen ihren Kunden bis zum 30. 11. 2009  für alle Neufahrzeuge eine Finanzierung mit 0,0 Prozent effektivem Jahreszins an. 2008er ZX-10R sind für 10000 Euro zu haben (26 Prozent Rabatt), die Sechser-Ninja aus dem Vorjahr kostet 8000 Euro (25 Prozent Rabatt).

Suzuki Die Japaner ermöglichen die Finanzierung eines Neufahrzeugs zu 1,99 Prozent effektivem Jahreszins. Dabei kann der Kunde Laufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten wählen. 2008er-Kilo-­Gixxer gibt es bereits für 9500 Euro (30 Prozent Rabatt).

Triumph Zu einem effektiven Zinssatz von 2,99 Prozent können Triumph-Liebhaber sich alle 1050er-Modelle sowie die Daytona sichern. Allerdings zu festen Konditionen: 36 Monate Laufzeit und 30 Prozent Anzahlung. Immerhin: Wer bis 31. 12. 2009 kauft, bekommt Zubehör oder Bekleidung im Wert von 555 Euro dazu.

Yamaha Je nach Laufzeit bietet Yamaha Finanzierungsmöglich­keiten zu unterschiedlichen Zinssätzen: bis 24 Monaten 0,0 Prozent, bei 36 Monaten 1,99 Prozent, bei 48 Monaten 2,49 Prozent, bei 60 Monaten 2,99 Prozent. Ausgenommen sind YZ- Wettbewerbsmodelle. Die 2008er-R1 gibt’s für 10000 Euro (28 Prozent Rabatt).
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Checkliste beim Gebrauchtkauf

Ein technisch einwandfreier Zustand – das A und O bei Gebrauchtmotorrädern. Vor allem folgende Punkte sollten überprüft werden:
Lenkkopflager Das Vorderrad entlasten und den Lenker von Anschlag zu Anschlag drehen. Es darf nirgends einrasten und muss leichtgängig laufen. Danach das Vorderrad gegen eine Wand stellen und mehrmals am Lenker Richtung Wand drücken. Es darf weder Spiel haben noch knacken.  Bremsen Haben die Bremsscheiben Riefen oder sind sie eingelaufen? Ist die Stärke der Bremsbeläge noch ausreichend?
Die Bremsleitungen dürfen weder spröde noch undicht sein. Funktioniert die Rückstellung? (Lassen sich die entlasteten Räder nach mehrmaligem Betätigen und wieder Lösen der Bremse leicht drehen?) Motorblock Sind Ventildeckel, Ölwanne, Zylinderkopf und -fuß sowie Motorseitendeckel dicht?  Leckt das Kühlwassersystem? Stimmt der Ölstand? Standrohre Gabel mehrfach durchfedern. Danach Standrohre mit einem Tuch abwischen. Sind die Rohre dicht? Sind die Gabelholme gerade? Prüfung mit Profil aus Leichtmetall. Wenn es kippelt, sind die Standrohre verspannt eingebaut oder krumm. Tank Mit der Taschenlampe hineinleuchten. Rostspuren? Unter der Sitzbank Ist Bordwerkzeug vorhanden? In welchem Zustand sind die Kabelverbindungen? Wie ist der Batteriezustand? (Pole, Flüssigkeitsstand, Batteriekasten)
Federbein Ist der Dämpfer dicht? Heck einfedern und hochschnellen lassen. Das Federbein darf nicht nachschwingen, ansonsten ist es defekt. Kette Wie groß ist der Durchhang? Ist sie geschmiert? Lässt sich die Kette nach hinten deutlich vom Kettenrad weg­ziehen? Wenn ja, ist sie verschlissen. Ist der Kettenspanner schon am Ende der Einstellskala? Hat das Kettenrad "Haifisch­zähne"? Wenn ja, muss der komplette Kettensatz gewechselt werden. Räder Reifen mit beiden Händen umgreifen und wackeln sowie versuchen, quer zur Fahrtrichtung zu bewegen, um das Lagerspiel zu prüfen. Das Motorrad über den Ständer kippen, die Räder drehen und die Felge auf Höhenschlag checken. Bereifung Stimmen die Reifendimensionen? Besonders die Querschnitte beachten (alte R6 haben serienmäßig einen 60er-Vorderreifen).
Wie ist der Zustand des Profils? Schwinge Bei aufgebocktem Motorrad quer zur Fahrtrichtung rütteln. Bei Spiel ist das Schwingenlager entweder falsch eingestellt oder verschlissen. Räderflucht Motorrad aufbocken und ­Lenker gerade stellen. Aus einigen Metern Abstand gebückt von vorn schauen, ob die Räder fluchten. Wenn nicht, ist das Hinterrad schief eingebaut oder der Rahmen verzogen. Schlüssel Sind alle vorhanden? Funktioniert das Lenkschloss? Ist das Gebraucht-Bike als unfallfrei ausgeschrieben, ist es sinnvoll, nach versteckten Sturz- und Unfallspuren zu suchen. Die wichtigsten Punkte hierbei: Lenkanschlag Ist der Anschlag unbeschädigt? Wenn nein, ist ein Unfall wahrscheinlich. Motordeckel Sind Kratzer sichtbar? Angeschliffene Deckel können auch von großer Schräglage auf der Rennstrecke kommen. Rahmen/Schwinge Ist der Lack abgeplatzt? Auf Risse überprüfen. Verkleidung Wurde nachlackiert? Ist die Verkleidung noch original?

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