Gebrauchtcheck BMW R 1100 GS Gebrauchtcheck BMW R 1100 GS

Bauzeit (Neupreise): 1994 (17909 Mark)
bis 1999 (19880 Mark)

Verkäufe: 21800

Modellgeschichte: Die neue GS-Ära mit dem Vierventil-Boxermotor wurde auf der Frankfurter Automobilmesse IAA im Jahr 1993 eingeläutet und schockte zunächst die Fachwelt, denn der kühne
Entenschnabel entsprach nun gar nicht dem bis dahin bekannten BMW-Design. Doch die Käufer griffen zu: Rund 4000 GS-Maschinen wurden im ersten Verkaufsjahr 1994 zugelassen. Bis 1999 sollten es insgesamt knapp 22000 Exemplare werden. Rein äußerlich blieb die GS bis auf neue Farbvarianten über die
gesamte Bauzeit unverändert. Technisch wurden ihr
etliche Modifikationen zuteil: So gehörte seit 1995
der Katalysator zur Serienausstattung, und der Kunststofftank wich einem Exemplar aus Blech. 1996
wurde das Getriebe überarbeitet, 1997 folgten ein
integriertes Ölthermostat sowie neue Kolben und
Ventildeckeldichtungen.

Marktsituation/Preise: Der Handel mit gebrauchten 1100ern hat in den letzten Jahren stark nachgelassen. Viele befinden sich mittlerweile in
dritter oder vierter Hand und sammeln dort fleißig
Kilometer. Echte Schnäppchen sind allerdings kaum zu machen. Das Preisniveau ist – gemessen am Alter – immer noch sehr hoch. Unter 3500 Euro geht praktisch nichts. Dafür gibt es eine viel gefahrene GS aus den Baujahren 1994 bis 1996, die im Regelfall deutlich über 50000 Kilometer gelaufen ist. Auch sechsstellige Kilometerleistungen sind keine Seltenheit. Ab 4500 Euro werden GS-Maschinen mit durchschnittlich 50000 Kilometern angeboten. Der Pflegezustand ist im Verhältnis zur Kilometerleistung ordentlich, ABS, Heizgriffe und das »Fahrerinformationsdisplay« (FID) gehören fast immer zur Ausstattung. Modelle des letzten Baujahrs, die unter 20000 Kilometer gelaufen sind, optisch und technisch topgepflegt dastehen und zudem noch ein reichhaltiges Extra-Paket inklusive Original-Koffersatz an Bord haben, sind kaum unter 6000 Euro zu bekommen.

Besichtigung: Wer sich für die Urversion der
Vierventiler-GS interessiert, muss hohe Kilometerleistungen in Kauf nehmen. Ist die Maschine über die Jahre pfleglich behandelt worden, sollte dies kein Kaufhemmnis darstellen. Fragen Sie unbedingt nach dem Ölverbrauch der GS, der teilweise sehr hoch sein kann. Ölnebel an den Zylinderköpfen deutet auf eine defekte Kopfdichtung hin, sabbern kann es auch an den Ventildeckeln, die ab 1997 mit neuen Dichtungen versehen wurden. Wichtig ist die Kontrolle von Getriebeausgang und Hinterachsgehäuse auf möglichen Ölaustritt. Ebenso sollte der Hauptbremszylinder vorn auf Dichtheit überprüft werden. Springen beim kernigen Ausfahren die Gänge kurzzeitig raus, haben sich die Schaltgabeln eingeschliffen. Dann droht mit einem neuen Getriebe eine heftige Investition.

Technik (R 1100 GS, Modell 1994)
Motor: luft-/ölgekühlter Zweizylinder-Viertakt-
Boxermotor, je eine hoch liegende, kettengetriebene
Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Motormanagement, geregelter Katalysator (auf-
preispflichtig), mechanisch betätigte Einscheiben-
Trockenkupplung, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 99 x 70,5 mm
Hubraum 1085 cm3
Nennleistung 59 kW (80 PS) bei 6750/min
Max. Drehmoment 97 Nm bei 5250/min
Fahrwerk: tragende Motor/Getriebe-Einheit mit an-
geschraubtem Hilfsrahmen, längslenkergeführte
Telegabel, Ø 35 mm, Zweigelenk-Einarmschwinge, Zentralfederbein, direkt angelenkt, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 305 mm, Vierkolbensättel, Scheibenbremse hinten, Ø 276 mm, Zweikolbensattel.
Reifen 110/80 H 19; 150/70 H 17

Maße und Gewichte: Radstand 1499 mm, Lenk-
kopfwinkel 64 Grad, Nachlauf 111 mm, Federweg
v/h 190/200 mm, Sitzhöhe* 840 mm, Gewicht vollgetankt* 260 kg, Zuladung* 190 kg, Tankinhalt 25 Liter.
Messungen (MOTORRAD 7/1994)
Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 199 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 3,9 sek

Durchzug
60–140 km/h 11,2 sek

Verbrauch 5 bis 9 l/100 km, Super

Tests in Motorrad1: 7/1994 (T), 10/1994 (VT), 20/1998 (GK), 6/1999 (VT), 16/1999 (ZT)

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