Gebrauchtkauf: bei Privaten oder Händlern? Gebrauchtkauf: bei Privaten oder Händlern?

Im Gegensatz zum Autobereich kaufen Motorradfahrer ihre Gefährte immer noch überwiegend von Privat - für eingefleischte Schnäppchenjäger sicher auch die einzige Möglichkeit, günstig an das Wunschmotorrad zu gelangen.

Im Gegensatz zum Autobereich kaufen Motorradfahrer ihre Gefährte immer noch überwiegend von Privat - für eingefleischte Schnäppchenjäger sicher auch die einzige Möglichkeit, günstig an das Wunschmotorrad zu gelangen. Nachteil: Der Interessent kann nicht in Ruhe durch eine Ausstellung bummeln, sondern muß früh aufstehen, telefonieren und die Offerten abklappern - und das noch unter Zeitdruck, denn die Konkurrenz schläft wahrscheinlich genauso wenig.


Und wenn man besonderes Pech hat, war die erste besichtigte zwar die beste - ist aber mittlerweile, beim Anschauen der anderen Angebote, bereits an jemand anderen verkauft worden. Daher ist eine gewisse Strategie beim Gebrauchtkauf sehr hilfreich. So sollte bereits vor dem Durchtelefonieren der interessantesten Angebote eine Liste angefertigt werden. Hierzu schreibt man aus jeder Annonce die wichtigsten Angaben ab und notiert darunter die Stichworte: Name, Adresse, Baujahr, Laufleistung, Vorbesitzer, TÜV, angemeldet, Originalzustand, Ersatzteile.

Diese Punkte werden dann systematisch am Telefon abgefragt und in die Liste eingetragen. So kann man im Eifer des Gefechts nichts vergessen, bringt die einzelnen Motorräder nicht durcheinander und kann sie schon zu Hause, zumindest ansatzweise, miteinander vergleichen. Außerdem ergeben sich aus dieser Liste gleich einige Folgerungen. Wenn zum Beispiel das Motorrad nicht zugelassen ist, sollte man sich noch schnell eine rote Nummer für die obligatorische Probefahrt besorgen (Fahrerklamotten nicht vergessen). Und wenn ein Haufen Ersatzteile mitverkauft werden, lohnt für einen eventuellen Spontankauf gleich die Anfahrt mit einem Auto. Wichtig ist ebenfalls eine strategisch ausgefeilte Planung der Besichtigungsroute - die interessantesten Motorräder zuerst, wer zuerst kommt, mahlt schließlich auch zuerst. Und mehr als drei Motorräder sollte man sich eigentlich nicht vornehmen, da irgendwann Lust und Sorgfalt deutlich nachlassen.


Beim Gebrauchtmotorrad-Händler gestaltet sich der Einkauf deutlich weniger stressig. Die Fahrerei entfällt, hier stehen alle Offerten unter einem Dach. Händler bieten häufig eine Garantie auf ihre Gebrauchten, und in den allermeisten Fällen sind Finanzierungsmöglichkeiten gegeben - beim Privatkauf undenkbar. Auch die häßliche Möglichkeit, beim Kauf übers Ohr gehauen zu werden, ist beim Händler prinzipiell weniger wahrscheinlich. Denn jeder Händler checkt die Motorräder vor Ankauf schon aus eigenem Interesse durch - wer läßt sich schon gern ein Wrack andrehen -, und im Zweifelsfall reagiert ein Händler auch kulanter als ein Privatmann, weil nämlich unter Umständen sein Ruf auf dem Spiel steht.


Weitere Vorteile, die der Privatmarkt nicht bieten kann: Wer sein Motorrad schlauerweise im Winter aussucht, braucht meist nur eine kleine Summe anzuzahlen - der Rest des Kaufpreises wird erst bei der Abholung im Frühjahr fällig. Und professionelle Händler führen nicht nur eine kostenlose Inspektion mit gleichzeitigem Ersatz von Verschleißteilen durch, sondern warten damit sogar bis zum Verkauf - so hat der Kunde zum Beispiel ein Mitspracherecht bei der Reifenwahl.


Für nicht so abenteuerlustige Gesellen ist also der Kauf beim Händler eindeutig die bessere Wahl - und so viel teurer als von Privat sind die Motorräder auch nicht mehr.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote